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Melaleuca. Melilotus. Melissa. Mentha.
Darstellung von Kunsthonig. Einen wirklich haltbaren Kunsthonig, dem reinenBienenhonig ähnlich, zum Backen usw. sehr geeignet, erhält man nach R. Endlee auffolgende Art: Man lost wie beim Bonbonkochen 2 kg gemahlenen Raffinadezucker in ca. 1 / 2 1oder etwas mehr Wasser auf, bringt dieses auf schnelles Feuer und kocht wie beim Bonbon-kochen, schäumt den Zucker ab und läßt ihn so lange kochen, bis kleine Blasen erscheinen,worauf man 4 kg Stärkesirup hinzufügt und noch einmal aufkochen läßt. Sollte sich noch-mals Schaum zeigen, so muß dieser entfernt werden, indem das Kochen fortgesetzt wird, bis dasGanze klar ist. Dann wird vom Feuer genommen und noch während des Kochens eineMischung von 25 — 30 g Ameisensäure und 50 g Heliotropessenz oder Honigaromaessenz hinzu-getan und innig verrührt. Darauf wird der Honig sofort in Büchsen gegossen, die nach demErkalten zu verschließen sind. Solcher Kunsthonig darf natürlich nur unter entsprechen-der Deklaration, die seine Herkunft erkennen läßt, gehandelt werden!
Mel rosatum (Pharm. Helv.). 100,0 Rosenblüten werden mit 8,0 Weingeist und40,0 Wasser durchfeuchtet. Dann wird mit einer Mischung aus 1,0 Weingeist und 5,0 Wasserperkoliert, bis 80,0 Vorlauf erhalten wurden. Nach Zusatz von 10,0 Glycerin zum Nach-lauf werden 100,0 Fluidextrakt hergestellt. 10,0 dieses Extraktes werden mit 90,0 gereinigtemHonig gemischt.
Körbers Heilmittel gegen Lungentuberkulose von Stephan Körber besteht vor-nehmlich aus Butterfett und Honig mit etwas Katechu und Teerwasser. (Kochs.)
Traubenbrusthonig, rheinischer, von W. H. Zickenheimer in Mainz, besteht ausmit Zucker eingedicktem Traubensaft.
Melaleuca. (zu Bd. n s. 368.)
Oleum Cajeputi, Cajeputöl. Spez. Gew. (15°) 0,919—0,930. Optische Drehung(100 mm-Rohr) schwach links, bis —3° 20'. Die Bestimmung des Cineolgehaltes kannnach den bei Eucalyptusöl angegebenen Methoden (S. 281) ausgeführt werden; gute Cajeput-öle enthalten wenigstens 50—60 Volumprozente Cineol (Eucalyptol, Cajeputöl).
Gomenol wird das ätherische Öl von Melaleuca viridiflora, Myrtaceae, genannt,welches gegen Lungentuberkulose und Erkrankungen der Atmungsorgane zu 0,25 g in Kapseln(täglich 4—10 Stück) gegeben werden soll. Äußerlich als Mittel bei Rheumatismus undNervenschmerzen und als 2proz. Einspritzung bei Blasenentzündung. Da die chemische Zu-sammensetzung dieses Öles nahezu dieselbe ist, wie die des Cajeputöles, so dürfte letzteresdie gleiche Wirkung haben.
MelÜOtUS. (Zu Bd. II S. 369.)
Melan soll ein Präparat aus der ganzen Pflanze des Melilotus coeruleus sein, einedunkel- bis schwarzbraune, ölartige Flüssigkeit von scharf aromatischem Geruch. Es soll un-vermischt und als Salbe mit Cera flava 2 : 3 bis 1 : 3 sowie als Zink-Magnesiapaste bei Ulcus,Herpes, Ekzemen usw. und Verbrennungen angewendet werden. Fabrikant: Apotheker Silber-stein in Wien.
Melissa, (zu bj. u s. 370.)
Melissa Calamintha L, Satureja Calamintha (L) Scheele, Bergmelisse (Bd. IIS. 372), enthält ein schwach gelbes oder grünliches, angenehm riechendes ätherisches Öl.Spez. Gew. (15°) 0,875—0,877. Optische Drehung (100 mm-Rohr) —16° 57' bis—28°12'.Selbst in 10 Teilen 90proz. Alkohols nicht klar löslich.
Amol wird ein Spiritus Melissae comp, der Amol-Werke in Hamburg genannt.
Mentha.
(Zu Bd. II S. 370.)
Arten und Kultur. Mentha piperita, die man für einen Bastard zu haltengeneigt ist, erklärt Fhickhinger für eine besondere reine Art, die in Deutschland nurdeshalb nicht zur Samenbildung gelangt, weil gewisse Nebenumstände, vielleicht auch dasInsekt, das z. B. in England die Befruchtung besorgt, fehlen. Nach Agnelli ist auch die