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Gratiola. Grindelia. Guajacolum.
Pillen, indische (auch Antidysentericum), enthalten Pelletierin, Myrobalani, Extr.Granator. und Extr. Rosae.
Türpil, Thüringer Pillen gegen Kälberruhr. Als Originalvorschrift hierzu wurdefolgende angegeben: Pelletierini 0,133, Myrobalani 10,0, Extr. Rosae 2,0, Extr. Granati 2,0,Gummi arab. 1,0, Sacch. alb. 1,0. F. pil. Nr. 24. Fabrikant: Cl. Lagemann in Aachen.
Als Ersatz für Thüringer Pillen empfiehlt der Elsaß-Lothr. Apothekerverein fol-gende Vorschrift: Rhiz. Tormentillae, Acid. tannic. ää 10,0, Ungt. Glycerini q. s. ad pil. X.
Gratiola.
(Zu Bd. I S. 1251.)
Gratiola officinalis L.
f Herba Gratiolae.
Bestandteile. Von den drei früheren, durch Walz isolierten Körpern, Gratiolin,Gratiosolin nnd Gratiolacrin, konnte nur ersteres wieder aufgefunden werden,während man von den beiden letzteren jetzt annimmt, daß sie fertig gebildet in derPflanze gar nicht vorkommen, sondern erst durch Einwirkung chemischer Agenzien ent-stehen. Dem Gratiolin gibt Retzlaie neuerdings die Formel C 43 H 70 0 15 ; es spaltet sichzunächst leicht in Glukose und das krist. Gratioligenin C 37 H 60 O 10 . Dieses letzterespaltet sich mit alkoholischer Salzsäure nochmals, und zwar in Glukose und das krist.Gratiogenin O 31 H 60 O E . Das Gratiolin ist demnach als ein Diglukosid anzusprechen.Imbert und Taicheee fanden neben Gratiolin noch einen zweiten Körper, das Gratio-lin in, eine amorphe weiße Substanz von etwas aromatischem, nicht bitterem Geschmack,die sich durch verschiedene Reaktionen vom Gratiolin unterscheidet. Von dem Gratio-linin erwähnt dagegen Retzlai'f nichts, sondern nennt dafür einen anderen neuen pri-mären Körper, das Gratiolon von der wahrscheinlichen Formel C 30 H 48 0 3 , das einender Terpenreihe angehörenden Stoff darstellt. — Die Frage, welches nun der wirksameBestandteil von Gratiola ist, steht noch immer offen; Gratiolin ist es jedenfalls nicht.
Grindelia. (Zu Bd. i s. 1252.)
Grindelia robusta Nutt., Herba Grindeliae.
Bestandteile. Nach Power, und Tütin ist der therapeutische Wert der Drogejedenfalls den darin enthaltenen amorphen Harzen zuzuschreiben. (Schon Glassford hatfrüher ziemliche Mengen Harz gefunden, und zwar 9,8 Proz. in Benzin lösliches scharfesHarz und 7 Proz. in Benzin unlösliches Harz.) Daneben wurden in der Droge reichlichlinksdrehender Zucker, Proteinstoffe, Tannin, geringe Menge ätherischen Öles nach-gewiesen. Saponinartige Stoffe oder ein Alkaloid, deren Vorhandensein in Grindelia manfrüher annahm, haben sich neuerdings nicht gewinnen lassen.
Astmolpulver, zum Räuchern gegen Asthma empfohlen, soll bestehen aus Fol.Stramonii 40,0, Herba Grindeliae robust. 10,0, Boletus Laricis 10,0, Menthol 3,0, Kaliumnitricum, Natr. nitricum je 20,0.
Guajacolum. (zu Bd. i s 1253.)
Identitätsreaktion. 1. Die wässerige Lösung des Guajakols gibt auf Zusatzeiner 1—2 proz. Chromsäurelösung Braunfärbung und bräunlichen Niederschlag. Fügt manzu einer wässerigen Guajakollösung 1—2 Proz. Jodsäure zu. so färbt sich diese Lösungorangebraun und es bildet sich ein kermesfarbiger Niederschlag. (Guekin.)
t Guajacolum kakodylicum, Kakodyiiakoi, As(CH 3 ) 2 o 2 (c 6 h 4 och 3 ).
Eigenschaften. Weiße, in Wasser, Alkohol, Ätheralkohol, Glycerin lösliche, inreinem Äther unlösliche Kristalle von schwach ätzendem Geschmack. Die wässerigeLösung gibt mit Silbernitrat einen schwarzbraunen Niederschlag. Mit Eisenchlorid ent-