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Koso.
nierende Tinktur. Die Entdeckung Whites scheint sich die Praxis bereits zunutze gemacht zuhaben; am Hamburger Markt wurde schon ein enzymfreies Kino angetroffen, das alsbesonders gute Qualität, allerdings zu verhältnismäßig recht hohem Preise, käuflichwar. Um Kino des Handels zur Bereitung einer nicht gelatinierenden Tinktur gebrauchs-fähig zu machen, empfiehlt White, 2 Teile Kino mit 10 T. Wasser längere Zeit(12 Stunden) im Sieden zu erhalten; nach dem Abkühlen werden 10 T. Weingeist zugesetztund die Tinktur nach 12stündigem Stehen filtriert.
Neuere Versuche, die Kinogerbsäure kristallinisch zu erhaHen, hatten keinenErfolg.
KOSO. (Zu Bd. II S. 231.)
Flores Koso.
Bestandteile. Schatz stellte fest, daß das amorphe Kosin von Merck anseinem Gemische von harzigen Bestandteilen und kristallisiertem Kosin besteht.Letzteres schmilzt bei 148° und besitzt die gleiche Formel wie das amorphe KosinC 22 H 30 O 7 . Beide Kosine sind in den Blüten nicht fertig gebildet vorhanden; sie sindZersetzungsprodukte des Kosotoxins, welchem die Formel C 25 H 34 0 9 und der Schmelzp. 76°zukommt. Durch Einwirkung von Atzbaryt zerfällt es in Kosin, flüchtige organischeSäuren und eine stark riechende Substanz (Acrolein?). Während die Kosine in Gaben von8 mg auf Frösche nicht toxisch wirken, weist Kosotoxin schon in Gaben von 7 mg Gift-wirkung auf. Schatz fand außerdem in den Blüten einen eisengrünenden Gerbstoff.
Zu hiervon abweichenden Resultaten gelangte Lobeck. Er gibt dem Kosindie Formel C 23 H 30 0 7 (1 C mehr) und stellt fest, daß der bei 148° schmelzende Stoffkeine einheitliche Substanz ist, sondern aus a -Kosin (Schmelzp. 160°) und /?-Kosin(Schmelzp. 120°) besteht. Aus dem ätherischen Kosoextrakt isolierte Lobeck ferner dieschon von Leichsenring beschriebenen Bestandteile: Protokosin (C 29 H 38 0 9 — Schmelz-punkt 182°), Kosidin (Schmelzp. 178°) und Kosotoxin, das als ein gelbes Pulver vomSchmelzp. 62° erhalten wurde. Er gibt diesem die Formel C 26 H 34 0 10 , die aber wahr-scheinlich zu verdoppeln ist. Aus käuflichem Kosoextrakt wurde noch ein neuer Stoffals gelblichweißes, aus feinen Nädelchen bestehendes Pulver von der Zusammensetzung(C ]9 H 13 0 10 )n erhalten. Alle Kosostoffe zeichnen sich durch Gehalt an 2 (bei Kosotoxineiner) Methoxylgruppen aus.
Schatz empfiehlt die Anwendung eines äther-alkoholischen Kosoextraktes, da mansieh über den wurmwidrig wirkenden Inhaltstoff noch nicht klar ist.
Verfälschung und Prüfung. Verfälschte bzw. stark verunreinigte Kosoblütensollen im Handel sehr häufig vorkommen, wie die neueren Untersuchungen von Küstersgezeigt haben. Hauptsächlich kommen hier die männlichen Kosoblüten in Betracht, diestark brechenerregend wirken und infolgedessen die wurmtreibende Wirkung vereiteln.Hellström fand erst kürzlich wieder in Flor. Koso des Handels ca. 21 Proz. männlicheBlüten, daneben Blätter und Blütenstiele (20 Proz.) als Verunreinigungen. Eine mikro-skopische Untersuchung der gepulverten Droge ist daher sehr notwendig. Man untersuchtam besten ein mit Chloralhydrat aufgehelltes Präparat bei 400facher Vergrößerung. Inder Hauptsache zeigt schon ein massenhaftes Auftreten der charakteristischen Pollen-körner (Bd. II S. 232) eine Verfälschung mit männlichen Blüten an; vereinzelte Pollenkörnerlassen sich nicht vermeiden. Reste von Achsenteilen im Pulver erkennt man deutlich anden relativ weiten Tracheen.
Es wird erneut empfohlen, stets nur die Bündelware vom Großdrogisten zu be-ziehen und das Pulvern der sorgfältig abgerebelten Droge im Apothekenlaboratoriumvorzunehmen. Nur so kann die Droge als Bandwurmmittel wirksam erhalten werden.
Bandwurmmittelj Genfer, von Apotheker E. Bohn in Genf sind 23, etwa 0,47 gschwere, mit einer gelatineähnlichen Masse überzogene Pillen, die das wirkende Prinzipaus der Koso enthalten.