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Erg.Bd. (1908)
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Calystegia.

einander aufgegossen werden und man darf nicht an die Wegeeinfassungen damit kommen,auch nicht an Baumwurzeln. Bei Viehsalz hat das Ausstreuen auch wiederholt zu geschehen.Die Anwendung von Salz- oder Schwefelsäure ist etwas teuer. Es werden z. B. 60 1 WasBermit 10 kg ungelöschtem Kalk und 1 kg Schwefelsäure in einem Kessel zusammengegebenund die warme oder kalte Mischung mittels einer Gießkanne auf die Wege gespritzt. BeineKalkmilch ist nur frisch zu gebrauchen (1 kg ungelöschter Kalk in 10 1 Wasser). Noch seibemerkt, daß unter den Kiesarten sich Bleikies sehr gut für Gartenwege eignet, da er demWuchern des Unkrauts sehr hinderlich ist.

Pulvis Calcariae composltus (Dresd. Vorschr.).Zusammengesetztes Kalkpulver.

Bp. Calcii phosphoriei 12,0

Ferri lactici 12,0

Cort. Aurantii pulv. 6.0

Conchar. präp. 24,0

Sacchari Lactis 46,0.

Solutio Calcii bisulfurosi (Ergänzt). Hl).Calciumbisulfitlösung.

Bp. Calcar. e marmora 50,0Aquae qu. s. ad 1000,0.In diese Kalkmilch wird so lange S0 2 eingeleitet,bis der Kalk gelöst u. die Flüssigkeit mit SO»übersättigt ist. Man verdünnt bis zum spez.Gew. 1,08 und füllt auf kleine Flaschen.

Sirupus Calcii lactophosphorici cum Ferroet Mangano (D. Ap.-V.).Kalk-Eisen-Mangan-Sirup.Bp. Calc. carbonic. 10,0werden in einer Mischung von

Acid. lactic. 24,0und

Aquae 43,0

unter Erwärmen gelöst. Nach Zusatz von

Acid. phosphor. 22,0werden noch

Ferri lactici 5,0

und

Mangan, lactic. 1,0in der Flüssigkeit unter weiterem Erwärmen ge-löst. Die filtrierte Lösung wird mit

Sirup, simpl. 900,0(bereitet aus zwei Teilen Zucker und einem TeileWasser) gemischt. Zu Je 1000 g des fertigenSirups werden 2 Tropfen Citionenöl gegeben.

Calystegia.

Calystegia Soldanella R. Br., Familie der Convolvulaceae. Krautiges Gewächsmit niederliegendem Stengel, kleinen, aber langgestielten, rundlich-nierenförmigen bzw.verkehrt-herzförmigen, an der Spitze abgerundeten Blättern. Blüte groß, mit rosaroterBlumenkrone. Ist im Mittelmeergebiet verbreitet, besonders an den sandigen FlußufernFrankreichs häufig. Wird von französichen Ärzten infolge ihrer in allen Teilen, beson-ders in der Wurzel enthaltenen purgierend wirkenden Harzes (ca. 1112 Proz.) neuer-dings wieder als Abführmittel empfohlen. Man verwendet die Blätter bzw. das ganzeKraut und auch das daraus isolierte Harz.

I. Herba Soldanellae. Aus den Blättern bereitet man Tinktur; aus den frischenBlättern preßt man den Saft, der mit Rad. Bryoniae und Fol. Digitalis zu Pillen ver-arbeitet wird. Das Pulver der Soldanella wirkt bei Erwachsenen in Dosen von 34 g.

IL Resina Soldanellae wird analog dem Scammonium oder Jalappenharz durchExtraktion der Pflanze resp. Wurzel mit Alkohol und Auswaschen mit Wasser erhalten.Es stellt nach Beulaygue ein durchscheinendes, amorphes Harz von gelblichgrauer Farbedar, riecht aromatisch, ist aber geschmacklos. Es schmilzt bei 113°, ist rechtsdrehendund in Alkohol, Äther, Chloroform usw., nicht aber in Petroläther löslich. Chemisch ge-hört es zu den Glukosidcn.

Anwendung. Wird in Pillenform, als Tinktur oder als Emulsion verordnet.Dosis für Erwachsene 1,5 g, für Kinder die Hälfte.

Aach Calystegia Sepium L. enthält ein ähnliches Harz (vgl. Bd. II S. 855).

Tinctura Soldanellae composita.

Bp. Succ. herbar. Soldanellae recent. 40,0

Bad. Soldanellae 60,0

Bad. Bryoniae 20,0

Spiritus (80proz.) 1000,0.

M. f. maceratione tinctura.