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Erg.Bd. (1908)
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579
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Ruta. Sabadilla.

Ruta. (Zu Bd. II S. 761.)

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Ruta graveolens L.

Bestandteile, Wirkung. Nach Schilling läßt sich außer dem Glukosid Rutinund dem toxisch wirkenden ätherischen Öle (Methylnonylketon) ein Harz isolieren,das eine stärkere Wirkung als das Öl besitzt. Danehen wurde ein Bitterstoff mit wenigertoxischen Eigenschaften gefunden, jedoch kein Cumarin, das nach früherer Ansicht inR. graveolens enthalten sein soll.

Das zu mindestens 80 Proz. im Öle enthaltene Methylnonylketon wirkt stärker aufTänien als auf Askariden, ist aber nicht als Anthelminticum zu betrachten, da es aufdas Zentralnervensystem wirkt. Das Harz wirkt stärker auf Askariden und schwächer aufTänien.

Ol. Rutae, Rautenöl. (Bd. II S. 762.)

Die Lösung des Rautenöls in 70 proz. Alkohol ist bisweilen durch ausgeschiedenesParaffin getrübt.

Zusammensetzung. Außer Methylnonylketon, CH 3 CO C 9 H 19 , und Methylheptyl-keton, CH 3 -CO-C 7 H 15 , enthält Rautenöl auch die diesen Ketonen entsprechenden sekundären

CH,

CH 3

Alkohole Methylnonylcarbinol, p 3 >CHOH, und Methylheptylcarbinol, p ^ l3 >CH0H;

ferner kommen darin vor eine in alkoholischer Lösung blau fluorescierende basische "Ver-

NHCHbindung, die wahrscheinlich mit Methylanthranilsäuremethylester, C 6 H 4 <qqq'q-ä , identisch

ist sowie kleine Mengen von Säuren (Caprylsäure?, Valeriansäure) und nicht näher charak-terisierten phenolartigen Körpern.

Algerisches Rautenöl. Die meisten der von Algier aus in den Handel kommendenRautenöle unterscheiden sich vom französischen und deutschen Destillate dadurch, daß sieim Gegensatze zu letzteren größtenteils aus Methylheptylketon bestehen, während Methyl-nonylketon nur in geringer Menge darin enthalten ist. Infolgedessen erstarren diese Öleerst im Kältegemisch. Im übrigen weichen sie noch dadurch von dem gewöhnlichenRautenöle ab, daß sie schwach links drehen.

Poudre uterine de ROUX, Gebärmutterpulver des Tierarztes Roux in Grenoble, sollaus Artemisia camphorata, Ruta graveolens je etwa 60 g, Inula Helenium etwa 20 g, NaCl10 s bestehen.

Sabadilla. (ZuBd.ns.762.)

f Semen Sabadillae.

Beschreibung. Nestlee weist auf das Vorhandensein von Calciumoxalat-Raphiden im Sabadillsamen hin; die Raphidenzellen kommen nur vereinzelt vor, könnendaher leicht übersehen werden; sie sind etwas größer als die übrigen Parenchymzellen undfinden sich in größerer Menge in dem braunen Parenchym der schnabelartigen Erweiterung desSamens. Im Pulver sind demnach Kristallnadeln oder mit solchen gefüllte Zellen alsnormaler Bestandteil zu betrachten.

Bestandteile. Katz fand in 10 Mustern Sabadillsamen den Alkaloidgehaltzwischen 2,245,12 Proz. schwankend; er betrug im Durchschnitte 3,85 Proz., so daßvon guter Handelsware ein Mindestgehalt von 3,5 Proz. gefordert werden kann.

Wirkung. Eine Vergiftung durch Semen Sabadillae (15 g in selbstmörderischerAbsicht genommen) zeitigte folgende Erscheinungen: Erregungsstadium, Dyspnoe, Brennenim Mund, in der Speiseröhre und im Magen, Störungen der Sensibilität, Krämpfe einzelnerMuskelgruppen, Verlangsamung der Atmung, Seltenwerden und Energielosigkeit der Herz-aktion und vermehrte Darmentleerung. Ein tödlicher Ausgang wurde durch rechtzeitigeMagenspülung verhindert.

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