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Erg.Bd. (1908)
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Faeces.

In diesem Präparate kann man etwa vorhandene Parasiteneier und bei gestörter Ver-dauung Bruchstücke von Muskelfasern in größerer Menge wahrnehmen. QuergestreifteMuskelfasern werden deutlicher nach Zusatz einer lproz. Lösung von Überosmiumsäure;sie finden sich oft bei Pankreasdiabetes, auch wenn die chemische Untersuchung Albuminenicht nachwies. Pett färbt sich mit Überosmiumsäure dunkel, mit einer Lösung des Farb-stoffes Sudan III orange bis blutrot. Ein zweites Präparat wird mit einem Tropfen Acidumaceticum dilutum verrieben. Hier zeigen sich am besten vorhandene Fettsäurekristalle.Der Nachweis von Eiterkörperchen, die bei Darmkatarrh und eitrigen Vorgängen sich denDarmentleerungen beimengen, gelingt nicht immer. Der Durchbruch eines Eiterherdes inden Dickdarm läßt sich in der Pegel nachweisen; Eiter, der in den Magen oder in denoberen Dünndarm einbricht, wird fast immer so weit verdaut, daß er in dem Kote nichtmehr zu erkennen ist. Ein drittes Präparat wird mit einer Lösung von 1 Teil Jod, 2 T.Kaliumjodid, 50 T. Wasser verrieben. In diesem Präparate zeigen sich alle zarten organi-schen Formen sehr deutlich. Wichtig ist die Erkennung der durch das Jod blaugefärbtenStärkekörnchen, der mehr oder minder blau oder rötlichblau gefärbten Pilzsporen, derFadenbakterien und der Hefezellen.

Will man den Kot auf seine Kristalltrümmer und Kristalle prüfen, so weicht manihn mit wenig Wasser auf, läßt kurz absetzen, gießt ab und mikroskopiert den Absatz.

Am deutlichsten werden die Ergebnisse der makro- und mikroskopischen Prüfungnach Ernährung mit einer geeigneten Probekost ausfallen. Schmidt und Stbasbubgehgeben als Probekost:

morgens: 0,5 1 Milch, dazu 50 g Zwieback;

vormittags: 0,5 1 Haferschleim, aus 40 g Hafergrütze, 10 g Butter, 200 g Milch,300 g Wasser und einem Ei bereitet, durchgeseiht;

mittags: 125 g gehacktes Rindfleisch werden mit 20 g Butter leicht übergebraten,so daß der Braten innen noch roh bleibt, dazu 250 g Kartoffelbrei, aus 190 g gemahlenenKartoffeln, 100 g Milch und 10 g Butter bereitet;

nachmittags: wie morgens;

abends: wie vormittags.

Diese Probekost wird in der Regel 3 Tage lang gegeben, jedenfalls so lange, biseine Darmentleerung, die nur von dieser Diät stammt, untersucht werden kann. Das istbei normalem Stuhlgange meist schon bei der zweiten Defäkation nach Beginn des Ver-suches der Fall. Will man sicher gehen, so gibt man im Beginne und am Ende der Probe-diät jedesmal 0,3 g fein gepulverten Karmin in Oblate. Dadurch wird der Kot der Ver-suchsperiode sichtbar abgegrenzt. Bemerkenswert ist dabei, daß vereinzelte Teile der vor-angehenden Nahrung sich noch in dem späteren, abgegrenzten Teile des Kotes finden. Nachdieser Kost finden sich unter normalen Verhältnissen niemals mit bloßem Auge erkennbare,wenn auch noch so kleine Fleischreste in den Faeces; andernfalls liegt eine Störung derDarmverdauung vor. Erscheinen Bindegewebs- und Muskelreste zusammen, so ist sowohlder Magen wie der Darm an der Störung beteiligt. Fettklümpchen können bei unge-nügender Bindegewebsverdauung infolge von Magenstörungen erscheinen. Nach der Probe-kost kann man bei Gesunden im Kote außer kleinsten, eben noch erkennbaren Cellulose-resten keine makroskopischen Bestandteile wahrnehmen; erscheinen solche, so liegenkrankhafte Verhältnisse vor. Ohne Probediät muß man im allgemeinen annehmen, daßder Kot um so feiner verarbeitet ist, je besser die Verdauung war; das Wiedererscheinenmakroskopischer Pflanzenreste gestattet jedoch noch keinen Schluß auf eine Verdauungs-störung. Bei Probediät soll die mikroskopische Untersuchung außer Celluloserestenkeine Pflanzenreste, auch keine Bindegewebsflocken oder Schleimfetzen zeigen; der Befundsolcher würde pathologisch zu deuten sein.

Beabsichtigt man bei der mikroskopischen Untersuchung ganz schonend und planmäßigzu verfahren, so läßt man die Faeces in einem Becherglase mit Wasser von 37° erweichen,bis die Teilchen beim Umschwenken gleichmäßig verteilt sind, gießt durch ein Siebchenvon feinstem Messingdrahtnetz, verteilt den Rückstand auf dem Siebe nochmals in Wasser