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Erg.Bd. (1908)
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Lyooris.

Die genannten Ersatzmittel waren z. T. äußerlieh, d. h. in Partie, beim Anfühlen, inder Beweglichkeit usw. dem Lycopodium täuschend ähnlich; sicheren Aufschluß gibt insolchen Fällen vor allem das Mikroskop.

Zu erwähnen bleibt noch, daß unter der Bezeichnungösterreichisches Lyco-podium" ein Ersatzmittel angeboten wurde, das sich als Pollenkörner der Kiefer er-wies. Wie G. und R. Fkitz in Wien mitteilen, bilden die Pinuspollen seit jeher inÖsterreich, vorzugsweise unter dem Namenungarisches Lycopodium", einen Handels-artikel, der in Ungarn regelrecht gesammelt und von Pirmen gekauft wird, die sichmit Vegetabilienexport befassen. Der Kiefernpollenstaub kennzeichnet sich bekanntlich zumUnterschiede vom Bärlappsamen schon äußerlich durch seine mehr schwefelgelbe Farbe,besser aber unter dem Mikroskop durch seine charakteristischen bauchigen Anhängsel. Beider Prüfung ist u. a. darauf zu achten, daß Lycopodium beim Kochen mit Wasseran dieses färbende Bestandteile nicht abgibt; Gelbfärbung des Wassers (oder auch Alkohols)deutet auf künstliche Färbung.

Es gestatten:

Ph. Germ. IV Ned. IV. Belg. III Svec. VIII U. St. VIII Jap. II I Helv. IV Austr. VII IAsche 5 Proz. 3 Proz.

Gut gesiebtes Lycopodium hat selten mehr als 23 Proz. Asche.

Der Handel mit Bärlappsamen hat unter Reklamationen sehr zu leiden.Veranlassung hierzu geben die scharfen, teilweise auch sich widersprechenden Vorschriftender Arzneibücher. Diese lassen in der Kegel bei Lycopodium einen Aschengehalt bis5 Proz. zu, verlangen aber (so z. B. Ph. Germ. IV), daß die Droge beim Schütteln mitWasser oder Chloroform an diese nichts abgebe. Da nun völlig reines Lycopodium höch-stens 12 Proz. Asche besitzt, so müssen bei einem zulässigen Aschengehalt von 5 Proz.geringe Mengen mineralischer Beimengungen, die beim Schütteln mit Chloroform natur-gemäß untersinken, gestattet sein.

Es ist kaum zu vermeiden, daß Lycopodium trotz sorgfältigster Reinigung kleineMengen erdiger Bestandteile aufweist; man denke an die mühsame Gewinnung aus derdirekt am Boden hinkriechenden Pflanze. Ein anderer Grund zur Reklamation ist häufigdas Vorhandensein vereinzelter Stärkekörner (auch Corylus- oder Pinuspollenkörner).Solche dürfen aber nicht als absichtliche Verfälschung angesehen werden. Caesar undLoeetz schreiben hierzu sehr richtig: Ein Mittel, welches das Hineinstäuben von Pollen-körnern von den Tannenbäumen oder von Stärkekörnern duTch stärkehaltigen Samen inder Nachbarschaft der Lycopodiumpflanze wachsender Pflanzen verhindert, gibt es nicht,solange man Lycopodium von der wildwachsenden Pflanze sammelt. Vereinzelte Stärke-körner mögen auch dadurch in die Handelsware gelangen, daß die Sammler in Rußland sieoft in Mehlsäcken zum Versand bringen, die noch geringe Mengen von Cerealien bergen.Werden bei der mikroskopischen Untersuchung auf 100200 Lyeopodiumsporen 12 Stärke-körner gezählt, so dürfte die Ware nicht zu beanstanden sein; man hüte sich davor, zu-sammenhängende Sporen für Kiefernpollen zu halten.

Lycoris.

Gattung der Amaryllidaceae.

Lycorin, C 32 H 32 N 2 0 8 , ein Alkaloid aus Lycoris radiata Miq., einer in Japan aufWiesen wild wachsenden Pflanze, bildet farblose Kristalle, die sehr schwer in Wasser, Alkoholund Äther löslich sind. Das salzsaure Salz kristallisiert aus Wasser in glänzenden Nadeln,welche bei 208° C schmelzen. Das Lycorin gehört in pharmakodynamischer Beziehung zuder Gruppe des Emetins und bedingt die Wirkung der Pflanze, welche hauptsächlich alsBrech- und Purgiermittel verwendet wird. Fabrikant: Chininfabriken Zimmer & Co. in Frank-furt a. M.