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Erg.Bd. (1908)
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572
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Eheum.

Von der Art des Bearbeitern bzw. Trocknens mag auch der bald mehr, bald weniger an-genehme und milde bzw. brenzlich-räucherige Geruch und Geschmack der Handelswareherrühren. Die Wurzelsammler schälen und bearbeiten die Droge nur grob; sie wird dahererst in den Speicher- und Handelshäusern an größeren Plätzen, wie Chungpa, Mien-chuusw., völlig geschält, sortiert und für den Export fertig gemacht. Das „Mundieren" ge-schieht erst am halb oder ganz trockenen fihizom.

Beschreibung. Nach Tschibch zeigen die Querschnitte des Bhizoms, daß dieMaserstrahlenkreise bei Rh. officinale beträchtlich größer und unregelmäßiger gruppiertsind als bei Rh. palmatum; während sie bei letzterer Art in einer deutlichen unregel-mäßigen Kreislinie liegen, ist ein solcher Kranz bei Rh. officinale nicht deutlich erkenn-bar, die Masern selbst sind bei letzterer Art größer und treten daher deutlicher hervor.

Bestandteile. Unsere Kenntnisse über die chemischen Inhaltstoffe des Rhabarbershaben in den letzten Jahren weitere Klärung erfahren. Tschiboh und Heubebgee habendie Rhizonie von Rh. palmatum und Rh. officinale getrennt voneinander auf ihre Be-standteile hin untersucht und gefunden: Das Rhizom von Rh. palmatum enthältChrysophansäure neben Chrysophansäuremethyläther. Der Schmelzpunkt ersterer(191°) wird durch die Beimengung' ihres Methyläthers herabgedrückt bis zu 162°. Fernerwurden Emodin vom Schmelzp. 250°, Iso-Emodin und Rhein gefunden. Bheuin-Emodin und Prangula-Emodin konnten als miteinander identisch erwiesen werden. Iso-Emodin schmilzt bei 212° und sublimiert in federartigen Kristallen. Es ist identisch mitdem Rhabarberon Hesse. Rhein, aus Pyridin umkristallisiert, bildet hellgelbe Nadeln vomSchmelzp. 314° und der Formel C 15 H 8 0 6 . Im Rhizom von Eheum officinale wurdendie gleichen Körper gefunden mit Ausnahme von Emodin, welches sich nicht nach-weisen ließ.

In den Stengeln, Blättern und Früchten der beiden Rheumarten ließen sich Oxy-methylanthrachinone makrochemisch nicht nachweisen, dagegen wurden sie mikrochemischin geringen Spuren in der Samenschale, den Markstrahlen der Stengel sowie in denBlättern und Blattstielen gefunden.

Schließlich sind im Rhabarber noch Oxydasen (Enzyme) enthalten; durch Kochenwerden sie zerstört.

Die bis jetzt aus Rhabarber gewonnenen Anthrachinonabkömmlinge, die der Drogeihre abführende Wirkung' erteilen, sind also: Chrysophansäure = Dioxymethylanthra-chinon, Emodin = Trioxymethylanthrachinon, Rhein = Tetraoxymethylanthrachinon undRheochrysin =Trioxymethylanthrachinonmethoxyd. Diese Verbindungen bestehen imRhabarber in Form von Glukosiden; Tschikch nennt sie Anthraglukoside zum Unter-schied von den ebenfalls im Rhabarber vorkommenden Tannoglukosiden, denen abereine abführende Wirkung nicht zukommt. Letztere bedingen vielmehr die tonische, leichtadstringierende Wirkung.

Die abführende Wirkung auf den Darm üben also nur die Anthraglukoside und ihreUmsetzungs- und Spaltungsprodukte, die freien Oxymethylanthrachinone, aus; nachEsslemont und Asheb bewirken von Chrysophansäure 0,5 g, von Emodin 0,2 g eine Ver-mehrung der Darmperistaltik.

Von Eheumgerbstoffen werden genannt Glukogallin, Tetrarin und Ca-techin. Gobis und Ceete vertreten die Ansicht, daß die gerbstoffhaltigen Verbindungensieh mit den Anthrachinonabkömmlingen zusammen in ein und denselben Zellen finden, esist daher möglich, daß die Anthrachinone sich auf Kosten der Gerbstoffe bilden.

Wertbestimmung, Prüfung. Die Wertbestimmung des Ehabarbersgründet sich auf die Ermittelung der freien und gebundenen Oxymethylanthrachinone,denen man die abführende Wirkung zuschreibt. Mit Hilfe des nachstehenden, von Tschiechausgearbeiteten kolorimefrischen Verfahrens bestimmt man den Gehalt an freien Oxy-metliylanthrachinonen in der Erwägung, daß die gleichzeitig vorhandenen Anthraglukosidesich durch Schwefelsäure leicht hydrolysieren lassen. Die Oxymethylanthrachinone können dannmit Äther quantitativ ausgeschüttelt werden; aus der ätherischen Lösung gehen sie ebenfalls