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Erg.Bd. (1908)
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Kino.

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Bestandteile. Siedler und Winzheimer isolierten aus Radix Kawa-Kawa zweiindifferente, klist. Stoffe, das bereits bekannte Methystiein und das Yangonin, fernerbestätigten sie das Vorhandensein eines Alkaloides und wiesen zwei verschiedene Glukosidenach. Der Träger der anästhesierenden Wirkung der Wurzel und somit deren wichtigsterBestandteil ist das Harz, das keine einheitliche Zusammensetzung besitzt und frühermit a- und /?-Harz bezeichnet wurde. Das Kawa-Harz scheint jedoch noch komplizierterzusammengesetzt zu sein; es besteht in der Hauptsache aus unverseifbaren Bestandteilen(Resenen).

Anwendung und Wirlning. Therapeutisch verwendet wird eigentlich nur dasHarz bzw. das Extrakt in Verbindung mit anderen Arzneimitteln (ostindisehes Sandelholz,Hexamethylentetramin usw.) als Antigonorrhoicnm. Die neueren Kawamedikamente werdenunter Namen, die den Fabrikanten gesetzlich geschützt sind (Gonosan oder Kawasantal, Kawa-form, Kavakavin), mit Erfolg in die Therapie eingeführt. Nach Boss wirkt Kawa diuretisch,klärt rasch den Urin und beschränkt die Sekretion. Bei Anwendung von Kawaharz mitSantelöl (Kawasantal) soll der Tripper schmerzlos, ohne Brennen beim Urinieren verlaufen;die Entzündung soll sich meist nur auf den vorderen Teil der Harnröhre beschränken.Bei Cystitis bewirkt das Medikament rasche Klärung des Urins und Beruhigung derBlasennerven. Mahpmann bestätigt die antiseptische Wirkung des Kawaharzes in Ver-bindung mit Formin den Gonococcen und Harnbakterien gegenüber; der Gonococcusscheint am wenigsten widerstandsfähig gegen das Präparat zu sein.

Kavakavin, Tabletten gegen Gonorrhöe usw., enthalten Kavakavaextrakt und Hexa-methylentetramin. Fabrikant: Max Jasper in Bernau bei Berlin.

KinO. (Zu Bd. II S. 229.)

Neue Kinosorten und deren Stammpflanzen.

Schaer untersuchte 3 Kinosorten aus Deutsch-Ostafrika: 1. Kino von PterO-CarpuS BllSSei HarmS (einer neuen Pterocarpusspezies), 2. Kino von DeiTis

Stuhlmannii Harms und 3. Kino von Berlinia Eminii Taub, von diesen soll das

erstere dem offiz. Kino sehr ähnlich und dieses zu ersetzen imstande sein; am wenigstenbrauchbar erwies sich letztgenanntes.

Nach Heckel und Schlagdenhauffen liefert auch Dipterix odorata Willcl.. vonder bekanntlich die Tonkabohnen stammen, beim Verwunden seiner Rinde ein kino-artiges Sekret, das sich kaum vom Kino des Handels unterscheiden soll. Auch andere,wenn nicht alle Dipterix- (Coumarouna-) Arten sollen Kino liefern. Das Kino vonButea frondOSa Roxb. (Butea- oder Bengalkino) besitzt einen niederen Gehalt anTannin (32,6 Proz.) und kann daher als vollwertiger Ersatz der echten Droge von Ptero-carpus Marsupium und Pt. erinaceus nicht gelten.

Für echte Sorten des Handels geben Caesar und Loretz folgende Zahlen an:Löslichkeit in Alkohol 96,1399,39 Proz., Wasser

Tannin

Asche

Wassergehalt

97,1099,12

46,7378,95

0,97 1,57

14,1415,99

Demnach dürfte von guter Handelsware ein Tanningehalt von ca. 50 Proz. zufordern sein.

Gelatinieren der Kinotinktur. Eine interessante und für die Praxis wichtigeEntdeckung machte White. Er führt das Gelatinieren der Kinotinktur, das als Ü beistand inder pharmazeutischen Praxis unangenehm empfunden wird, auf das Vorhandensein einesEnzyms im Kino zurück. Die Beseitigung des Enzyms gelingt, wenn man den Kino-saft längere Zeit mit Wasser kocht; die Abtötung erfolgt erst bei 100°. Frischer Kino-saft, mit Wasser gekocht und darauf durch Abdampfen konzentriert, gab eine nicht gelati-Handb. d. pharm. Praxis. Ergänzungsband. 2b