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Lac.
Fleischsomatose auf jedes Liter Milch. Der Kefir ist am zweiten Tage zu trinken. BeiNeigung zu Durchfall verwendet man im Notfall die Milch abgerahmt und setzt ihr dafür20 g Plasmon pro Liter zu. Der oft umgeschüttelte Kefir wird am dritten Tage getrunken.Bei milchzuckerarmer Milch kann man auch etwas Milchzucker zusetzen. Solcher Kefir wirdaber leicht sauer und muß zeitig getrunken werden.
Trockenmilch. In neuerer Zeit kommt sog. Trockenmilch in den Handel, welche aufZusatz von Wasser eine der natürlichen Milch annähernd gleiche Emulsion liefern soll undals solche oder als Milchkonserve Verwendung findet. Nach D. R. P. 183974 vonJ. B. Hatmatter in Paris wird die frische Milch dadurch schnell und vollkommen ge-trocknet, daß man sie über rotierende, mit Dampf geheizte Metallzylinder laufen läßt.Wesentlich für die HATMATTEBSche Erfindung ist, daß die Acidität der flüssigen Milch, ausder die Trockenmilch hergestellt werden soll, mit Natriumbicarbonat auf eine bestimmteGrenze gebracht wird, die etwa 3 /io der Acidität von frisch aus dem Kuhstall entnommenerMilch beträgt. Nach einem englischen Patent Nr. 21617 von Just in Syracus N. Y. wirddie Milch in Form eines Regens oder einer dünnen Schicht einer Temperatur über 100° Causgesetzt, um das Wasser rasch zu vertreiben und ein feuchtes Produkt zu gewinnen,welches beim Abkühlen von selbst trocknet. Natriumphosphat oder irgend ein anderes Salzwird der Milch zugesetzt, um das Casein in seinem natürlichen Zustande zu erhalten, wobeidas Fett durch Zusatz von Natronhydrat oder einem anderen Alkali haltbar gemacht wird.Wenn die Milch übermäßig sauer ist, kann ihr eine kleine Menge Kalk zugegeben werden.(Von anderer Seite ist an dessen Stelle Calciumsaccharat vorgeschlagen worden. D. B. P.Nr. 193264.) Die Milch wird dann gleichmäßig auf einer erhitzten Fläche ausgebreitet oderdurch einen erhitzten turmähnlichen Baum zerstäubt.
Trockenmilch „Gfallak" der Trockenmilchwerke G. Hambuger in Wien III enthält23,75 Proz. Fett, 24,71 Proz. Stickstoff als Casein, 36,72 Proz. Milchzucker und 6,49 Proz.Mineralstoffe. Sie stellt ein gelblichweißes, in heißem Wasser zu einer milchweißen Flüssig-keit lösliches, keimfreies Pulver dar. (Weiss.)
Yoghurt, Yaoert, wird eine in Bulgarien und der Türkei viel genossene Sauermilchgenannt, um deren Einführung in Deutschland man sich in letzter Zeit mehrfach bemühthat. Sie wird vornehmlich bei Verdauungsstörungen und Darmfäulnis als nahrhaftes undleicht bekömmliches Nährpräparat empfohlen, besitzt aber nach Urteilen aus ärztlichen Kreisennicht die arzneiliche Wirkung, die ihr mehrfach zugesprochen wird. Die Darstellung desYoghurt soll im Orient in folgender Weise geschehen:
Kurz abgekochte Milch wird langsam auf eine Temperatur abgekühlt (ca. 50°), diedie Hand noch leicht auszuhalten vermag und dann mittels einer Spritze unter die beimAbkühlen entstandene Haut mit dem entsprechenden Ferment geimpft. Das Ferment führtden Namen Maia oder Maya und wird dadurch gewonnen, daß man etwas vom Yaoert desVortages in Milch aufschwemmt. Um nun die Gärung bei erhöhter Temperatur durch-zuführen, umgibt man die warmen Töpfe mit Lappen u. dgl., also schlecht Wärme leitendenStoffen, oder man setzt sie in eine sog. türkische Kochkiste. Schon nach 4—5 Stunden istdie Milch zu einer weißen Masse geronnen und kann nach vollständigem Erkalten genossenwerden. Von anderer Seite wird empfohlen, die Milch auf ein Drittel oder die Hälfte ein-zudampfen, das Ferment zuzufügen und das Ganze einer 8—12stündigen Erhitzung auszu-setzen. Die reife Masse ist ein Pudding und hat einen angenehm rahmartigen, süßen, ganzleicht säuerlichen Wohlgeschmack. Man genießt sie überstreut mit Zucker und geriebenemBrot. Das Präparat hat dann nach Fuhrmann etwa folgende Zusammensetzung:
Bestandteile
100 g Yoghurt100 g eingeengte ' {7 stunden bei
Milch enthielten |4()0C) enthielten
5,090 g 4,410 g5,780 „ 5,740 ,,
Fett......................
7,210,, 6,873,,
Gesamtsäure, als Milchsäure berechnet.......
Alkohol ....................
0,145,, 0,344,,
14,800 „ 14,892 „
— 0,090 „
Aldehyd . .
— Spuren
Man muß aber je nach der Darstellungsweise mit verhältnismäßig großen Schwankungenm der Zusammensetzung des Yoghurt rechnen.