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Erg.Bd. (1908)
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573
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Rheum.

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quantitativ und mit kirschroter Farbe in kalihaltiges Wasser über. Bei guten Rhabarber-sorten ist die Farbe rein rot, bei weniger guten gelblichrot. Als Vergleichsflüssigkeitdient eine wässerige Aloe-Emodinlösung, die eine Spur Kalilauge enthält; die Emodin-lösung ist in verdünntem Zustande wochenlang haltbar.

Man verfährt nach Tschieoh in folgender Weise: 0,5 g des feingepulverten Rhabarberswerden mit 50 ecm 5proz. Schwefelsäure 1 / i Stunde am Rückflußrohr gekocht. Nach demErkalten wird die Flüssigkeit, ohne sie zu filtrieren, mit 50 com Äther ausgeschüttelt undder Äther abgetrennt. Das Ausschütteln wird so lange mit je 50 cem Äther fortgesetzt, bisder Äther farblos bleibt und verdünnte Kalilauge ihn nicht mehr rot färbt; dann wird diewässerige Flüssigkeit vom Äther befreit, nochmals */ 4 Stunde am Rückflußrohre gekocht undnochmals mit je 50 ecm Äther wiederholt ausgeschüttelt. Die Ätherauszüge werden ver-einigt und mit 5proz. wässeriger Kalilauge so lange ausgeschüttelt, als sich die Kalilauge nochrot färbt (etwa 200 g). Die vereinigten alkalischen Lösungen werden auf 500 ecm aufgefülltund 100 ecm dieser Urlösung auf 1 1 verdünnt. Nimmt man von dieser letzteren Lösung350 com und füllt auf 1 1 auf. so soll die Flüssigkeit, in dem Literkolben auf weißem Papierbetrachtet, noch deutlich kirschrot gefärbt sein und mindestens die gleiche Farbentiefe be-sitzen wie eine Aloe-Emodinlösung 1:1000000.

Hiernach lassen sich alle gehaltreichen Rhabarbersorten, die durchschnittlich 2,8 bis4 Proz. Oxymethylanthrachinone enthalten sollen, erkennen. Zu den Versuchen ist destil-liertes Wasser zu verwenden, weil etwa vorhandene Calciumsalze die Oxymethylanthra-chinone ausfällen. Das kolorimetrische Verfahren dürfte für die Wertbestimmung desRhabarbers im Apothekenlaboratorium ausreichend sein. Neuerdings geben Tschibch undIdnee ein weiteres quantitatives Verfahren zur Wertbestimmnng des Rhabarbers an,welches sich auf die Thatsache stützt, daß man Phenole als Oxyazokörper mittels p-Dia-zonitrobenzol quantitativ ausfällen kann. Da nun die Oxymethylanthrachinone Phenol-charakter besitzen, so gilt die genannte Reaktion auch für diese.

Bei der f Chrysophansäure z. B. geschieht die chemische Umsetznng nach folgenderFormel:

C 6 H 4 (N0 2 )N.NC1 -f C 15 H 8 0 2 (0H) 2 + 3 NaOH= [C 6 H 4 (N0 2 )N. N. C 15 H 7 0 2 (0Na) 2 ] + NaCl + 3 H 2 0.

Das Gewicht des Niederschlages verhält sich zum Gewichte des in ihm enthaltenenChrysophanols wie 4,47:2,54 (rund 4,5:2,5). Näheres über dieses Verfahren siehe Archiv derPharmacie 1907 und 1908.

Nach vorstehenden Verfahren wurde der Gehalt der verschiedenen chinesi-schen Rhabarbersorten an Oxymethylanthrachinonen zwischen 2,54 Proz.schwankend ermittelt: in der Regel beträgt er bei gutem Rhabarber etwa 33,5 Proz.Europäische Rhabarbersorten zeigen niedrigeren Gehalt; es wurde gefunden in engli-schem Rhabarber 1,81,96 Proz., französischem 1,87 Proz., österreichischem 1,6 Proz.;Rheum Rhaponticum ergab nur 1,2 Proz.

Den Aschegehalt gibt Ph. Nederl. IV zu 516 Proz., Ph. Austr. VIII bis12 Proz. an.

Zur Unterscheidung des Rhabarbers von Rhapontikwurzel gibt Tschibchnachstehende Prüfungsmethode an, die sich darauf gründet, daß nur die Rhapontikwurzelvon Rh. Rhaponticum L. das farblose Glukosid Rhaponticin enthält:

10 g des Wurzelpulvers werden mit 50 com verdünntem Alkohol 7 4 Stunde gekochtund dann filtriert. Das Filtrat wird auf 10 com eingedampft, wobei darauf zu achten ist, daßder Spiritus ganz verdunstet. Das wird dadurch erreicht, daß man weiter eindampft und denRückstand mit Wasser wieder auf 10 com ergänzt. Nach dem Erkalten wird mit 1015 ecmÄther geschüttelt. Auch nach 24 Stunden ist der Auszug von echtem Rhabarber nochklar, aus dem von Rhapontik dagegen hat sich ein beträchtlicher kristallinischer Boden-satz gebildet, der, wie die mikroskopische Beobachtung lehrt, aus farblosen, nadelartigenPrismen besteht und sich bei längerem Stehen noch weiter vermehrt, so daß schließlich derBoden des Gefäßes von einer Kristallkruste bedeckt ist. Filtriert man den kristallinischenNiederschlag ab, wäscht ihn mit Wasser und trocknet ihn, so erhält man Kristalle, die sichmit Schwefelsäure purpurrot färben; die Farbe schlägt bald in Orange um. Aus Rhapontik-wurzel wurden 1,42 Proz. Rhaponticin erhalten.