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Erg.Bd. (1908)
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Bismuti praeparata.

BismiltOSe, eine Wismuteiweißverbindung mit etwa 22 Proz. Wismut und 66 Proz.Eiweißsubstanz bildet ein weißes, in Wasser und Alkohol unlösliches, in Alkalien lös-liches Pulver.

Darstellung. Nach D.R.P. 117 269: 242 g kristallisiertes Wismutnitrat werdenin 1200 com konzentrierter Kochsalzlösung gelöst und nitriert zu einer Lösung von 500 greinem Eialbumin in 5 1 Wasser allmählich in dünnem Strahle zugegeben, wobei die Ko-agulation beginnt. Die ausgeschiedene Masse wird dann mit der gleichen Menge heißenWassers versetzt, gekocht, abgesaugt und so lange mit Wasser gewaschen, bis das ab-laufende Waschwasser säure- und wismutfrei ist. Hiernach wird die entstandene Wis-muteiweißverbindung abgepreßt, getrocknet und zum Schluß gemahlen.

Anwendung. Das Präparat soll besonders in der Kinderpraxis bei Magen- undDarmkrankheiten gegeben werden. Dosis: 12,0 g stündlich bei Kindern unter 1 / 2 Jahr;größere Kinder nehmen es teelöffelweise. Äußerlich wendet man es als Streupulver beiIntertrigo und Verbrennungen an. Fabrikant: Kalle & Co in Biebrich a. Rh.

Aufbewahrung. Vor Licht geschützt.

Bismutum bisalicyliCUttl, Wismutdisalicylat. Bei den Versuchen, Verbindungender Salicylsäure mit Wismut darzustellen, wurden zumeist basische Salze erhalten, vondenen ein der Formel 0=BiC00C 6 H 4 0H entsprechendes mit einem theoretischenGehalt von 64,31 Ptoz. Bi 2 0 3 als Bismut. subsalicylicum in das Arzneibuch aufgenommenworden ist.

Außer diesem basischen Monosalicylat war in der bisherigen Literatur auch einTrisalicylat aufgeführt. Nach den Angaben des D.R.P. 168 408 vom 1. Juli 1905 derChemischen Fabrik v. Heyden in Radebeul b. Dresden ist dieses Trisalicylat aber nichtexistenzfähig, vielmehr stellt es ein Gemisch dar aus einem Disalicylat mit freier Salicyl-säure, aus dem man das Disalicylat in reinem Zustande erhalten kann, wenn man dieSalicylsäure durch Extraktion mit indifferenten Mitteln in der Kälte oder durch vorsichtigeNeutralisation weglöst. Versucht man dagegen die Salicylsäure durch Auskochen zu ent-fernen, so erhält man als Endprodukt nicht das Disalicylat, sondern das basische Mono-salicylat. Das Disalicylat bringt die Firma v. Heyden in Radebeul b. Dresden unter demNamen Bismutum bisalicylicum in den Handel. Nach ihrer Angabe hat es die Zu-sammensetzung :

OH-Bi< OCOC o E * OHUli «KocOCbH^ÜH

oder 0<

. ^0C0C 6 H 4 0H' m< -0C0C 6 H 4 0H

x Bi-

^0C0C 6 H 4 0H"-0C0C 6 H 4 0H

Nach Untersuchungen von Zebnik ist dieses Disalicylat des Handels aber auch nochmit etwas basischem Salz vermischt.

Darstellung. Bismut. bisalicyl. wird dargestellt (Amer. Pat. 809 583) durch Um-setzen der Lösung eines normalen Wismutsalzes mit einem solchen Salicylsäuresalz, dessenBase mit der Säure des Wismutsalzes lösliche Salze bildet, unter Vermeidung von Tempe-ratursteigerungen, die eine weitere Zersetzung des gebildeten Disalicylats herbeiführenwürden. Die zugleich mit dem Disalicylat sich bildende freie Salicylsäure wird durch einindifferentes Lösung-smittel entfernt oder durch Neutralisieren weggelöst.

Eigenschaften und IdentitätsrealMonen. Feines, weißes, geschmacklosesPulver mit schwach süßem Nachgeschmäcke. Der mit kaltem Wasser hergestellte Aus-zug reagiert neutral. Die wässerige Suspension gibt mit Eisenchlorid violette Färbung.Kocht man mit verdünnter Natronlauge, filtriert und versetzt das Filtrat mit Salzsäure,so scheidet sich Salicylsäure ab. Beim Glühen bleibt ein gelber Rückstand, der die Wis-mutreaktionen gibt. Beim Kochen mit Wasser spaltet sich das Präparat in Salicylsäure,welche in Lösung geht, und Bismutum subsalicylicum. Gehalt an Bi 2 0 3 4850 Proz., anSalicylsäure 5052 Proz.

Anwendung. Das Präparat verdankt seinen Komponenten eine adstringierendeund eine antiseptische, Gärungs- und Fäulnisprozesse beseitigende Wirkung.