Laoca.
441
ergab ein heller indischer sog. Blut- oder Knopflack 14,6 Proz. petrolätherlö'sliche Be-standteile, war also mit etwa 10 Proz. fremdem Harz, dessen Geruch auf Fichtenharzdeutete, verfälscht.
Folgende neue Untersuchungsmethode rührt von Endemann her: Von deräußerst fein zerriebenen Probe werden 2 g in einer Porzellanschale mit 10 g gereinigtemSand gemischt, 4 ccm Alkohol zugesetzt und schließlich 20 com konz. Salzsäure eingerührt;es wird dann auf dem Wasserbade zur Trockne verdampft, der Zusatz von Alkohol undSäure wiederholt und abermals eingedampft. Nach 2 stündigem Stehen im Luftbade bei100—105° C wird erkalten gelassen, mit 20 ccm Alkohol angefeuchtet und ungefähr 12 Stun-den stehen gelassen. Die Lösung wird nun durch ein Filter in ein gewogenes Kölbcheugegossen, der Inhalt nach und nach mit Mengen von je 20 ccm Alkohol gewaschen, zuletztauf dem Filter, bis etwa 250 ccm Filtrat erhalten sind. Der unlösliche Teil besteht ausWachs und den kondensierten Oxysäuren, die chlorhaltig sind; von dem gelösten Teilewird der Alkohol abdestilliert und der Kolben weiter im Luftbade bei 100—102° getrocknet.Hierbei werden alle Säuren erhalten, die nicht Oxysäuren sind. Im besten Schellack findensich 87 Proz. Oxysäuren, 5 Proz. Schellackwachs und 8 Proz. lösliche Fette und Harz-stoffe neben anorganischen Salzen. Ein höherer Prozentsatz von letzteren als 8 deutetauf Minderwertigkeit bzw. Verfälschung des Schellacks hin. Die 8 Proz. betragende Masseenthält zwar immer etwas Wachs, doch wird der Wert der Analyse dadurch nicht be-einträchtigt.
Zum Bleichen des Schellacks soll man den Lack in kochende Alkalicarbonat-lösung eintragen und dieser Lacklösung Chlorkalklösung hinzufügen. Eine Ausfällung darfhierbei nicht eintreten. Nach einigen Tagen fällt man mit verdünnter Essigsäure den Schellackaus und wäscht den Niederschlag so lange, bis das Waschwasser neutral abfließt. Schließ-lich wird in kochendes Wasser eingetragen und das erweichte Harz in Stangen- oderZopfform von seidenglänzendem Aussehen gebracht.
II. Unter der Bezeichnung „Gala-Gala" kommt nach Boobsma im Westen vonJava ein Lackharz vor, das ähnlich dem Stocklack auf Bäumen, von einer Art Lackschild-laus herrührend, angetroffen wird. Im Handel soll es in Stangen von verschiedenerForm, Größe und Farbe, mehr oder weniger rein, vorkommen.
Petroläther nimmt von dem Galaharz nur wenig auf, Äther löst einen braunroten,fettigen und klebrigen Bestandteil von harzigem Gerüche, während Alkohol, und beimKochen auch Wasser, den größten Teil des gepulverten Lackharzes aufnehmen. Das Roh-produkt reinigt man durch Kneten in heißem Wasser, wobei ein Teil des roten Farbstoffs(Laccainsäure) in Lösung geht. Alle diese Eigenschaften sprechen für eine Ähnlichkeitmit Stocklack. Gala-Gala gilt als gutes Befestigungsmittel, da es in der Wärme weich,beim Abkühlen hart wird.
III. Japanlack, Ki-urushi, von Rhus vernieifera D. C. (Bd. n s. 268), ist von
Tschirch und Stevens einer erneuten Untersuchung unterzogen worden, deren haupt-sächliche Ergebnisse folgende sind. Die Urishinsäure oder Lacksäure, d. h. der alkohol-lösliche Anteil des frischen Lackes (Laccol Bertrands), ist ein Gemisch, welches sich ineinen petrolätherlöslichen (Urushin) und einen petrolätherunlöslichen Anteil (Oxyurushin)trennen läßt. Der petrolätherlösliche Teil ist dann noch in drei weitere Stoffe zerlegbar;einer derselben ist ein nicht flüchtiges Gift, das schon in äußerst geringer MengeEntzündung und Pustelbildung auf der Haut, die sog. Lackkrankheit, hervorruft. DerGiftstoff, der rein nicht zu erhalten war, wirkt nur lokal, ist aber von der Haut sehrschwer wieder zu entfernen. Er soll dem Gifte von Rhus Toxicodendron sehr ähneln.Die wertvolle Eigenschaft des Lackes, nach einiger Zeit an feuchter Luft in eine in fastallen Lösungsmitteln unlösliche Modifikation überzugehen, wird durch die Einwirkung einesim Lacke enthaltenen oxydaseähnlichen Fermentes (Laccase) auf die primären Harz-stoffe bedingt; auch das Dunkelwerden des Lackes beruht hierauf. Außerdem wurden imJapanlack Gummi, das sich vom Enzym quantitativ nicht trennen ließ, und Essigsäure