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Erg.Bd. (1908)
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371
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HektogTaphie.

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Hektographie. (zu Bd. is. 1205.1

Die Hektographie ist eines der beliebtesten und der billigsten Vervielfältigungs-verfahren des Kleinbetriebes, vermöge dessen man auf sehr einfache Weise Schriften,Zeichnungen usw. kopiert.

Der der Hektographie zugrunde liegende Hektographenapparat mit seinem In-halt besteht aus einem einfachen flachen Kasten aus Weißblech, welcher mit der sogen.Hektographenmasse gefüllt ist. Die Anwendung des Hektographen geht in der Weisevor sich, daß man mit einer besonders zusammengestellten Tinte, derHektographentinte",den zu kopierenden Text auf einen Bogen schreibt, welcher, nachdem die Tinte trockengeworden ist, sanft und gleichmäßig auf die Hektographenmasse aufgedrückt wird, wo-durch diese den größten Teil der dem Bogen anhaftenden Tinte aufnimmt. Nach dieserManipulation und der Entfernung des Originalschriftstückes ist der Hektograph kopier-fähig. Um nun eine Kopie zu erlangen, lege man einen Bogen (glattes!) Papier überdie Masse, drücke sanft an, nehme wieder ab und verfahre so mit ca. 3040 und mehrBogen.

Die Darstellung der Hektographenmasse erfolgt am besten so. daß man den zuverwendenden Leim (jede gute Sorte ist geeignet), einen Tag vor der Bereitung derselbenin dem größten Teil des zu verwendenden Wassers einweicht, am anderen Tage den Restdes Wassers und das etwa von dem Leim beim Einweichen nicht aufgenommene Wasserin das zur Lösung bestimmte Gefäß gibt, den gequollenen Leim hinzufügt und jetzt biszur völligen Lösung auf dem Dampfbade erhitzt. Wird Gelatine statt Leim verwendet,so verfahre man wie unter Leim angegeben mit dem Unterschiede, daß man diese erstkurz vor dem Gebrauch mit dem etwas angewärmten Wasser übergießt. Nachdem derLeim oder die Gelatine vollkommen gelöst sind, fügt man das vorher etwas erwärmteGlycerin hinzu, vermischt innig und erhitzt eventuell noch eine Weile, falls die durch denGlycerinzusatz herabgesetzte Temperatur ein Dickwerden der Masse bewirkt haben sollte.

Die Hektographenmasse ist ein guter Nährboden für Pilze usw.; man wird daherzweckmäßig ein Konservierungsmittel hinzufügen, wozu Bor-, Essig-, Carbol- und Salicyl-säure in Anwendung kommen. Carbolsäure in 23proz. Lösung eignet sich am besten.Man bereite die Masse in Glas- oder Porzellanschalen, und, falls nicht destilliertes Wasserverwendet wird, nehme man filtriertes Regenwasser. Zu vermeiden ist jedes über-flüssige Rühren. Das Durchseihen und Eingießen der geschmolzenen Masse in dieKästen geschehe nur aus geringer Höhe und an einem staubfreien Orte. Etwaige Luftblasen,welche die Brauchbarkeit des Hektographen ungemein beeinträchtigen, sind sorgfältig zubeseitigen, indem man sie mit einem Kartenblatt nach dem Rande des Kastens hinstreicht,hier mit möglichst haarfreiem Filtrierpapier beseitigt oder auch beläßt, da der Hektographdoch wohl nur in den seltensten Fällen bis hier ausgenutzt werden dürfte. Vorräte vonHektographenmasse bewahrt man am besten in gut verbundenen Steinguttöpfen oder GläsernIm trockenen Keller auf.

Die Kästen, welche zur Aufnahme der Hektographenmasse dienen, müssen un-bedingt rostfrei sein, da der Rost sich sonst bald durch die ganze Masse zieht; Zinkkästen,"welche man "noch mit einem Bogen Zinnfolie auskleidet, oder auch Kästen aus verzinktemEisenblech oder ans hartem Holz haben sich bewährt.

Die Leistungsfähigkeit des Hektographen hängt, abgesehen von einer guten Masse,auch von der Verwendung einer brauchbaren Tinte ab. Je reicher diese an Farbstoff ist,um so mshr Kopieen wird sie liefern. Hierauf ist bei der Wahl der Anilinfarben Rück-sicht zu nehmen.

Die Bereitung der Hektographentinte macht keine Schwierigkeiten. NachTwissblmann verfährt man am besten folgendermaßen: Ein Gemisch aus 200,0 Wasserund 30,0 Alkohol wird in einem Kolben während mehrerer (ca. 10) Tage an einem mög-lichst hochtemperierten Orte mit einem beliebigen Anilinfarbstoff gesättigt, am letztenTage der Kolben mit Inhalt gewogen, zur Entfernung des Alkohols auf dem Wasser-

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