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Erg.Bd. (1908)
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Faeces.

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wiegend aus Bilirubinkalk mit wenig- Biliverdin. Sie sind schwerer als Wasser und ent-halten regelmäßig Eisen und Kupfer, bisweilen Mangan und Zink. Die Cholesterin-steine sind meist zu mehreren vorhanden und erscheinen dann durch gegenseitigen Druckvielfach mit ebenen Flächen, sind fettig anzufühlen, oft leichter als Wasser und zeigenauf dem Querschnitte kristallinisch konzentrische Schichten. Größe, Form, Farbe und Be-schaffenheit wechseln sehr. Sie enthalten 6498 Proz. Cholesterin und daneben bisweilennoch Pigmentkalk. Das Cholesterin löst sich leicht in siedendem Alkohol und kristallisiertbeim Erkalten in rhombischen Tafeln aus. Läßt man ein Gemenge von 5 Teilen Schwefel-säure und 1 T. Wasser auf Cholesterinkristalle einwirken, so färben sie sich von den Rän-dern aus lebhaft karminrot, dann violett; bei Zusatz von etwas Jodlösung geht die Fär-bung in blaugrün und blau über. Dies Verhalten eignet sich besonders zur mikro-chemischen Erkennung des Cholesterins. Zum makroskopischen Nachweise des Chole-sterins löst man es in etwa 2 ccm Chloroform, setzt 10 Tropfen Essigsäureanhydrid unddann tropfenweise reine Schwefelsäure zu. Es entsteht eine schön rote Färbung, die inBlau und, wenn weder zu viel Cholesterin noch zu viel Schwefelsäure vorhanden war, zu-letzt in ein dauerndes schönes Grün übergeht (Liebekmakn). Phytosterin gibt dieselbeReaktion.

Zur Trennung des Bilirubins von Cholesterin und den Gallensäuren kocht mandie fein gepulverten Gallensteine zuerst mit Äther und dann mit Wasser ans. Aus demungelösten Rückstande werden die anorganischen Basen mit lOproz. Essigsäure entfernt,darauf mit kaltem Alkohol ein grüner Farbstoff, mit siedendem Eisessig das Choleprasin ent-fernt, mit Wasser gewaschen und getrocknet. Der trockene Rückstand gibt bei fortgesetztemAusziehen mit siedendem Chloroform das Bilirubin ab, das sich aus der Lösung in Krustenabscheidet, die aus siedendem Dimethylamin umkristallisiert werden können. Zur Er-kennung des Bilirubins benützt man seine alkalische Lösung. Wird diese im Reagierglaseüber Salpetersäure, die etwas salpetrige Säure enthält, geschichtet, so entstehen an derBerührungsstelle farbige Ringe, die von unten nach oben rotgelb, rot, violett, blau,grün erscheinen (Gmelihs Reaktion). Das Farbenspiel tritt bei Gegenwart störender Bei-mengungen bisweilen etwas anders auf, kennzeichnend bleiben jedoch die grüne und dierotviolette Zone. Die Reaktion muß mit alkoholfreien Flüssigkeiten vorgenommen werden.

b) Darmsteine bilden sich beim Menschen selten und dann gewöhnlich als Hülleum einen Fremdkörper (Obstkerne, Knochensplitter). Sie sind rundlich, gelb bis graubraun,geschichtet und bestehen hauptsächlich aus Ammonium-Magnesiumphosphat und Calcium-phosphat nebst etwas Fett und Farbstoff.

c) Sehr selten sind die meist Calciumcarbonat enthaltenden Pankreassteine.Übrigens können sich nach längerem Gebrauche von Calcium carbonicum aus diesem Darm-konkremente bilden, die nicht Pankreassteine sind.

Schleim ist in geringen, nur chemisch nachweisbaren Mengen auch im KoteGesunder enthalten; reichliche, ohne weiteres sichtbare Mengen zeigen sich bei Katarrhder Schleimhäute. Schleim ist an der Zähigkeit, mit der er dem Verreiben widersteht,leicht zu erkennen. Bindegewebe und Sehnen sind weißgelb und derber als Schleim.Bringt man Schleim in eine etwa 2 Proz. Essigsäure enthaltende dünne Methylenblaulösung,so färbt er sich stark blau und nimmt ein geronnenes, samtartiges Aussehen an; dieFärbung läßt sich mit Wasser nicht auswaschen. Bei träger Entleerung sieht, der zuKlumpen geballte Kot oft wie lackiert durch einen Schleimüberzug aus; solcher Schleimstammt aus den unteren Darmabschnitten. Bei Dickdarmkatarrh findet man Schleimklumpen,die bisweilen noch die Form der Dickdarmwindungen besitzen; beim Dünndarmkatarrh istder Schleim gleichmäßig im Kote verteilt.

Die mikroskopische Untersucluing muß, wie die chemische, darauf gerichtetsein, organische Störungen sowie Unregelmäßigkeiten in der Verdauung der drei großen Nähi-stoffgruppen: Eiweißstoffe, Fette und Kohlehydrate zu erkennen, und wenn möglich, ihreUrsachen nachzuweisen. Zu diesem Zwecke dienen drei verschiedene Präparate des Kotes.Zunächst entnimmt man eine kleine Probe zur unmittelbaren Untersuchung ohne Zusätze.