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Erg.Bd. (1908)
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133
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Bezoar. Bismuti praeparata.

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Bezoar.

Bezoarsteine (Lapis bezoardicus orientalis) nannte man früher zusammengeballte(ans Pflanzenresten, Haaren usw. bestehende) Massen, welche sich im Magen (Pansen) derin Persien und dem Kaukasus lebenden Bezoarziege finden. Auch von Antilopen warenBezoarsteine (vermutlich Gallensteine) im Handel. Als Lapis bezoardicus occidentaliswurden die Bezoarsteine aus dem Pansen des Lama und des Vikunna (in Südamerikaheimisch) bezeichnet. Deutsche Bezoarsteine, sog. Gamskugeln, sind ähnliche Kon-kremente aus dem Pansen der Gemse. Die Bezoarsteine wurden früher und werden inGebirgsgegenden heute noch als Schutzmittel gegen Vergiftungen und alle Arten von An-steckungen angewendet.

Bismuti praeparata. <zu Bd. is. 483-498.)

Bismalum. Bismutum methylendigallicum, methylendigallussaures Wismut,

3Bi(OH) 3 -}~4C 15 H 12 0 10 wird durch Digerieren von Methylendigalluss'äure mit Wismut-hydroxyd erhalten und bildet ein graubraunes, sehr voluminöses, in Alkalien gelbrot lös-liches Pulver. Es wird als Adstringens bei Diarrhöe usw. in Dosen von 0,10,3 g mehr-mals täglich angewendet. Fabrikant: E. Merck in Darmstadt.

BiSITIOniim, Bismon, Bismutum oxydatum colloidale, kolloidales Wismutmeta-hydroxyd.

Darstellung. Nach D. R. P. 164 663 bzw. 172 683 löst man in erhitzter, ver-dünnter Natronlauge Eiereiweiß auf, filtriert und dialysiert, bis alle freie Natronlaugeverschwunden ist. In diese dialysierte Lösung, welche die Natriumsalze von Albumosenenthält, gibt man eine Lösung von salpetersaurem Wismut in Glycerin. Dabei entstehtdurch doppelte Umsetzung ein Niederschlag von Protalbin- bzw. Lysalbinwismut, währendsalpetersaures Natrium in Lösung bleibt. Gibt man jetzt Natronlauge zu, so wird diesalzartige Verbindung zerlegt; Protalbin- und Lysalbinsäure gehen als Natriumsalz unddas Wismut als kolloidales Wismutmetahydrat in Lösung. Zur Entfernung des Glycerins,des salpetersauren Natriums und der überschüssigen Natronlauge wird die Lösung dialy-siert und dann im Vakuum unter 60° zur Trockne eingedampft, wobei das Metahydratwahrscheinlich in Oxyd übergeht, wofür die rötliche Farbe spricht.

Eigenschaften. Botgeibes Pulver vom spez. Gew. 1,61. Es enthält ca. 20 Proz.metallisches Wismut. Bismon löst sich in kaltem und heißem Wasser. Die Lösungen biszu 25 Proz. haben eine gelbrote Farbe mit schwacher Opalescenz, sind geschmacklos undnoch hinlänglich leicht beweglich, während Lösungen mit höherem Gehalt bis zu 50 Proz.eine sirup- bis gallertartige Konsistenz annehmen. In Berührung mit Zink, Zinn, Bleiund Eisen scheidet eine lOproz. Lösuffg keinen Niederschlag ab und greift die Metallenicht an; Schwefelwasserstoff gibt in einer 50proz. Lösung weder in der Kälte, nochin der Hitze einen Niederschlag, sondern erzeugt nur eine schwarzbraune Färbung. Gibtman tropfenweise Eiweißlösung zu einer lOproz. Bismonlösung, so entsteht anfangs eineachwache Trübung, die auf Zusatz von mehr Eiweißlösung wieder verschwindet. Beilängerem etwa 34 Wochen langem Stehen von Bismonlösungen tritt allmählicheZersetzung ein unter Abscheidung eines schwarzen Niederschlages. Die wässerigenLösungen des Bismons stellt man sich am besten aus dem Pulver im Wasserbad unterUmrühren bei 510 Minuten dauerndem Erhitzen dar. Die genaue intramolekulare Be-schaffenheit des Bismons ist noch nicht aufgeklärt.

Anwendung. An Stelle der unlöslichen Wismntpräparate bei akuten, nicht allzu-weit vorgeschrittenen "Verdauungsstörungen der Säuglinge und kleinen Kinder. Dosis:5-4mal täglich 5 ccm einer lOproz. wässerigen Lösung, ev. mit Milch gemischt. Vorhermuß der Verdauungstraktus von allem schädlichen Inhalt durch geeignete Mittel befreit sein.

Aufbewahrung. Vor Licht geschützt.