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Erg.Bd. (1908)
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Piper.

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5. Schwarzer Pfeffer in Körnern war zur Erhöhung seines Gewichtes mit einer Hülleaus Mehl, Kreide und Umbrabraun umgeben; der Zusatz betrug 32 Proz, des Gesamt-gewichtes.

6. Unansehnlicher schwarzer Pfeffer war durch Überzüge aus Ton bzw. Schwerspatoder Kreide in den teureren weißen Pfeffer verwandelt.

7. Pfefferpulver enthielt als absichtliche Beimengung die Früchte von Myrsineafricana L. und Bmbelia ribes Burm. Der Nachweis gelingt folgendermaßen: Man ziehtden verdächtigen Pfeffer mit Äther aus und setzt dem Auszuge wenig Wasser sowie einigeTropfen Ammoniak zu; bei Gegenwart der genannten fremden Früchte tritt eine rotvioletteFärbung der wässerigen Flüssigkeit ein, die bei reinem Pfeffer unterbleibt.

8. Ein äußerst raffiniert hergestelltes Pfeffersurrogat gelangte von Frankreich aus zumAngebot: Es handelte sich um Leguminosensamen (wahrscheinlich Pisuni oder Lathyrus),die man durch verschiedene Manipulationen pfefferähnlich gemacht hatte. Die schwarzeFarbe brachte man durch Einwirkung einer Eisensalzlösung auf die gerbstoffhaltige Samen-schale, den scharfen Geruch durch Tränken mit Capsicumtinktur und das runzliche Äußeredurch scharfes Trocknens über Feuer hervor. Die so präparierten Samen sollten angeblichvon einer den Piperaceen nahe verwandten Pflanzengattung Japans stammen und einenvollkommenen Ersatz für Pfeffer abgeben.

Beurteilung und Prüfung. Nach Gladhills zahlreichen Untersuchungen dienenfolgende Anhaltspunkte zur Beurteilung des Pfeffers: Asche bei schwarzem Pfeffer nicht mehrals 6,5 Proz., bei weißem nicht über 3 Proz.; Ätherextrakt bei ersterem 7,510 Proz., beiletzterem 69 Proz. Der Piperingehalt beträgt bei gutem schwarzen Pfeffer 5,59 Proz.

Die Bestimmung des Piperins geschieht nach Gladhill in folgender Weise:10 g Pfefferpulver werden mit 95 proz. Alkohol erschöpft, der Alkohol vom Auszuge ver-dampft, 100 ecm n| 10 .]Sfatriumcarbonatlösung zum Rückstande gegeben und kräftig durch-geschüttelt. Nach 24 stündigem Stehen unter öfterem Umschütteln wird das Ungelöste aufdas Filter gebracht, durch Waschen vom Alkali befreit, getrocknet und schließlieh in 95 proz.Alkohol gelöst. Die alkoholische Lösung wird in einer tarierten Porzellanschale zur Trockeneverdampft, und die zurückbleibenden Kristalle werden gewogen. Gewicht x 10 = Prozent-gehalt an Piperin.

Vom Vereine deutscher Nahrungsmittelchemiker sind neuerdings folgende Anhalts-punkte für die Pfefferbeurteilung in Vorschlag gebracht worden: Der Höchstgehalt antauben Körnern, Fruchtspindeln und Stielen bei der Handelsware betrage nicht mehr als15 Proz. Kalken und Tonen des Pfeffers ist als Fälschung anzusehen. Zur Ermittelung desSchalengehaltes im Pfefferpulver gilt die Rohfaserbestimmung als die wichtigste Prüfung.Grenzzahlen sind für schwarzen Pfeffer: nicht über 7 Proz. Asche (davon nicht mehr als2 Proz. in lOproz. HCl unlöslich) und 17,7 Proz. Rohfaser; für weißen Pf.: nicht über4 Proz. Asche (davon 1 Proz. in 10proz. HCl unlöslich) und 7 Proz. Rohfaser.

Der Verkauf des weißen gekalkten Penangpfeffers ist in Deutschland, weil gegendas Nahrungsmittelgesetz verstoßend, unzulässig.

Wirkung. Nach neueren Untersuchungen von Cablatj wirkt Pfeffer in größerenMengen genossen speziell auf die Leber schädlich; die Hauptwirkung hierbei kommt demPiperin zu.

c) Oleum Piperis, Pfefferöl (Bd. II S. 638). Die höchstsiedenden Anteile desÖles enthalten Caryophyllen (Sesquiterpen, C 15 H 24: ).

II. Piper longum L, Spadices Piperis longi (Bd. II S. 638). Die Bestandteile deslangen Pfeffers sind durch Wangebin von neuem erforscht worden. Dieser fand im Mittel:10,5 Proz. Feuchtigkeit, 0,90 Proz. ätherisches Öl, 0,19 Proz. Piperidin, 6,20 Proz.Piperin, 8,80 Proz. Eiweißsubstanz, 6,70 Proz. Fett (= Ätherextrakt abzüglich desPiperins), 4,19 Proz. lösliehe Kohlehydrate, 38,80 Proz. Stärke, 9,90 Proz. Holzfaser,7,15 Proz. Asche, 6,66 Proz. stickstofffreie Extraktstoffe (Best). Von den weiterenUntersuchungsergebnissen ist bemerkenswert, daß außer Piperin und Piperidin kein weiteresAlkaloid im langen Pfeffer nachweisbar war; die Asche enthält Mangan, das ätherischeÖl ist frei von Stickstoff und Schwefel, enthält nur etwa 2 Proz. Sauerstoff.

III. Piper Famechoni Heckel oder K'lSSipfeffer, eine neue Pfefferart, bestehtnach Baeille aus kleinen, eiförmigen Beeren, die ähnlich den Kubeben einen Stielbesitzen. Kissipfeffer enthält 4,47 Proz. ätherisches Öl, aber nur 3,6 Proz. Piperin. Dashellgelbe Öl soll stark aromatisch und für Parfümeriezwecke verwendbar sein.

IV. Piper Betle (Bd. II, S. 639, IV). Das in den Betelblättern enthaltenerisehe Öl ist von hellgelber bis dunkelbrauner Farbe, hat das spez. Gew. (15^und ist schwach rechts- oder linksdrehend.

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