Balata,
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pathogenen Bakterien umfaßt aber außer den oben erwähnten auch noch andere Erregermenschlicher und tierischer Infektionskrankheiten, z. B. die Bakterien der Säuglingsgrippeund die Meningokokken.
Anwendung. Das Anwendungsgebiet der Pyocyanase ist demnach ein sehr weitausgedehntes und vielseitiges. Man bedient sich vorläufig des Präparats aber nur beiDiphtherie, Grippe und Genickstarre in Form von Eintränflungen oder Einblasungen indie Nase oder den Rachenraum. Fabrikant: Dresdener ehem. Laboratorium Lingner inDresden.
Rodentilpräparate sind haltbare Rattenpest- und Mäusetyphuskulturen des InstitutsKolibabe in Dresden, welche sich zur Vertilgung von Ratten und Mäusen sehr gut bewährthaben sollen.
Balata.
Balata ist der eingetrocknete Milchsaft einiger Vertreter der Gattung Mimusops,insbesondere M. globosa Gärtn. (syn. M. Balata Orueg. = Bullestree, Bullytreeoder Bolletrie, auf Deutsch Kugelbaum), zur Familie Sapotaceae gehörig. Der Balata-baum kommt vor: in Westindien (große und kleine Antillen, Bahamainseln), in Venezuela,Guayana und Brasilien, an der Westküste des äquatorialen Afrikas, in Abessinien, Angola,auf Madagaskar und auch in Australien (Queensland). Besonders werden neuerdings großeBaiatabestände in den Flußgebieten des Amazonenstromes gemeldet, die noch der Aus-beutung harren, um so mehr, als die Vorräte in Guayana in Abnahme begriffen sind.
Balata ist schon seit 1857 — als Guttapercha aus Surinam — in Europa bekannt,gewinnt aber erst in letzter Zeit als brauchbarer Ersatz für Guttapercha mehr und mehran Bedeutung, daher im Bd. I S. 1274 nur kurz erwähnt.
Gewinnung. Früher trieb man Raubbau, d. h. der Baum wurde gefällt und dieRinde ringförmig angeschnitten. Jetzt läßt man die Bäume stehen und verwundet nur dieRinde durch systematische Einschnitte, die miteinander korrespondieren, so daß der aus-tretende Milchsaft dem-Baum entlang abwärts fließt und unten schließlich in einer Kala-basse aufgefangen wird. Den gesammelten Saft läßt man zunächst einen Gärungsprozeßdurchmachen und trocknet ihn dann an der Sonne, wohl auch durch Eindampfen über Feuer.
Eigenschaften. Die rohe Balata des Handels ähnelt äußerlich der Guttapercha.Sie bildet lederartige, elastische Platten von außen brauner, innerlich mehr granweißerFarbe, die bei 49—50° erweichen, plastisch werden und bei 149—150° schmelzen. DerHauptunterschied zwischen Balata und Guttapercha liegt in dem Verhalten gegenatmosphärische Luft; während letztere unter Einwirkung von Luft und Licht bald harzigund brüchig wird, bleibt Balata unter gleichen Bedingungen lange Zeit unverändert. EineAufbewahrung unter Wasser ist daher überflüssig; es genügt ein gut verschließbares Ge-fäß. Balata ist nicht löslich in kaltem, wohl aber in heißem Petroläther; langsam löslichauch in Chloroform, leicht in einem Gemisch gleicher Teile Chloroform und Petrolätherund am besten in einem solchen ans gleichen Teilen Tetrachlorkohlenstoff und Petroläther.
Bestandteile (nach Schereschewski). Aus Balata löst siedendes Wasser 5,7 Proz.,Alkohol 41,5 Proz., Aceton 42,5 Proz., Äther 87 Proz., Chloroform (bei gelindem Erwärmen)86,8 Proz. Es beträgt der Gehalt an Wasser 1,72 Proz., Asche 0,96 Proz., Harz (durchErschöpfen mit siedendem Alkohol) 41,5 Proz. Das Harz besteht aus K- und /S-Balalban(beide kristallinisch) und Balafluavil (amorph). Der Guttagehalt der Balata (durch Er-schöpfen des entharzten Produktes mit Chloroform bestimmt) beträgt 45,3 Proz. Außerdiesem „Balagutta" C 10 H 18 (krist.) ist noch Balalbanan nachgewiesen worden;letztere beiden Körper verändern sich rasch an der Luft; die Haltbarkeit der Balata istdaher nur durch die spezifische Weichheit ihrer Harzbestandteile bedingt.
Verunreinigungen. Außer den hei der Rohware vorkommenden Verunreinigungenm it Pflanzenteilen ist nur eine häutigere Beschwerung mit Kalk beobachtet worden, aufwelche bei der Verarbeitung Rücksicht zu nehmen ist.