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niak zum Gewicht von 57,5 g bereitet hat. Hierauf wird das Reagierglas mit einem Watte-bäuschehen verschlossen und 5 Minuten unter Fernhaltung direkten Sonnenlichtes in einsiedendes Wasserbad gestellt. Nach Leys umfangreichen Beobachtungen geben Naturhonige,in dieser Weise behandelt, ein Reaktionsgemisch von dunkler Farbe, das im auffallendenLichte fluoresciert, nach dem Umschütteln braunrot, durchsichtig erscheint und als besonderesKennzeichen an der Glaswandung einen braungrünlichen bzw. gelbgrünlichen Schein zurück-läßt. Kunsthonige, Honigsurrogate oder Gemische solcher mit Naturhonigen erscheinen nachgleicher Behandlung undurchsichtig, braun bis schwarz und entbehren beim Umschütteln descharakteristischen gelbgrünlichen Farbentones. Ley führt dieses verschiedenartige Verhaltenvon Naturware und Kunstprodukt gegenüber ammoniakalischer Silberlösung auf die An-wesenheit flüchtiger aromatischer Körper zurück, jener Stoffe, die man kurzweg als „Aroma"des Honigs bezeichnet.
Stadlinger bemerkt hierzu, daß er die Ley sehe Silberprobe mehrfach an Honigenmit Erfolg durchgeführt habe, bei der Beurteilung von ausländischen Honigen auf Grunddieser Probe empfiehlt er jedoch Vorsicht, da solche trotz ihrer absoluten Reinheit rechtfragwürdige Farbenerscheinungen lieferten.
Weiter bemerkt Koebnee zur Prüfung des Honigs auf Kunsthonig mittels der Ley-schen Probe, daß die hierbei auftretende charakteristische Fluorescenz lediglich auf eine kol-loidale Lösung von metallischem Silber zurückzuführen ist, die auch mit Hilfe anderer Stoffeerhalten werden kann, z. B. durch Eiweißstoffe, die der Naturhonig bekanntlich auch enthält.Würde man also einen Kunsthonig oder irgendeine reduzierende Zuckerlösung mit Hühner-eiweiß versetzen, so erhielte man ebenfalls die Ley sehe Reaktion, die folglich in ihrer ur-sprünglichen Fassung nicht die unterscheidenden Eigenschaften besitzt, die man ihr zuschreibt.Ihr Wert als Prüfungsmethode würde dagegen ein weit größerer sein, wenn, wie Ley an-nimmt, auch die flüchtigen Aromastoffe des Naturhonigs imstande sind, eine fluorescierendekolloidale Silberlösung hervorzubringen. Man wird daher besser die Ley sehe Reaktion mitdem Destillate aus dem fraglichen Honig anstellen.
5. Soltsien macht neuerdings auf eine fast regelmäßige Verunreinigung des verfälschtenHonigs aufmerksam, nämlich Spuren von Eisen, welche er in Naturhonigen bisher nochnicht nachweisen konnte. Er schlägt daher vor, auch die Prüfung auf Eisen bei der Honig-beurteilung heranzuziehen. Den Nachweis von Eisen verbindet man zweckmäßig mit dem-jenigen von Eiweiß in folgender Weise: Eine Lösung von 1 Teil Honig in 3 T. Wasser wirdmit Essigsäure angesäuert und mit Ferrocyankalium versetzt. Reine Honige geben hierbeieine kräftige Trübung und bald einen weißlichen Niederschlag, während Lösungen vonKunstprodukten eine schwächere Trübung und späterhin einen mehr oder weniger blau-gefärbten Niederschlag geben.
6. Folgende einfache Reaktion zur Erkennung und Unterscheidung von Kunsthonigenund Naturhonigen gibt Fiehk bekannt: Man verreibt in einem Mörser den zu untersuchendenHonig mit etwas Äther, filtriert dann den Ätherauszug in ein Porzellanschälchen ab und läßtbei gewöhnlicher Temperatur verdunsten. Zum völlig trockenen Rückstande setzt man einigeTropfen Resorcin-Salzsäure (lproz. Lösung in rauch. HCl); tritt hierbei eine orangeroteFärbung auf, die bald in Kirschrot übergeht, so liegt Kunsthonig vor. Naturhonige gebennach Fiehe diese Reaktion nicht, welche Tatsache sich insofern erklärt, als nur der sog.Nichtzucker der Kunsthonige in Äther lösliche Substanzen (Nebenprodukte der Inversion,speziell wohl Zersetzungsprodukte der Lävulose) enthält, welche eben die erwähnten Farben-erscheinungen bedingen.
7. Nachweis von künstlichen Farbstoffen im Honig. Nach Bömek kommenim Handel häufig künstlich gefärbte Honigsorten vor. Zum Nachweise der fremden Farb-stoffe empfiehlt es sich, die wässerige Honiglösung sowohl mit Salzsäure als mit Ammoniakzu behandeln; treten hierbei Veränderungen der Färbung ein, so lassen diese fremden Farb-stoff vermuten. Solcher läßt sich unter Umständen auch durch Schütteln der sauren oderammoniakalischen Honiglösung mit Äther, durch Ausziehen des Honigs mit Äther oder abso-lutem Alkohol gewinnen, wobei der ungelöst zurückbleibende Zucker dann seine Färbung voll-kommen verliert. Aufschluß gibt ferner die AitATAsche Wollprobe: 10 g Honig werden in50 cem Wasser gelöst, mit 10 com 10 proz. Kaliumbisulfatlösung versetzt und ein Faden un-gefärbter Wolle in dieser Flüssigkeit 10 Minuten lang gekocht. Reiner Heidehonig läßt hier-bei den Wollfaden weiß; wird er gefärbt, so liegt gefärbter Honig vor.
Es sei noch erwähnt, daß H. Stadlingee kürzlich einen ausführlichen Gang derHoniguntersuchung, der alies Wissenswerte und Bekanntgewordene über Prüfungs-methoden und Anhaltspunkte für die Beurteilung enthält, in der Pharm. Ztg. 1905, S. 356veröffentlicht hat.
Giftiger Honig wird in der Literatur mehrfach erwähnt. Die beobachteten Gift-wirkungen erstrecken sich auf Magen, Nieren und Gehirn, je nach dem Gift der Pflanze,welche die Bienen vorzugsweise besucht haben. Neuerdings erwähnt Kühn solchen wildenGifthonig aus Neuseeland, der dort in der Nähe von Sümpfen gefunden wird und beim Genußdie erwähnten toxischen Wirkungen verursacht.