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Erg.Bd. (1908)
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Bacteriologica.

spült mit Wasser ab und bewirkt Kontrastfärbung mit Methylenblaulösung. Das Verfahrenberuht darauf, daß die Sporenmembran nach Behandlung mit oxydierenden Stoffen für Farb-stoffe besser aufnahmefähig wird. Man kann daher die Chromsäure auch durch Chlorzink-jodlösung oder Wasserstoffsuperoxydlösung ersetzen.

8. Geißelfärbung. Bakterien zeigen häufig eine lebhafte Bewegungsfähigkeit, dieauf zarte, durchsichtige, fadenförmige Anhängsel zurückzuführen ist. Besonders gut pflegendiese Geißeln genannten Anhängsel bei jungen Agar-Kulturen entwickelt zu sein. Jeden-falls prüft man zunächst im hängenden Tropfen, ob die Bakterien lebhafte Beweglichkeit be-sitzen. Die Geißeln können nur an einzeln liegenden Bakterien gut sichtbar gemachtwerden. Man reinigt daher 56 Deckgläser sorgfältig und beschickt jedes mit einem TropfenWasser. In den Tropfen des ersten Deckglases bringt man nun mit Hilfe eines Platindrahtesetwas von dem die beweglichen Bakterien enthaltenden Materiale, mischt, bringt von demGemisch ebenso etwas nach Tropfen 2, von diesem ebenso nach Tropfen 3 usw. Die Tropfenwerden, falls sie nicht genügend ausgebreitet sein sollten, angehaucht und der dadurch aus-gebreitete Tropfen eintrocknen gelassen, der Rückstand in gewohnter Weise durch die Flammefixiert. Die Geißeln sind nun übersichtlich angetrocknet, aber nicht ganz leicht zu färben. Ambesten verfährt man nach van Ermengem, indem man auf die Präparate eine Mischung von1 Teile 2proz. Überosmiumsäure mit 2 T. 1020proz. Tanninlösung, der auf 100 ccm45 Tropfen Eisessig zugesetzt sind, eine halbe Stunde lang bei Zimmertemperatur oder5 Minuten lang bei 5060° einwirken läßt. Eine Mischung, die einige Tage alt ist, wirktbesser als eine frisch bereitete. Dann spült man zuerst mit Wasser, darauf mit absolutemAlkohol ab, taucht einige Sekunden lang in eine 0,250,5l,0proz. wässerige oder alkoholi-sche Silbernitratlösung, darauf ohne Abspülen einige Augenblicke lang in eine Lösung vonAcid. gallic. 5,0; Tannin 3,0; Natr. acetic, bisfus. 10,0; Aqu. 250,0, bringt in die Silberlösung zurückund bewegt sie darin, bis die Lösung sich zu schwärzen beginnt. Dann spült man mit vielWasser ab. Erscheint jetzt die Färbung nicht stark genug, so wiederholt man die Ein-wirkung von Gallussäure und Silberlösung sowie das Abspülen, ist sie zu stark, so tauchtman einen Augenblick lang in eine Lösung von reinem Goldchlorid (1 Teil in 3000 TeilenWasser), spült sorgfältigst ab und läßt das Präparat einige Tage am Lichte liegen. Die Arbeitist bei hellem Tageslicht auszuführen. Im gefärbten Präparate erscheinen die Bakterien schwärz-lichbraun, die Geißeln schwarz.

D. Kennzeichnung einzelner Bakterienarten durch Färbung.

1. Aussatz: Leprabacillen werden wie Schwindsuchtsbacillen gefärbt undnehmen den Farbstoff leichter auf als diese. Färbt man 67 Minuten lang in einer ver-dünnten Fuchsinlösung (56 Tropfen gesättigte alkoholische Lösung auf ein Uhrglas vollWasser), bringt dann 15 Sekunden lang in Alkohol, dem 10 Proz. Salpetersäure zugemischtsind und spült mit Wasser ab, so findet man die Leprabacillen bereits gefärbt, die Tuberkel-bacillen noch nicht. (Baum&arten.)

2. Cholera: Choleravibrionen. Zur Untersuchung dient eine Stuhlprobe oderder Inhalt einer Darmschlinge aus dem mittleren oder unteren Teile des Ileum, aus dem mandieSchleimflöckchen" zur Untersuchung heraussucht. Feste Stühle werden mit sterilemWasser aufgeweicht, um die Schleimflöckchen aufzufinden. Von diesen macht man ein Aus-striohpräparat und färbt es mit verdünnter (1:9 Wasser) Carbolfuchsinlösung (s. II, B. 3).Etwas Material bringt man in 1 Tropfen Peptonlösung und untersucht im hängenden Tropfenfrisch und nach halbstündigem Verweilen bei 37° C, sowie frisch und gefärbt auf die be-kannten Formen der Kommabacillen. (Vgl. Anweisung zur Bekämpfung der Cholera, Ver-öffentl. des Kais. Gesundheitsamts, 1904, Nr. 12, besondere Beilage, Berlin, Springer.)

3. Diphtheritisbacillen. Der aus dem Bachen mit steriler Platinöse entnommeneBelag wird fraktioniert auf Löfflers Blutserum (s. I, 7) ausgesät; die sechs Stundenim Brutschranke erhaltenen Kulturen werden untersucht. Die mit Löfflers Methylenblau(s. II, B, 1) behandelten Bacillen zeigen abwechselnd gefärbte und ungefärbte Partien, Keulen-und Spindelformen usw. Das Blutserum muß durch Aussaat von Beinkulturen auf seineErnährungsfähigkeit für Diphtheriebacillen geprüft sein, und die Untersuchung muß, falls sienach 6 Stunden erfolgt war, mit den Kulturen in Zeiträumen von etwa 6 Stunden (bis48 Stunden nach der Aussaat) wiederholt werden. Neisser züchtet bei einer 3436° nichtübersteigenden Temperatur.

4. Influenzabacillen. Bronchialsputum, das durch Abspülen in mehreren Schälchenmit sterilem Wasser von Mundschleim befreit worden ist, wird mit 12 ccm Bouillon zueiner gleichmäßig getrübten Flüssigkeit verrieben, die zur Aussaat auf gewöhnlichen undauf Blutagar dient. Influenzabazillen zeigen auf Blutagar nach 24 Stunden im Brutapparatfeine, tautropfenartige Kolonien, auf gewöhnlichem oder auf Glycerinagar wachsen sie nicht.Zur Färbung verwendet man Löfflers Methylenblau (s. II, B, 1) oder eine mit Wasserauf blaßrot verdünnte Lösung von Carbolfuchsin (s. II, B, 3) in der mehrere Minuten langgefärbt wird.

5. Milzbrandbacillen wachsen auf allen üblichen Nährböden, sind unbeweglich,bilden bei 37° auf Agar oder Kartoffelkulturen leicht Sporen, verflüssigen Gelatine und