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Erg.Bd. (1908)
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Mel.

honig), Melasse, Stärkezucker, Stärkesirup, Dextrosezucker, Mehl, Farb-stoffe usw. Das hauptsächlichste Verfälschungsmittel ist wohl immer noch Stärkesirup(Glukose), welchem man, um den Betrug- zu verdecken, Teile ausgeschleuderter Honig-waben zumisoht. Zwar ist echter Honig linksdrehend, Glukose dagegen rechtsdrehend,aber es ist auch bekannt, daß es Naturhonige gibt, die rechtsdrehend sind, z. B. derFichten- oder Tannenhonig, den die Bienen von den Ausschwitzungen gewisser Coni-feren usw. sammeln. Das in solchem Honig enthaltene Dextrin ähnelt dem der käuflichenGlukose, und diese Tatsache beuten die Fälscher vor Gericht zu ihrem Vorteil aus. Jetztsollen auch Gemische aus sog. Zuckerhonig (chemisch dargestellter Invertzucker) und etwa2030 Proz. billigem amerikanischem Honig in den Handel kommen, die mehr oder wenigerdie Eigenschaften das echten Honigs, soweit wir sie bis heute festzustellen pflegen, teilen.Prüfung,

1. Nachweis von Honigeiweiß nach Bräutigam. In allen natürlichen Honigartenfinden sich Eiweißstoffe, deren Nachweis zur Identifizierung des Naturhonigs herangezogenwerden kann. Bräutigam schlägt nun zur Prüfung des Honigs folgende Beaktionen vor:

a) Man löse 3,0 Honig in 3,0 Wasser, filtriere und vermische das Filtrat mit demgleichen Volumen einer kaltgesättigten Kochsalzlösung, säure mit Essigsäure an und erhitzebis zum Kochen: es soll sich eine deutliche Abscheidung von Eiweiß erkennen lassen.

b) Das von Chlornatrium möglichst befreite Honigeiweiß gebe, mit Essigsäure imÜberschuß vermischt und erwärmt, nach dem Erkalten eine trübe Lösung, welche auf Zu-satz von einigen Tropfen Chloroform sich vollständig aufhellt (Wachs). Zu diesem Versuchegenügen 25 g Honig und etwa 4 com Essigsäure zum Lösen des Honigalbumins.

c) Das Eiltrat, welches man nach der Eiweißabscheidung erhält, soll, mit einemÜberschuß von Ammoniakflüssigkeit versetzt, besonders beim Erwärmen auf 50° einen flocki-gen Niederschlag geben. Eieralbumin gibt keine, Bluteiweiß nur eine geringe Abscheidung.

d) 10,0 des Filtrates von c) vermische man mit einigen Tropfen Carbolsäure und er-hitze: es zeige sich keine Fällung. (Prüfung auf Bluteiweiß.)

e) Verdünnte Natronlauge im Überschuß, dem Filtrate von c) hinzugefügt, soll, selbstbeim Erwärmen, keine Abscheidung bewirken. (Prüfung auf Blut- und Eiereiweiß.)

2. Auf das Vorhandensein von Eiweißstoffen im Bienenhonig gründet sich auch dieMARPMANNsche Beaktion: diese beruht auf dem Entstehen von Niederschlägen nach Zusatzvon Sozojodol, Besorcin oder Pikrinsäure zur wässerigen Honiglösung. Da Eiweißstoffe injedem Bienenhonig vorkommen und ihre Menge in ziemlich engen Grenzen schwankt, so istes möglich, aus dem quantitativen Verhalten einen Schluß auf die Beinheit des Honigs zuziehen. G. Marpmann hat daher einen Apparat zur Honigprüfung angegeben, der auchdem Nichtchemiker ermöglicht, Verfälschungen im Honig zu erkennen. Der Apparat bestehtim wesentlichen aus einem empfindlichen Aräometer, einem Mischgefäß, einem graduierten Meß-glase und den nötigen Beagenzien. Zunächst wird die Honiglösung von bestimmtem Gehaltauf ihr richtiges spezifisches Gewicht geprüft, dann auf ihre Beaktion gegen Lackmuspapier,schließlich muß durch Zusatz von Sozojodolsalz zur Lösung ein Niederschlag erzeugt werden,dessen Menge nach einer Ablesung im graduierten Meßglase geschätzt wird. Auf diese Weiseläßt sich feststellen, ob der Honig zu dünn oder verdorben ist, ob Misch-, Kunst- (Zucker-)oder Kochhonig vorliegt. Der Apparat wird von der Firma Hugershoff in Leipzig miteingehender Gebrauchsanweisung in den Handel gebracht.

3. Weiterhin können nach G. Marpmann die im Honig enthaltenen Enzyme mit Er-folg zu seiner Prüfung herangezogen werden. Diese Enzyme lassen sich durch Beaktionenleicht nachweisen, entweder als Oxydasen oder als katalytische Träger von Beaktionen. Inder Praxis eignet sich nach Marpmann zum Enzymnaehweise im Honig am besteufolgende Beaktion: Man mischt eine Lösung von Paraphenylendiamin mit der wässerigen Honig-lösung (l-[-2) und setzt tropfenweise Wasserstoffsuperoxyd zu. Es färbt sich hierbei der reineSchleuderhonig blaugrau bis violett bis indigoblau. Gekochter Honig färbt sich nicht. Auchmit Guajaktinktur tritt eine Blaufärbung ein. Enzyme sind nur dann im Honig vorhanden,wenn dieser nicht über 50° C erhitzt worden war, also in den kalt hergestellten und alsLeck-, Blüten-, Schleuder- und Zentrifugenhonig angebotenen Sorten. Tritt die Enzymreaktionnicht ein, so liegt minderwertiger, d. h. heißgepreßter oder ausgekochter Naturhonig oder einZuckerhonig oder aber ein Gemisch von Honig und Zuckerhonig vor, denn auch die Misch-honige werden in der Begel durch Mischen des gekochten heißen Zuckerhonigs mit Naturhonighergestellt.

4. Silberprobenach Li; y : 5 ccm einer Honiglösung (1 -\- 2) werden in einem Beagier-glase zunächst mit 5 Tropfen einer ammoniakalischen Silberlösung versetzt, die man durchFällen einer Lösung von 5 g Silbernitrat in 50 ccm Wasser mit 10 ccm 15proz. Natronlauge,Lösen des gesammelten und mit 200 ccm Wasser gewaschenen Silberoxyds in lOproz. Ammo-