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Erg.Bd. (1908)
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Didymii praeparata. Digitalis.

Didymii praeparata.

Didymilim Chloratum, Didymchlorid, Di 2 Cl 6 - 12H 2 0, ist ein kräftiges Desinfektions-und Konservierungsmittel. Es soll schon in der Verdünnung von 1:5001:1000 dieFäulnis verhindern und in dieser Beziehung Carbolsäure, Borsäure, Kupfer- und Eisen-vitriol, Chlorzink usw. übertreffen. Es kommt als konzentrierte, rosarote Lösung von2530 Proz. in den Handel, ist geruchlos, nicht ätzend und kann auch bei der Kon-servierung von Häuten, Hölzern u. dgl. wie Chlorzinklösung verwendet werden. Fabrikant:Chininfabriken Zimmer & Co., G. m. b. H. in Frankfurt a. M.

Didymilim sulfuricum, Didyöisulfat, Di 2 (S0 4 ) 3 -6H 2 0, ein blaßrosarotes Pulver,kann als Streudesinfektionspulvei für Rohdesinfektion, ebenso auch bei Mauerfraß u. dgl.gebraucht werden.

Didymilim SaÜCyliCUm. Unter der Bezeichnung Dymal kommt ein Präparat inden Handel, welches im wesentlichen salicylsaures Didym darstellt, das als Neben-produkt bei der Fabrikation der Glühstrümpfe gewonnen wird und noch etwas Cersalicylatenthält. Es ist ein sehr feines, geruchloses, in Wasser und Alkohol sehr schwer löslichesPulver, das teils als einfaches Streupulver, teils in Form von 10 proz. Lanolinsalbe als reiz-loses, antiseptisches und sekretbeschränkendes Wundmittel bei Ekzem, Herpes usw. An-wendung finden soll. Fabrikant: Chininfabriken Zimmer & Co. in Frankfurt a. M.

Digitalis. (ZuBa.is.io36.)

I. Digitalis purpurea L.

Focke kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu folgenden Schlüssen, die ergleichzeitig- als Anforderungen an die Digitalisdroge seitens der Arzneibücher aufstellt,und die hier vorangestellt sein mögen:

1. Folia Digitalis pulverisata Fingerhutblätterpulver. Die von Ende Junibis Ende August gesammelten Laubblätter wildwachsender Pflanzen von Digitalis purpureasollen in längstens 3 Tagen so weit getrocknet werden, daß der Wassergehalt weniger als1,5 Proz. beträgt; sie sind dann mittelfein zu pulvern. Das mattgrüne Pulver zeigt beiVergrößerung die Blätterteile mit mehrzelligen (meist ein- bis vierzelligen) spitz zulaufendenHaaren und kopfigen Drüsenhaaren; Oxalatkristalle fehlen. Es schmeckt widerlich bitter.

2. In dem aus 1 Teil Fingerhutblätterpulver durch Aufgießen siedenden Wassers und30 Minuten dauerndes Stehenlassen hergestellten, 10 T. betragenden Auszuge soll nach demErkalten durch Zuträufeln von Gerbsäurelösung ein reichlicher Niederschlag entstehen, dervon überschüssiger Gerbsäurelösung nur schwer wieder aufgelöst wird.

3. Wenn während des Juli, August oder September in einem kühlen Räume von demwie in 2. angegeben hergestellten Auszuge mittelgroßen, einige Tage vorher gefangenenLandfröschen (Rana temporaria) eine je dem 50. Teil ihres Gewichts gleichende Menge in dieOberschenkellymphsäeke eingespritzt wird, so soll die darauf bis zum Dauerstillstand derbloßgelegten Herzkammer vergehende Zeit bei mindestens 4 Versuchen, von denen bei keinemjene Zeit unter 7 oder über 15 Minuten dauerte, durchschnittlich zwischen 9 und 11 Minutenbetragen. Es sei v der Wirkungswert der Digitalisblätter in jedem einzelnen Versuche, p das

Gewicht des Versuchstieres, d die Dosis und t die im Versuche beobachtete Zeit, so ist v= -;

dtder im Durchschnitte aus allen Einzelversuchen sich ergebende Wirkungswert, die Valenzder Digitalisblätter wird mit V bezeichnet. Dieser Wirkungswert wird bei den titriertenDigitalisblättern durch Mischung stärker und schwächer wirkender Blätter gleichmäßig ein-gestellt (s. S. 201).

4. Das Digitalispulver ist in luftdicht geschlossenen Gläsernlänger als zwei Jahre aufzubewahren. Größte Einzelgabe 0,2; größte T(Vgl. hierzu Prüfung und Wertbestimmung 3 und 4.)

Bestandteile. Das wichtigste der Digitalisglykoside ist das Digitoxin^a^H^On, welches nach Caesar und Loretz im Durchschnitt zu 0,25 Proz. in den frischgeernteten Blättern vorhanden ist. Es soll 5 mal so stark wirken als Digitalin; bei derSpaltung gibt es Digitoxigenin C 22 H 32 0 4 und eine Zuckerart, die Digitoxose C 6 H 12 0 4 .Digitoxin ist kristallinisch; es löst sich in Chloroform, nicht in Wasser. Neuerdings (seit

vorsichtig, nicht1,0.