Polygomim.
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gebracht. Wenn auch die dafür gemachte Reklame viel zu weit geht, so steht man dochnicht an, der Droge einen gewissen Wert bei Lungen- und Halsleiden zuzuschreiben; dieneue Ph. Austr. VIII hat sogar Herba Polygoni (v. P. aviculare) als offizineil aufgenommen.Hobst fand im Kraute des gemeinen Knöterichs (P. Persicaria): 10,07 Proz. Wasser,6,53 Proz. Asche, 0,053 Proz. ätherisches Öl, 1,92 Proz. Wachs, 1,52 Proz. Tannin, 5,42 Proz.Schleim- und Pektinstoffe, 2,18 Proz. Oxalsäuren Kalk, 3,24 Proz. Zucker. Das ätherischeOl soll zum größten Teile aus einem Gemenge flüchtiger Fettsäuren (Essig-, Buttersäure)bestehen und eine kristallinische, kampherartige Substanz, Persicariol genannt, enthalten.Zu ähnlichen Ergebnissen wie Hokst gelangte Lebbin bei seinen Untersuchungenvon Polygomim avicularc deutscher und russischer Herkunft. Neuerdings wendet man dasKraut auch mit der Wurzel an.
II. PolygOnUtTl Bistorta L. Die wirksamen Bestandteile der Wurzel von P. Bis-torta bestehen nach Iljin in einer Reihe von Gerbstoffen besonderen Charakters, diesich vom gewöhnlichen Tannin unterscheiden. Die Gerbstoffe sind amorph; der eine,0 38 H 3i 0 18 , ähnelt dem Gerbstoffe der Tonnentillwurzel, der andere, C 20 H 2 o0 9 , dem derRatanhiawnrzel.
III. Polygomim CUSpidatum Sieb. Und ZUCC. ist nach Gobis und CbSte eine wert-volle Abführdroge, doch kommt von dieser Knöterichart, die in Frankreich ihres schönen Äus-seren wegen oft angebaut wird und sich durch ungewöhnlich lange Rhizome auszeichnet, nurdas Rhizom als Arzneidroge in Anwendung. Es enthält in der Rinde und in ihrer jüng-sten Entwicklung auch im ganzen Wurzelgebiete reichlich Emodin. Die Genannten fandenin der getrockneten Rinde 1,2 Proz., im getrockneten Mark 1,4 Proz. und im ganzen ge-trockneten Rhizom 0,67 Proz. Emodin; sie empfehlen, von älteren Rhizomen nur die ge-pulverte Rinde therapeutisch anzuwenden und von dieser etwa das Doppelte der gebräuch-lichen Rhabärberdosen zu geben. Junge Rhizome (bis zur Dicke eines Bleistiftes) können,da sie in allen ihren Teilen reichlich Emodin enthalten, ganz gepulvert werden. DaPolygonum cuspidatnm sich leicht anbauen läßt, so glauben Gokis und Crete, daß eineKultur der Pflanze nicht aussichtslos wäre.
IV. Polygonum dumetorum L. Das Kraut dieser in Europa sehr verbreitetenPolygonacee (Heckenknöterich) wurde von Tunmann als gut wirkendes Abführmittel,das den Sennesblättcrn und der Faulbaumrinde gleichkommt, empfohlen. Charakte-ristisch für die Pflanze sind der hohle, kahle Stengel mit wechselständigen herzförmigenBlättern, die bekannte Ochrea (walzenförmige Stengelscheide), die kleinen, zu vielglied-rigen Ähren vereinigten Blüten mit korollinischem Perigon und die dreikantigen, glänzend-schwarzen, platten, nußartigen Früchte. Das Kraut wird besonders bei chronischer Ver-stopfung in Form einer Abkochung 10:200 empfohlen; zur Anwendung soll der ganzeoberirdische Teil der Pflanze kommen, demnach also Stengel und Blätter mit Blüten bzw.Fruchtständen. 100 Teile frisches Kraut geben 25 T. trockenes, 100 T. Blätter 19 T.trockene.
Die abführende Wirkung dieser neuen Droge beruht wahrscheinlich auf ihrem Ge-halte an Tanno- und Anthraglukosiden, möglicherweise auch auf einem Gehalte anEmodin. Caesar & Lobetz beabsichtigen, das Kraut in größerem Maßstabe sammeln zu lassen.
Crescentpillen und -Tee der Firma „Tisania" bestehen aus Calamintha AcinosCiairr. 40,0, Polygonum aviculare 20,0, Polygonum Persicaria 10,0, Polygonum Convol-vulvus 10,0, Anthemis arvensis 20,0. Bezugsquelle: B. Zimmer in Weingarten, Württemberg.
Gördels Tee soll russischer Knöterich sein.
Knöterichtee, russischer, Weidemanns besteht aus Herba et Radix Polygoni avi-cularis.
Polypec, Tee gegen Lungenleiden usw., der Polypec-Gesellschaft m. b. H. in Lieben-bürg, soll eine neue Form von Weidemanns Knöterichtee sein.
Spergulamella gegen Husten von Otto Schulz in Berlin W. soll Bienenhonig mitSaft des russischen Knöterichs sein.
Stlckes Tubcrkeltod, eine „Eiweiß-Kräuter-Kognak-Emulsion" aus der Chem. FabrikHainholz-Hannover, soll nach Angabe des Fabrikanten bestehen aus: Fruct. Adonson., Herb.