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Erg.Bd. (1908)
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357
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Granatum.

357

Gossypramantirheumaticum(Hambg.Vorsehr.).

Gicht- und Rheumatismuswatte.

Rp. Eugenoli 12,5

Ol. Thymi 12,5

Ol. Bosmarini 25,0

Tinct. Balsam, peruviani 25,0

Tinct Santali 50,0

Mixt, oleoso-balsamic. 100,0

Spiritus 775,0.

Ungeleimte Watte wird mit der Mischung ge-tränkt und bei gewöhnlicher Temperatur ge-trocknet.

Granatum. (zu Bd.i 8.1247.:

Punica Granatum L.

Cortex Granati.

Kultur. Da die ostindischen Granatrinden durchschnittlich viel alkaloidreickersind als die südeuropäischen, hat man die Kultur von Punica Granatum in Holländisch-Indien angeregt. Java und Madura sollen sich für die Granatkultur besonders eignen.

Prüfung und Wbrthestim/mung. 1. Zum Identitätsnachweise von Granat-rindenpulver empfiehlt Kühl folgende Reaktion: Mazeriert man 0,1 g des Pulvers mit100 g dest. Wasser 12 Stunden lang, so färbt sich das Filtrat auf Zusatz von Ammoniak-flüssigkeit intensiv gelb; die Gelbfärbung nimmt allmählich zu und geht schließlich inRotbraun über. Die Reaktion soll durch die Granatgerbsäure verursacht werden.

2. Bestimmung des Alkaloidgehaltes nach Fromme.

a) Titrimetrisch. 7 g lufttrockenes Rindenpulver (mittelfein) und 70 g Ätherwerden nach kräftigem Umschütteln mit 5 g Liqu. Natri caustici (15 proz.) versetzt und beihalbstündiger Maceration öfters kräftig durchschüttelt; dann wird von dem Äther soviel wie möglich durch ein Bäuschchen fettfreier Watte rasch in eine Arzneiflasche gegossen,die noch trübe Flüssigkeit mit 510 Tropfen Wasser kräftig durchschüttelt und der Ruheüberlassen. Nach eingetretener völliger Klärung werden 50 g, entsprechend 5 g Rinde, ineine zuvor sehr sorgfältig mit Salzsäure, dann mit Wasser gereinigte Arzneiflasche klar ab-gegossen, mit 30 g destilliertem Wasser und einigen Tropfen Jodeosinlösung versetzt undmit n/ 10 -Salzsäure bis zur eben beginnenden Farblosigkeit titriert. Der Zusatz der Säurehat in kleinen Mengen und nach jedesmaliger kräftiger Durchschüttelung zu geschehen.Jeder verbrauchte Kubikzentimeter n/^.Salzsäure bindet 0,01475 g Granatalkaloide (Pelle-tierin, Isopelletierin, Pseudopelletierin, Methylpelletierin). Anzahl der verbrauchten Kubik-zentimeter ri/ 10 -Salzsäure^X 0,01475 X 20 = Prozentgehalt an Alkaloid.

b) Gravimetrisch. 50 g des wie bei a) erhaltenen klaren Ätherauszuges (ent-sprechend 5 g Rinde) werden nacheinander mit 201010 com 1 proz. Salzsäure in einemSchütteltrichter ausgeschüttelt; die filtrierten und vereinigten sauren Ausschüttelungen werdenin einem Schütteltrichter mit Natronlauge eben alkalisch gemacht und nacheinander mit201010 com Chloroform kräftig ausgeschüttelt, die einzelnen Partien Chloroform in eingenau tariertes ERLENMEYER-Kölbchen filtriert, das Filtrat mit 5 Tropfen Salzsäure geschüttelt,das Chloroform abdestilliert, der Rückstand zunächst bei gelinder Wärme (7080° C) imTrockensehranke, dann im Exsikkator bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und gewogen.Gewicht X 20 = Prozentgehalt an salzsauren Alkaloiden. 184 Teile derselben entsprechen147,5 T. reiner Alkaloide. Infolge ihrer Flüchtigkeit lassen sich die Alkaloide der Granatrindein freiem Zustande gewichtsanalytisch nicht bestimmen.

Der Gehalt an Alkaloiden beträgt nach Gehe & Co. in der im Handel alsverus" bezeichneten Rinde, einem Gemische von Stamm- und Wurzelrinde, selten unter0,42 Proz. (Forderung des D. A.-B.), während reine Ast- und Zweigrinde selten mehr als0,3 Proz. aufweist. Nach Caesar und Lobetz schwankt der Gehalt der Handelsrinde inder Regel zwischen 0,425 und 0,813 Proz.; größere Gehaltsunterschiede zwischen Stamm-bzw. Zweig- und Wurzelrinden zu gleicher Zeit und an gleichem Ort gesammeltkonnten Caesar und Loretz jedoch nicht finden.

Wirkung, "über eine Vergiftung durch Granatwurzelrinde ist neuerdings berichtetworden. Nach dem Gebrauche einer allerdings sehr starken Dosis (konzentriertes Dekokt aus150 g Rinde gegen etwa 60 g sonst) traten heftige Brechanfälle, Ohnmächten, Puls-beschleunigung und schließlich Kollapsanfälle ein, die trotz ärztlicher Hilfe zum Todeführten.

Dr. Köhlers Antidysentericum besteht aus den Fluidextrakten von Cortex Granati.Cortex Simarubae und Campecheholz, versetzt mit etwas Silbernitrat. Fabrikant: ChemischesLaboratorium R. Spiegelbero in Berlin SW. 47.