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Erg.Bd. (1908)
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437
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Lac.

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arbeitung- zweier neuer Verfahren, die sich in der Ausführung eng an die GERBERScheAcidbutyrometrie anschließen. Es sind dies:

a) Die Salmethode. 11 ccm Sallösung, 0,6 ccm Butyl (Isobutylalkohol) und10 ccm der Milchprobe (alle Flüssigkeiten bei 15° C abgemessen) werden im Butyrometergut durchmischt, im Wasserbade 3 Minuten lang auf 45° erwärmt, nochmals durchmischt,dann 23 Minuten lang mit 8001000 Umdrehungen in der Minute ausgeschleudert, indas Wasserbad von 45° zurückgebracht und abgelesen. Die verwendete Sallösung ent-hält Alkali, ihre Zusammensetzung- ist nicht veröffentlicht. Sie ist, wie alle zur Aus-führung des Verfahrens erforderlichen Chemikalien und Geräte, nebst genauer Gebrauchs-anweisung von Dr. X. Gebbers Co. m. b. EL, Leipzig und Zürich, zu beziehen.

b) Sichlers Sinacidbutyrometrie verwendet als caseinlösendes Mittel Sinacid-salzlösung (Preis für 1 1 70 Pf.) unter Zugabe von Sinol (Isobutylalkohol), sonstarbeitet dieses durch Sichlers Patente geschützte Verfahren in der auch von derGerber Co. angenommenen, unter a) beschriebenen Weise. Die erforderlichen Chemikalienund Geräte besonders die eigentümlich geformten Butyrometer, Rahmprüfer usw.sind aus dem molkereitechnischen Institut von Sichler & Richter (Inh. A. Sichleb) inLeipzig, Lampe-Straße 1, zu beziehen.

Kefir (siehe auch Bd. II S. 252). In einer Abhandlung:Über Nährkefir", welcheauch die Geschichte der Kefirbereitung, die Natur und die Wirkungsweise der Kefirpilze unddie Zusammensetzung des fertigen Getränkes behandelt, empfiehlt R. Kobert folgendes er-probte Verfahren zur Darstellung von Nährkefir:

Je 50 g käufliche trockene Kefirkörner übergießt man mit je 1 1 Wasser von 3035° C.Nach 30 Minuten gießt man das Wasser ab und gießt die gleiche Menge 20° warmes Wasserzu. In diesem bleiben die Körner bei Stubentemperatur 24 Stunden. Man trennt sie danndurch ein Tuch oder ein feines Sieb vom Wasser und bringt sie in 1 / 2 1 eben gemolkene,noch euterwarme oder wieder angewärmte, möglichst frische und möglichst saubere Kuhmilch.In dieser verweilen sie 24 Stunden bei Stubenwärme unter öfterem Umschütteln. Alsdannwird die Milch abgegossen und durch Aufgießen von kaltem Wasser alles abgespült, was vonMilchgerinseln etwa an den Pilzen sitzt. Man gießt dann wieder x / 2 1 Milch auf, schütteltim Laufe des Tages mehrfach um und gießt auch diese Milch nach 24 Stunden weg. DieserProzeß des Einweichens mit Milch wird zunächst 347 Tage wiederholt. Der Endpunktdes vorbereitenden Einweichens ist erreicht, wenn die Pilze, die bis dahin am Boden desGefäßes lagen, anfangen, obergärig zu werden, d. h. in die Höhe zu steigen. Gleichzeitigschwindet ein ihnen bis dahin anhaftender unangenehm käsiger Geruch, und ihr Aussehenwird wieder gelblieh. Schüttelt man jetzt das Gefäß, so hört man Knisterrasseln. Aberauch in diesem Stadium sind die Pilze noch nicht kräftig genug, technisch verwendet zuwerden, sondern erst nach weiterer etwa ötägiger Kraftanreicherung durch tägliches neuesBegießen mit Milch.

Dieser ganze mühsame und kostspielige Vorbereitungsakt fällt natürlich für immerweg, wenn man einmal in der Darstellung mitten darin ist, oder wenn man bereits funktions-fähige Pilze aus einer Kefiranstalt käuflich bekommen kann. Auch bei Verwendung frischerKefirpastillen ist er überflüssig.

Von dem entweder so selbstbereiteten oder fertig bezogenen Brei der stark C0 2 bildendenaufgeweichten Pilze übergießt man etwa 250 ccm mit 23 1 frischer Milch und läßt unterhäufigem Umschütteln 1224 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Dabei wird das Ganzerahmähnlich und nimmt einen angenehmen säuerlichen Geruch an. Man gießt nun durchein Tuch und füllt die Kolatur, der jetzt die etwa gewünschten Nährzusätze zu machensind, in Flaschen mit Patentverschluß, während man den voluminösen Rückstand auf demTuche sofort in neue Milch bringt, um auch diese, wie die erste, mit Kefir zu versehen.Den Inhalt der Patentflaschen schüttelt man manchmal und läßt die Flaschen im übrigenim warmen Zimmer stehen. Man sieht an der feinflockigen Konsistenz, ob der Kefir fertigist. Nach 24 Stunden soll er es sein.

Manche ziehen es vor, die Patentflaschen nur halb mit der angegorenen Milch undim übrigen mit frischer Milch zu füllen. Auch in diesem Falle entsteht Kefir, nur dauertes etwas länger, ehe er fertig ist. Soll der Prozeß der Reifung des Kefirs verlangsamtwerden, so stellt man ihn kalt. Im Eisschrank erlischt die Gärung völlig, um nach demErwärmen wieder aufzutreten. Vor dem Trinken wird er gut gekühlt und kräftig um-geschüttelt.

Für solche Patienten, welche hauptsächlich auf Kefir angewiesen sind, hat Kobertdenselben dadurch noch wertvoller gestaltet, daß er der Milch vor der Vergärung gewisseNähr- oder Arzneistpffe zusetzt. Bei Obstipation empfiehlt sich ein Zusatz von 1020 g