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Erg.Bd. (1908)
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Balnea medioata.

Reinigung (nach Aeends). Man löst die vorher mit angesäuertem Wasser aus-gekochte, dann gut nachgewaschene und getrocknete Rohhalata in einem Gemische ansgleichen Teilen Petroläther und Tetrachlorkohlenstoff, läßt die Lösung klar absetzen, gibtdie klare Flüssigkeit in eine Destillierblase, welche etwas Wasser enthält, und destilliertdas Lösungsmittel ab. Der grauweiße Rückstand wird mit Wasser ausgekocht, sorgfältigmalaxiert und in Stangen ausgerollt. (In derselben billigen Weise läßt sich Guttaperchareinigen, nur ist hierbei zu berücksichtigen, daß manche Handelssorten eine Bleichungdes Destillationsrückstandes mit etwas Chlorlauge verlangen.)

Verwendung. Als billiger Ersatz für Guttapercha: pharmazeutisch zu Zahnkitt,Traumaticin, Guttaperchapflastern usw.; technisch zur Fabrikation von Treibriemen, Schuh-sohlen, Schweißblättern u. a. mehr.

Balnea medioata. (zu.Bd.1s.440.)

Kohlensäurebäder hat man im wesentlichen nach drei typischen Verfahren her-gestellt: Nach Qüaglio aus Salzsäure und Natriumbicarbonat, nach Sandow aus stoechio-metrisch berechneten Mengen Kaliumbisulfat und Natriumbicarbonat und nach Kopp & Josephaus einer Lösung- von Chlorcalcium in Essigsäure und Natriumbicarbonat. Diese letzteren Bäderkommen unter dem Namen Zeo-Bäder in den Handel. Das Salzsäurebad bietet, abgesehenvon der Gefährlichkeit des Hanticrens mit der Säure, den großen Nachteil, daß die Metall-wannen stark angegriffen werden. Auch die Bisulfatbäder sollen Metall angreifen, währenddie Essigsäurebäder dies fast gar nicht tun. Nach Zuckes bedient man sich zum Frei-machen der Kohlensäure eines Gemisches aus Milchsäure und Ameisensäure. In denLEBKÄMschen Formicabädern ist freie Ameisensäure das C0 2 entwickelnde Agens. Zugleichem Zweck wurde von Schekk Phosphorsäure vorgeschlagen.

Sauerstoff bäder werden aus Peroxyden oder Perboraten, z. B. Natriumperoxyd, mitHilfe von Manganborat oder (nach D. R. P. 179181) Metallsaccharaten (Eisenoxydsaccharate)als Katalysatoren bereitet. Die Bereitung des Ozetbades nach Saeason z. B. ist folgende:300 g Natriumhyperborat werden in das fertige Bad hineingeschüttet, worauf man etwasManganborat als Katalysator, es über die ganze Wasserfläche verteilend, hinzufügt. DieSauerstoffentwicklung beginnt nach 13 Minuten in moussierender Form und dauertetwas über eine Viertelstunde.

Hydrox-Bäder sind Sauerstoffbäder, welche durch elektrolytische Zerlegung des Wassersgewonnen werden.

Perlbäder nach WEISSBEIN sind Bäder, denen Kohlensäure, Sauerstoff oder Luft mittelsbesonderer Apparatur in fein verteilter Form zugeführt wird.

Balnearum adjumenta.

Aphor werden Tabletten aus Natriumbicarbonat mit verschiedenen Zusätzen genannt;sie sollen, dem Badewasser zugesetzt, lebhaft Kohlensäure entwickeln. Bezugsquelle:Dr. Sedlitzky in Hallein b. Salzburg.

Dermocrucin ist ein Salbenpräparat, welches 50 Proz. Kreuznacher Mutterlaugeenthält.

Divinal wird ein Zusatz zu heilkräftigen Bädern genannt, die bei Gicht, Rheuma-tismus, Nerven- und Frauenleiden, Stoffwechselstörungen usw. gebraucht werden sollen. DieZusammensetzung des Präparates ist folgende: Kieselsäure 31,12 Proz., Tonerde 4,39 Proz.,Eisen 7,20 Proz., Kalk 33,4 Proz., Magnesia 5,6 Proz. Fabrikant: Carl Badek in München,Zweibrüekenstr. (Wittstein. )

Fanghi di Sclafani ist eine Erde vulkanischen Ursprungs, die in Sizilien (Sclafani)gefunden wird. Dieselbe besteht hauptsächlich aus elementarem Schwefel in sehr feiner,kristallinischer, in Schwefelkohlenstoff löslicher Form; daneben sind Strontiumsulfat, Barium-sulfat, Calciumsulfat und verschiedene Silicate vorhanden neben Erdalkalien, Eisen undResten pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Das Präparat hat bei Acne rosacea sich sehrwirksam gezeigt. Man verreibt es mit wenig Wasser zu einem Brei und trägt diesen auf.Bezugsquelle: Apotheker A. Janssen in Florenz, Via dei Fossi. (Nicht zu verwechseln mitFango, dem Schlamm der heißen Quellen von Battaglia, siehe Bd. I S. 441.)