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Erg.Bd. (1908)
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Bacteriologica.

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nehmen leicht Farbstoffe auf. Zur Kennzeichnung dient die Impfung auf Mäuse und Meer-schweinchen.

6. Rotzbacillen werden auf Blutserum, Agar oder Kartoffeln (rotbrauner Belag) bei37° gezüchtet. Bringt man Eiter rotzkranker Tiere unter das Bauchfell von Meerschweinchen,so gehen die Tiere nach 14 Tagen ein; die in ihren Organen sich vorfindenden Rotzknotenenthalten Beinkulturen der Bacillen. Sie werden in Ausstrichpräparaten gefärbt durch5 Minuten lange Einwirkung von Löfflers Methylenblau (s. II, B, 1) oder Gentianviolettund Anilinwasser, dem man das gleiche Volumen 0,01 proz. Kalilauge zugesetzt hatte. Diegefärbten Präparate spült man mit 1 proz. Essigsäure, dann mit Wasser ab.

7. Buhrbacillen sind den Typhusbacillen sehr ähnlich, besitzen aber keine Geißeln,und sind daher unbeweglich. Sie bilden in Traubenzuckeragar kein Gas, sie bilden kein Indol.

8. Schwindsucht: Tuberkelbacillen sind unbeweglich. Sie gedeihen im all-gemeinen sehr langsam auf Blutserum und nur bei 37°; das Eintrocknen der Röhrchen mußdurch Gummikappen verhindert werden. Als Nährböden, auf denen das Wachstum schonnach 8 Tagen üppig vor sich geht, sind Pickers Hirnnährboden und Hess esHeydenagar zu nennen.

a) Pickers Hirnnährboden: Gleiche Teile fein zerriebenes Hirn und Wasser werdenunter Umrühren zum Sieden erhitzt, 15 Minuten im Sieden erhalten und abgeseiht. Dieleicht breiige Kolatur mischt man mit ebensoviel 2,5 proz. Agarlösung gut durch und kühltab, so daß die Erstarrung eintritt, ehe Hirn- und Agarschicht sich trennen.

b) Hesses Heydenagar. Einer Lösung von 5 g Nährstoff Heyden in 50 g Wasserwerden 5 g Natriumchlorid, 30 g Glycerin, 1020 g Agar, 5 g Normal-Sodalösung, 950 g Wasserzugegeben, unter Umrühren 15 Minuten lang gekocht, im Dampfstrome filtriert und nach demSterilisieren in Doppelschälehen abgefüllt.

Um diese Nährböden zu besäen, wird eineLinse" des Sputums in mehreren Portionensterilen Wassers gewaschen, auf der Oberfläche des Nährbodens in feinen Flöckchen zerteilt.Bei 37° C zeigt sich schon nach 67 Stunden Vermehrung, und nach 67 Tagen zeigensich, wenn die Schälchen in einer feuchten Kammer vor dem Austrocknen bewahrt wordenwaren, dem bloßen Auge sichtbare Kolonieen, die im Klatschpräparat untersucht werden.

Die Tuberkelbacillen färbt man durch 2 Minuten lange Einwirkung siedender Carbol-fuchsinlösung (s. II, B, 3), Einlegen in 5 proz. Schwefelsäure oder 20 Proz. offizineile Salpeter-säure haltende Wassermischung, die nach 25 Sekunden entfärbt, Abspülen in 70 proz. Alko-hol, bis das Präparat farblos erscheint und Nachfärben mit wässeriger Methylenblaulösung.Die Tuberkelbacillen erscheinen darauf lebhaft rot auf blauem Grunde, alle anderen Ba-cillen sind blau oder nicht gefärbt; außer den Tuberkelbacillen darf nichts deutlich rot ge-färbt erscheinen.

Sputum, Urin, Milch u. dgl. werden auf einem Deckglase fein verteilt, ausgetrocknet,fixiert und wie vorstehend gefärbt. Von Sputum entnimmt man, wenn möglich einer sog.,,Linse", die man auf einem schwarzen Hartgummiteller leicht aus dem ausgebreitetenSputum heraussuchen kann, die Probe mit Platinöse, quetscht sie zwischen zwei Deck-gläsern und untersucht die Präparate. Man kann das Sputum auch mit seiner vierfachenMenge 0,2 proz. Natronlauge im Glaszylinder mit Gummistopfen durch kräftiges Schüttelnmischen, das Gemenge zum Sieden erhitzen, nach Zusatz von 12 Tropfen Phenolphthalein-lösung tropfenweise 5 proz. Essigsäure zufügen, bis die rote Färbung eben verschwunden ist,das doppelte Volumen 96 proz. Alkohol zusetzen, zentrifugieren und den Absatz, in demnun die Bazillen des gesamten Sputums sich angereichert finden, zu gefärbten PräparatenVerarbeiten. Urin, Exsudate, Punktionsflüssigkeiten usw. zentrifugiert man und macht Prä-parate vom Bodensatze.

9. Trippergonococcen. Die fixierten Präparate werden mit alkoholischer Eosin-lösung erhitzt, wobei es nichts schadet, wenn der Alkohol anbrennt. Man saugt den Alkoholdurch Piltrierpapier ab, läßt 15 Sekunden lang gesättigte alkoholische Methylenblaulösung ein-wirken und spült in Wasser ab. Gonococcen und Zellkerne sind danach blau, die Zelleiberr ot. Nach Gäam (s. C, 3) werden Gonococcen entfärbt.

10. Typhusbacillen sind lebhaft beweglich und besitzen zahlreiche Geißeln. SieVerden mit Hilfe einer ganzen Anzahl Kulturverfahren, durch die Bakteriolyse im TierkörperUnd durch die Agglutination gekennzeichnet. Aus Wasser werden die Typhusbacillen eventuellnach dem Zentrifugieren (unter Verwendung des Bodensatzes) durch Gelatinekultur isoliert.Sie wachsen leicht auf schwach saueren Nährböden. Die Kulturpräparate müssen auf denDeckgläsern gut fixiert werden, da sie sich leicht ablösen. Typhusbacillen nehmen leichtdie üblichen Anilinfarben an, werden aber nach Gbam nicht gefärbt.

E. Bakteriologische Wasseruntersuchung. Vorbedingung ist einwandfreie Entnahmeder Proben. Pumpbrunnen werden etwa 20 Minuten lang abgepumpt, dann das Wasser insterilen Reagierröhren, nach Abbrennen ihres Randes, aufgefangen. Aus offenen Brunnen,Zieh- und Kesselbrunnen, Quellen, Wasserläufen entnimmt man die Wasserprobe in ein keimfreies"robierrohr, nötigenfalls durch Herablassen des Röhrchens an einer Schnur, oder man ver-wendet besondere Apparate, die zur Entnahme von Wasser aus größeren Tiefen dienen. Bei

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