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Erg.Bd. (1908)
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Sabina. Saccharinum.

Sabina. (zu Bd. n s. 763.)

I. f Summitates Sabinae.

Verfälschungen, Substitutionen. Die Summitates Sabinae des Handelsenthalten, wie Fkeeman neuerdings angibt, häufig die Sprosse von J. phoenicea L.und J. thurifera De Coincy. Besonders Herba Sabinae des französischen Handelsbesteht nach Collin meist aus den Zweigspitzen von J. phoenicea. Derartige Substitu-tionen sind aber vom therapeutischen Standpunkte aus nicht gleichgültig, da das ätherischeÖl von J. Sabina 4550 Proz. des wirksamen Sabinols neben 3540 Proz. Ester, dasvon J. phoenicea aber nur etwa 17 Proz. Sabinol und 9 Proz. Ester neben einergrößeren Menge Pinen enthalten soll.

Als Unterscheidungsmerkmale werden angegeben:

1. Blätter gegenständig, Steinzellen im Mesophyll der Blätter nicht vorhanden:J. Sabina.

2. Blätter gegenständig, Steinzellen im Mesophyll vorhanden: J. thurifera.

3. Blätter spiralig angeordnet, also wechselständig', Steinzellen vorhanden: J. phoe-nicea. Pur letztere Art ist noch charakteristisch, daß die Hypodermis sich kontinuierlichüber die äußere Fläche der Harzgänge fortsetzt.

In gepulvertem Zustande unterscheiden sich die Substitutionen von der echtenDroge nur durch die deutlich hervortretenden Sklerenchymzellen.

II. Ol. Sabinae, Sadebaumöl (Bd. II S. 765). Im Destillationswasser des Sade-baumöls sind Diacetyl, Methylalkohol und Purfurol nachgewiesen worden. Vgl. hierüberdas bei Bayöl Gesagte, S. 285.

Das in Südfrankreich destillierte Sadebaumöl wird größtenteils von der inden Mittelmeerländern einheimischen Juniperus phoenicea L. gewonnen, die dem echtenSadebaum sehr ähnlich ist. Das Öl verhält sich wie ein mit Terpentinöl versetztes Sade-baumöl und soll das letztere wegen seiner Unwirksamkeit nicht ersetzen können. Dasnoch wenig bekannte Destillat von Juniperus thurifera var. gallica De Coincy soll dagegenwirksamer sein.

Saccharinum. (zu Bd. n s. 766.)

Reaktion. Als Reagens auf Saccharin benutzt Bieglee eine Lösung von dia-zotiertem Paranitranilin. Man erhält sie, wenn man 2,5 g p-Nitranilin in 25 com Wasserund 5 ccm reiner Schwefelsäure löst, die klare Lösung mit 25 com Wasser verdünnt, derFlüssigkeit eine Lösung aus 1,5 g Natriumnitrit in 20 ccm Wasser zufügt und nachkurzer Zeit auf 250 ccm auffüllt. Dieses Reagens hält sich im Dunkeln lange Zeit un-zersetzt. Man versetzt nun eine Lösung von 12 cg Saccharin und 2 Tropfen 10 proz.Natronlauge in etwa 10 ccm Wasser tropfenweise unter Umschwenken mit so viel Reagens,daß die grüngelbe Farbe der Flüssigkeit verschwindet (etwa 10 Tropfen), schüttelt imScheidetrichter mit 10 ccm Äther aus, trennt die Ätherschicht ab und fügt ihr 20 bis30 Tropfen 10proz. Natronlauge zu. Dabei entsteht an der Berührungsschicht der beidenFlüssigkeiten ein grüner Ring, und beim Schütteln färbt sich die Ätherlösung grün.Schüttelt man die abgetrennte grüne Ätherlösung mit Ammoniak, so färbt sich diesesblaugrün, während die Ätherschicht entfärbt wird. Ist Salicylsäure zugegen, so stört siedie Reaktion; die Ätherlösung bleibt zunächst farblos, mit Natronlange geschüttelt wirddiese rot, schüttelt man die abgetrennte Ätherlösung mit Ammoniak, so färbt sich diesesviolett. Die Reaktionen fallen um so charakteristischer aus, je reiner das Saccharin (oderdie Salicylsäure) abgeschieden war.

Süßstoff-Sandoz ist von der Chem. Fabrik vorm. Sandoz in Basel nach eigenem Ver-fahren hergestelltes Benzoesäuresulfinid.