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Erg.Bd. (1908)
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556
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Pagostemon. Polygonum.

IL Podophyllinum, Podophyllumharz. Die Bezeichnung Podophyllin für dasPodophyllumharz hält Lohmann für wenig glücklich, da es sich weder um ein Alkaloidnoch um ein Glukosid handelt: er schlägt als richtigere BezeichnungPodophyllum-harz" vor. Die Vorschriften zur Gewinnung des Podophyllins lauten sehr verschieden;einige Arzneibücher (Germ., Helvet.) lassen dasselbe einfach aus dem weingeistigen Aus-zuge der Wurzel mit Wasser ausscheiden, andere (Brit., U. St.) geben besondere Vor-schriften mit Zusatz von Salzsäure usw. (vgl. Bd. II S. 687). Nach Lohmann erhältman je nach Anwendung eines dieser Verfahren in bezug auf Ausbeute, Farbe undLöslichkeit ganz verschiedene Produkte, so daß es durchaus nicht gleichgültig ist, welcheMethode man wählt. Podophyllin, als Wurmmittel angewandt, wirkt nicht direkt auf dieWürmer selbst ein, sondern verändert in ganz besonderem Maße die Darmepithelien, wo-durch das Anhaften der Würmer verhindert und so eine indirekte Wirkung erzielt wird.Man hat Podophyllin als Mittel gegen die in Bergwerksbezirken auftretende Wurmkrank-heit mit Erfolg angewendet.

Prüfung nach Dott: Schüttelt man 0,5 g Podophyllin mit 60 ccm 5proz. wässe-rigem Ammoniak innerhalb 5 Minuten öfter um, filtriert dann und wäscht aus, bis dasWaschwasser farblos erscheint, so sollen nach dem Trocknen des Filters im Wasserbadenicht mehr als 15 Proz. des zur Prüfung angewendeten Podophyllins als unlöslicher Rück-stand hinterbleiben. Das Harz aus P. Emodi hinterläßt bedeutend mehr, etwa 50 Proz. un-lösliche Anteile.

Typhus-Tabletten. Nr. I. Für den Anfang der Krankheit: bestehen aus 0,131 gPodophyllin, 0,077 g Kalomel, 0,077 g Guajakolcarbonat, 0,077 g Menthol und 0,033 g Euca-lyptol. Nr. II. Für den dritten und vierten Tag bestimmt: 0,131 g Podophyllin, 0,077 gKalomel, 0,077 g Menthol, 0,077 g Thymol, 0,016 g Guajakolcarbonat und 0,033 g Eucalyptol. Nr. III. 0,2 g Guajacolcarbonat, 0,066 g Thymol, 0,033 g Menthol und 0,165 g Euca-lyptol.

Pogostemon. (zu Bd. n s. 689.)

Ol. foliorum Patchouli, PatchouUöi.

Eigenschaften. Die im Bd. II S. 689 angegebenen Eigenschaften beziehen sich aufdie in Europa destillierten Öle, während die importierten spezifisch leichter sind,schwächer drehen und sieh meist auch schwerer lösen. Die Unterschiede dürften haupt-sächlich auf die verschiedene Destillationsart zurückzuführen sein, doch ist nicht ausge-schlossen, daß viele Öle von Indien aus verfälscht in den Handel kommen, da sich durchZusatz von Cedernöl oder Cubebenöl zu den europäischen Destillaten Öle von der Art derimportierten herstellen lassen. Der Nachweis derartiger Verfälschungen erfordert eine sehreingehende fachmännische Untersuchung und ist trotzdem nicht immer mit Sicherheitzu führen.

Zusammensetzung. Außer Patchoulialkokol und Sesquiterpenen (Patchoulen,C 15 H 24 ) sind im Patchouliöle folgende Bestandteile in kleinen Mengen enthalten: Benz-aldehyd, Zimtaldehyd, Eugenol, ein rosenartig riechender Alkohol, ein Keton und zweinarkotisch riechende Basen. Das Vorhandensein von Cadinen konnte neuerdings an authen-tischem Material nicht konstatiert werden. Auch die neueren Untersuchungen habenkeinen Aufschluß darüber gebracht, welchen Stoffen das Patchouliöl seinen charakteristi-schen Geruch verdankt.

Polygonum. (zu Bd. n s m.)

I. Polygonum aVICUlare L. (P. Persicaria L.) Das Kraut des gewöhn-lichen oder russischen Vogelknöterichs wird wieder unter verschiedenen Bezeichnungen(Weidemanns Knöterichtee oderrussischer" Knöterich = Homeriana-Tee von früher) alsMittel bei Hals- und Brustleiden, sogar gegen Schwindsucht angepriesen und in den Handel