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Erg.Bd. (1908)
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Mentha.

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leichte Degenerierung der Samen daran schuld, daß Pflanzungen selten einheitlichenCharakter besitzen.

Von großer Wichtigkeit für die Pfefferminzölproduktion sind bekanntlich die Pflan-zungen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Nach A. Henkel gelangen dortdrei Arten von Minze zum Anbau, dieAmerican mint", auchState mint" ge-nannt, von M. piperita L., die schwarze Minzeblack mint" von M. pip. Var. vul-garis Säle und die weiße Minzewhite mint" von M. pip. Var. officinalis Säle;die beiden letzteren sind wie gesagt nur Varietäten der erstgenannten. Die amerikani-sche Minze stammt aus England und ist jetzt in vielen Teilen der östlichen Staaten ein-gebürgert; sie kommt auf feuchtem Boden von den Neuenglandstaaten bis Minnesota, süd-lich bis Florida und Tennessee vor. Die sog. schwarze Minze ist härter und ergiebiger alsdie beiden anderen Sorten und kommt für fast alle Pfefferminzkulturen in erster Linie inBetracht. Die weiße Minze liefert zwar Ol von sehr feinem Aroma, ist aber sehr empfind-lich und gibt geringere Olausbeute.

Zum Anbau der Pfefferminzpflanze eignet sich am besten Moorboden, der durch ge-nügende Entwässerung bebauungsfähig gemacht werden muß. Solcher liefert dann 6 bis7 Jahre hindurch befriedigende Ernten, während trockener Boden in der Regel schonnach zwei Ernten gewechselt werden muß. Allgemein nimmt man sonst an, daß jederBoden, der gute Getreideernten liefert, sich auch für Pfefferminzkultur eignet. Die Erntedes Krautes beginnt meist Ende August; der erste Schnitt, welcher bis Mitte Septemberdauert und die noch in voller Blüte stehenden Pflanzen trifft, gibt die beste Ausbeute anOl sowohl quantitativ wie qualitativ. Das Kraut wird nach dem Schnitt sofort ge-trocknet und dann gleich, soweit es zur Ölgewinnung in Betracht kommt, der Destillationunterworfen.

Die japanische Pfefferminze, M. arvensis DC. Var. piperascens Holmes,welche in der Hauptsache das Menthol des Handels und daneben das bei der Gewinnungdesselben abfallende flüssige japanische Pfefferminzöl liefert, wird vorzugsweise imBezirk von Kobe, ferner im nördlichen Japan bei Hokkaido, im nordwestlichen in Uzenund an einigen anderen Stellen gebaut. Je nach Klima und Lage gibt die Pflanze 13Ernten pro Jahr. Das Menthol gewinnt man aus dem mentholreichen Öl durch Ausfrieren.Über javanische Minze macht v. d. Wielen Mitteilung; es handelt sich bei dieser umM. javanica Bl. (M. lanceolata Benth.), die nahe verwandt mit M. canadensis L.ist und auch als Varietät von M. arvensis L. angesehen wird.

Aus den Versuchen Chaeabot und Hebeets geht hervor, daß Pfefferminzkulturenviel Sonnenlicht brauchen, da im Schatten gezogene Pflanzen einen geringeren Ülgehaltaufweisen. Gerade die grünen Pflanzenteile sind für die Entstehung der riechenden Ol-bestandteile von "Wichtigkeit.

Ol. Menthae piperitae, Pfefferminzöl.

Eigenschaften (Bd. If S. 374), Amerikanisches Öl. Diebeiden amerikanischenSorten enthalten 3 14 Proz. Menthol in Form von Estern und 4860 Proz. Gesamtmen-thol. Die Löslichkeit in 70 proz. Alkohol ist auch bei den Michiganölen keine besondersgute; sie lösen sich zwar in 35 Vol., die Lösung zeigt aber bei weiterem AlkoholzusatzOpalescenz bis Trübung. Die Drehung des Michiganöls beträgt zwischen18° und 29 °. Bemerkt sei, daß der in dem Hauptwerke angegebenen Farbreaktion mit Essig-säure kein besonderer Wert beizulegen ist, da die Blaufärbung, wie die Erfahrung gelehrthat, auch bei reinen amerikanischen und englischen Ölen durchaus nicht immer eintritt.

Englisches Öl. Verestertes Menthol 314 Proz., Gesamtmenthol 5166 Proz.Löslich in 24 Vol. und mehr 70 proz. Alkohols, die verdünnte Lösung opalisiert bisweilen.

Prüfung. Estermenthol. Die Menge des in Form von Ester (angenommen alsMenthylacetat, CH 3 COOC 10 H 19 ) im Pfefferminzöle enthaltenen Menthols findet man aus derEsterzahl (über die Bestimmung vgl. bei Bergamottöl Bd. I S. 856) nach der Formel:

156 x Esterzahl

Proz. Estermenthol =

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