Seoale conmtuiia.
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verzweigtem Stengel und gegenständigen, gestielten Blättern von etwa 5 em Länge undeiförmig-lanzettlicher bis länglicher Gestalt. Blätter am Rande sägezähnig. Die Blütensind his 6 mm lang, mit hellblauer Krone, zweilippig, Oberlippe gegen Ende der Frucht-reife helmfö'rmig erscheinend. Geruch schwach, Geschmack bitterlieh.
Bestandteile und Anwendung. Das Kraut soll einen glukosidisehen Bitterstoff,wenig ätherisches Öl, Harz und Gerbstoff enthalten. Es wird gegen Krämpfe empfohlenund in Form von Fluidextrakt angewendet.
Secale cornutum.
(Zu Bd. II S. 872.)
Handel. Die Droge des Handels liefern in der Hauptsache Rußland und Spanien;das russische Mutterkorn ist in der Regel kleiner als das spanische. Das neuerdings angebotene sibirische Mutterkorn besitzt geringeren Alkaloidgehalt, scheint aber doch brauch-bar zu sein.
Inhaltstoffe und Wirkung. Als mehr oder weniger wirksame Bestandteile desMutterkorns sind so zahlreiche Stoffe dargestellt und mit den verschiedensten Be-zeichnungen belegt worden, daß es schwer hält, sich darin zurecht zu finden. Kaum eineandere Droge hat bisher so viel Gelegenheit zu. Berichtigungen, Nachprüfungen undNamensänderungen gegeben, wie gerade das Secale cornutum. Besonders in den letztenJahren sind wieder Forschungen über die Mutterkornbestandteile angestellt worden, dieuns zum Teile frühere Angaben bestätigen, in einigen Fällen aber ganz neue Gesichts-punkte zutage gefördert haben. Es sei daher versucht, an dieser Stelle einige Klarheitin betreff der Mutterkornbestandteile zu schaffen und den augenblicklichen Stand derForschung ,zu präzisieren. Vorausgeschickt muß allerdings werden, daß die Ansichten dereinzelnen Forscher über die wirksamen Stoffe immer noch teilweise auseinandergehen.
Einer kürzlich erschienenen Arbeit von Schaerges über die wirksamen Bestand-teile des Mutterkorns seien zunächst folgende Angaben entnommen: 1. die Ergotinsäure,welche in weniger reiner Form Sclerotinsäure und mit einem Kohlehydrat, dem Man-nan, vermischt Scleromucin genannt wird, ist eine Säure glukosidischer Natur, der einespezifische Beeinflussung der Gebärmutter nicht zukommt, die aber — in die Blutbahngebracht — lähmend auf Rückenmark und Gehirn wirkt. 2. Die Sphacelinsäure istkeine eigentliche Säure, sondern ein saueres Harz, das als die Ursache des Gliedbrandes(Gangrän) angesprochen wird. Sphacelinsäure findet sich hauptsächlich in frischemMutterkorne; therapeutisch wird sie nicht verwertet. 3. Das Cornutin ist im Mutter-korne nicht als solches, sondern als Ergotinin vorhanden und nach Keller identisch mitdem Ergotinin Täubet s und dem Picrosclerotin Deageuodeees. Das CornutinKobekts ist wahrscheinlich chemisch verändertes Ergotinin, hat aber die Wirkung nichteingebüßt. Das Cornutin ist das Alkaloid des Mutterkorns, das man als den Träger dertherapeutischen Wirkung ansieht. 4. Secalin ist eine weitere Base des Mutterkorns,die an sich unwirksam ist, aber mit Sphacelotoxin verbunden Secalintoxin (Ergo-toxin) bildet und als wirksam bezeichnet werden muß. 5. Spasmotin Jacoby, in reineremZustande Sphacelotoxin genannt, ist nach Keller eine alkaloidhaltige Substanz, derenVorkommen im Mutterkorn großen Schwankungen (0,032—0,1 Proz.) unterworfen ist.Sphacelotoxin kommt als Träger der Wirkung des Mutterkorns kaum in Betracht; es istleicht zersetzlich, beständiger dagegen in seinen Verbindungen Chrysotoxin und Seca-lintoxin. 6. Chrysotoxin ist eine Verbindung von Sphacelotoxin mit Ergochrysin,und 7. das Secalintoxin (identisch mit Ergotoxin) ist — wie schon vorher kurz er-wähnt — eine Verbindung des Sphacelotoxin mit einer unwirksamen Base, dem unter 4genannten Secalin. Es ruft keine Krämpfe hervor, bedingt aber insofern die Giftigkeitdes Mutterkorns, als es durch krankhafte Kontraktion der Gefäße Gangrän herbeiführenkann. 8. Die im Secale außerdem nachgewiesenen Basen Vernin und Cholin habenkeine Bedeutung. — Soweit die aufklärenden Angaben über bereits früher isolierte und