Druckschrift 
Erg.Bd. (1908)
Entstehung
Seite
550
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

550

Piper.

Von Bedeutung ist noch

IV. Sibirisches FictltennadelÖl, als dessen Stammpflanze einerseits Abies siU-rica, andererseits Larix sibirica Ledeb. genannt wird. Produktionsg-ebiet des Öles istdas Gouvernement Wjatka, während Sibirien selbst nur geringe Mengen liefert.

Eigenschaften. Farbloses Öl von kräftigem, balsamischem Aroma. Spez. Gew.(15°) 0,9050.925. Opt. Drehung (100 mm-Rohr)37° bis43°. Es gibt mit demgleichen Teile 90proz. Alkohol eine klare Lösung.

Zusammensetzung. Der charakteristische Bestandteil des sibirischen Fichten-nadelöles ist das Bornylacetat (vgl. Bd. I S. 589), das zu 2940 Proz. darin enthalten ist.Außerdem kommt Borneol auch in freier Form in dem Öle vor. Von Terpenen (C l0 H 16 )sind 1-Pinen und 1-Camphen nachgewiesen worden.

Electricum, ein Rheumatismusmittel von Otto Reichel in Berlin, soll Tiroler Kiefer-nadel-Waldwollöl sein.

Fluinol, früher Fluorpinol genannt, ist ein mit ätherischen Ölen versetztes alkoho-lisches Kiefern- und Fichtennadelfluidextrakt, welches als Zusatz zu Bädern, Gurgel- undWaschwässern, Inhalationen usw. Anwendung finden soll. Fabrikant: Apotheker AlfkEDSchmidt in Basel. Nach Zeexik ist das Fluinol eine mit Fluorescein versetzte, schwachammoniakalische, weingeistige Lösung von etwa 67 Proz. Kiefernadelölen.

Lignosulfit, Lignosulfln, ist ein bei der Cellulosefabrikatien gewonnenes Nebenprodukt,welches neben Sulfiten noch aromatische Bestandteile des Holzes enthält. Es wurde alsinnerliches Desinfiziens und Antiseptieum gegen Diphtherie und Tuberkulose in Form vonInhalationen mittels besonderer Apparate empfohlen. Fabrikant: Lignosulfit-Gesellschaft inHallein bei Salzburg.

Pmocapsinfluid enthält in 100 Teilen 10 T. Oleum Pini sylvestris, 10 T. LiquorAmmonii caustici, 20 T. Fructus Capsici annui, 50 T. Alkohol methylicus, 5 T. Äther, 3 T.Camphora, 2 T. Olea aetherea (Rosmarin, Thymian, La Wendel u. a.). Fabrikant: Chem.Fabrik Falkenberg in Falkenberg-Grünau bei Berlin.

Pinus-Suppositorien und -Vaginalkugeln enthalten Extractum Pini canadensis. Siesollen bei den verschiedensten Unterleibskrankheiten, besonders in der Frauenpraxis, An-wendung finden Bezugsquelle: Schmitt & Wildenhayn in Darmstadt.

Silvanaessenz, die mittels des Silvanadesinfektors zur Verdunstung gelangt, um dieZimmerluft zu reinigen, enthält die ätherischen Öle verschiedener Nadelhölzer und ihrerSprossen. Fabrikant: Chemische Fabrik Max Elb, G. m. b. H. in Dresden.

Aether Pini silvestris (Sachs. Kr.-V.).Tip. Oleum Pini silvestris Sibirici 20,0Oleum Lavandulae 2,0

Oleum Lini 5,0

Alcohol absolutus 5,0

Aether Petrolei ad 100,0.

Piper. (Zu Bd. II S. 634.)

I. Piper nigrum L

a) Fructus Piperis.

Handelssorten. Nach Gladhill kennt man im Handel von schwarzenPfeffersorten: Singapore-Pfeffer (beste Handelsmarke), Tellicherry-Pf. (dem erstenfast gleichwertig), Aleppy-Pf. (aus Indien), Trang-Pf., Lienburg-Pf. (aus Japan),Lampong-Pf. (aus Holländisch-Sumatra), Sumatra-Westküste-Pf., Acheen-Pf. (ausHolländisch-Indien);

b) Semen Piperis. Weiße Pfeffersorten: Coriander-Pf., weißer Singa-pore-Pf., weißer Penang-Pf., geschälter weißer Pf.

Verfälschungen und Surrogate des Pfeffers und des Pfefferpulvers:

1. Mohnsamenpreßkuchen mit äußerst charakteristischen, regelmäßig sechseckigen,ohne Zwischenräume aneinander schließenden Zellen, deren Wandungen eigenartig ver-dickt sind.

2. Weinbeerkernpulver.

3. Cocos- (S. 217) und Steinnußschalen sowie Steinnußabfälle.

4. Hirse, Kleie und Mais; schon äußerlich beim Absieben durch hellere Färbungkenntlich.