Loretinuin. Lnpulus. Lycopodinm.
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Loretinum. (Zu Bd. n s. 310.)
Griserin, der Griserinwerke G. m. b. H. in Berlin, ein zur Behandlung der Schwind-sucht und anderer Infektionskrankheiten angepriesenes Mittel, ist ein Gemisch von Loretin(m-Jod-o-oxychinolin-anasulfosäure) mit 6,75 Proz. Natriumbicarbonat. (Zernik.) In neuererZeit kommt unter dem Namen Griserin zu gleichem Zweck ein Gemisch aus 20 Proz. Natr.bicarbonic. und 80 Proz. Jodoxychinolinsulfosäure in den Handel (K. Kobert).
Loretin-Sodatabletten, eine Mischung aus Soda und Loretin, lösen sich in 1 1 heißemWasser leicht zu einer hellgelblich gefärbten Flüssigkeit von stark keimtötenden Eigenschaften.Fabrikant: Chem. Fabrik Helfenberg Akt.-Ges. in Helfenberg i. Sachsen.
LUpillUS. (Zu Bd. II S. 311.)
a) Strobili Lupuli. Bestandteile. Keller fand in Saazer Hopfen: Wasser9,90 Proz., ätherisches Hopfenöl 0,13 Proz., in Weingeist Lösliches 20,12 Proz., davon Harz14,57 Proz.; organische Stoffe und Asche des Weingeistrückstandes 11,24 Proz., in WasserLösliches 5,42 Proz., Gerbsäure im wässerigen Auszuge 2,52 Proz., Asche (kohlensäurefrei)10,01 Proz., Kohlensäure in 100 Teilen Asche 8,41 Proz., Sand 0,91 Proz.
Hantke und Kremer wollen neuerdings aus dem Hopfensamen ein nicht flüchtigesAlkaloid isoliert haben, das in leicht zerfiießlichen Nadeln kristallisiert; Schmelzp. 90bis 92° C. Aus dem Hopfenmehl (Lupulin) und den Doldenblättern konnte das Alkaloidnicht erhalten werden.
b) Glandulae Lupuli, Lupulinum. Die Arzneibücher lassen allgemein Lupulinmit 10 Proz. Asche zum Arzneigebrauch zu. Die neue Pharm. Nederl. IV hat denAschegehalt auf 6 Proz. herabgesetzt, was Caesar und Loretz für keine glückliche Forde-rung halten. Der Aschegehalt der naturellen gesiebten Ware schwankt in der Regelzwischen 14—20 Proz.; durch sorgfältige mechanische Reinigung (Sieben u. dgl.) istaber ein niederer Aschegehalt als 10 Proz. kaum zu erreichen, hierzu ist ein Schlämm-prozeß nötig, durch den aber die Droge sowohl im Geruch wie in der Farbe eine Ver-schlechterung erleidet, der gegenüber der etwas niedrigere Aschegehalt durchaus keineVerbesserung bedeutet. Lupulin mit 10 Proz. Asche soll eine lebhafte gelblichgrüne Farbeund frischen kräftigen Geruch besitzen.
Extractum Lupuli (Hambg. Vorschr.). 2 Teile mitterfein zerschnittene Hopfen-zapfen werden mit einem Gemisch aus 4 T. Weingeist, 6 T. Wasser bei 15—20° 4 Tagestehen gelassen. Der nach dem Abpressen verbleibende Rückstand wird mit einem Gemischaus 2 T. Weingeist und 3 T. Wasser 24 Stunden in derselben Weise behandelt. Die abge-preßten Flüssigkeiten werden zu einem dicken Extrakt eingedampft.
Lycopodium. (zu Bd. n s. 314.)
Verfälschungen und Prüfung. Der in den letzten Jahren häufig stark nachoben anziehende Preis für Lycopodium hat zahlreiche, sehr geschickt gemachte Ersatzmittelbisher noch unbekannter Art erscheinen lassen. Es sind u. a. beobachtet worden: 1. Feingemahlenes Bastpulver einer nicht näher charakterisierten Pflanze, das allerdings dunklerwar als Lycopodium. 2. Feinst gepulverter und mit einem künstlichen (Teer-?) Farbstoff nach-gefärbter Bernstein; dieses Substitut machte sich durch das Schmelzen beim Veraschen sowiedurch den dabei auftretenden stark harzigen Geruch verdächtig. 3. Ein in Frankreich an-gebotenes Ersatzmittel, das aus präpariertem österreichischem Fichtenharze bestanden habensoll. Die Zubereitung soll in der Weise vorgenommen worden sein, daß man das Harzbei einer seinem Schmelzpunkt nahe kommenden Temperatur getrocknet und dann mitgasförmigem Ammoniak behandelt hat. 4. Ein aus Maisstärke hergestelltes Präparat. DieMaisstärke war zu diesem Zwecke einem kurzen Böstprozeß unterworfen und mit Methyl-orange nachgefärbt worden. Durch den Böstprozeß waren die Bänder der Stärkekörnerteilweise verquollen.