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Linaria. Lindnera. Linum.
der linksdrehenden (—9 bis —20°) Modifikation vor. Spez. Gew. (15°) 0,870—0,875.Brechungsindex (20°) 1,462—1,464. Siedepunkt 197—199». Löslich in 10—15 Vol.50proz. Alkohols und in 4—5 Vol. 60proz. Alkohols.
Linalool ist ein tertiärer Alkohol von der Formel C 10 H 18 0. Von seinen Estern istder wichtigste das Linalylacetat (Bergamiol), das den wertvollen Bestandteil desBergamottöls und Lavendelöls ausmacht. Es ist eine farblose, wie Bergamottöl riechendeFlüssigkeit, die bei 15° das spez. Gew. 0,9 hat.
Linaria. (zu Bd. n s. 294.)
Bestandteile. Klobb und Fandbe isolierten aus dem getrockneten Kraute vonLinaria vulgaris Mill. durch Extraktion mit Petroläther einen gesättigten Kohlen-wasserstoff der Parafiinreihe vom Schmelzp. 57°, ferner wurde ein phytosterin-artig-er Alkohol vom Schmelzp. 138° gefunden und das Vorhandensein von Mannit fest-gestellt. Der alkoholische Auszug lieferte Linarsäure, Ci 4 H 16 0 7 , vom Schmelzp. 265°,die nach den Verfassern jedoch ein Phenol ist und daher Linarin genannt wird. Diesesoxydiert sich leicht unter Verbreitung eines angenehmen Geruchs (nach Anis uud Ku-marin) zu Linarodin C 9 H 10 0 2 , das mit Wasserdämpfen leicht flüchtig ist.
Lindnera.
Lindnera Kanakugi ist eine im südlichen Asien, wahrscheinlich auf dem malayi-schen Archipel heimische Pflanze. Therapeutische Verwendung findet das Holz und dieBinde und zwar in Form von Fluidextrakt gegen Syphilis.
Wirkung und Anwendung. Cowbbs empfahl dieses Mittel zuerst 1896, nachdemer es als ein Geheimmittel der Malaien gegen Syphilis kennen gelernt hatte. Klinische Ver-suche sollen den Wert des Extraktes bei gewissen Erscheinungen der sekundären Syphilis er-geben haben. Von dem Extract. Kanakugi fluid, sind täglich 2 Teelöffel voll inWasser — längere Zeit fortgesetzt — zu nehmen.
Linum. (zu Bd. n s. 295.)
I. Linum usitatissimum L.
Der Stärkegehalt des Leinsamens ist neuerdings Gegenstand der Erörte-rung gewesen. Schübhoee hält Stärke für einen integrierenden Bestandteil des Lein-samens; sie soll stets in großer Menge in der Parenchymschicht der Samenschale, diezwischen Sehleimepidermis und Sklereidcnschicht liegt, in Form ziemlich gleichmäßiger,rundlich-ovaler Körner vorkommen. Dagegen ist Ttjnmann der Meinung, daß das Vor-kommen der Stärke im reifen Leinsamen, der doch in der Hauptsache die Placenta Liniliefert, als Ausnahme zu betrachten und abhängig von der Kulturvarietät und Spielart desLeines ist. Nur der Samen einer Varietät von L. crepitans enthält reichliche MengenStärke, doch dürfte dieser kaum regelmäßig zu Leinsamenpulver verarbeitet werden.Trifft man also im Leinmehl zahlreiche Stärkekörner an, so sind größere Mengen unreiferLeinsamen oder fremder, stärkeführender Samen verwendet worden. Vereinzelte Stärke-körner werden aber in jedem Leinsamenpulver mikroskopisch nachweisbar sein.
Nach Caeles bindet Leinsamenmehl in entöltem Zustande am meisten Wasser,und zwar kommt das wasserbindende Vermögen zumeist den Samenschalen zu, weshalbman diese hauptsächlich für Kataplasmen benutzen sollte. Außerdem ist entöltes Lein-mehl viel haltbarer als das ölhaltige.
Verfälschungen. Durch Untersuchung eines giftigen Leinöles stellte Pieszczekfest, daß der zum Pressen desselben verwendete Leinsamen mit etwa 25 Proz. der Samenvon Lolium temulentum untermischt war, denen möglicherweise die beim Genüsse