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Baoteriologioa.
korrigiert; ist das Filtrat nach dem Erkalten nicht klar, so muß es nochmals, nötigenfallsnach Zusatz von etwas geglühtem und fein verteiltem Asbest oder von geglühtem Kieselgurnitriert und nur die völlig klaren Anteile verwendet werden. Die klare Nährbouillon wirddann in Röhrchen oder Kolben wie Fleischwasser sterilisiert. Für manche Kulturen setztman der Nährbouillon vor dem Sterilisieren noch eine klare lOproz. Lösung von Trauben-zucker zu, so daß die Bouillon je nach dem Zwecke 0,1—1 Proz. Zucker enthält. Auchandere besondere Zusätze sind für bestimmte Zwecke üblich.
3. Nährgelatine ist Nährbouillon, die durch Zusatz von Gelatine in einen halbfestenNährboden umgewandelt ist. Man verfährt also genau wie bei Herstellung der Nährbouillon,löst aber im Winter 10 Proz., im Sommer 15 Proz. beste klare Speisegelatine in der Flüssig-keit. Erhält man dabei trotz richtiger Reaktion der Flüssigkeit kein klares Filtrat, so setztman der unter 50° abgekühlten Nährgelatine das Weiße von einem Hühnerei oder 10—20 comaus rohem Fleische kalt ausgepreßten Fleischsaftes zu, mischt durch kräftiges Schütteln, er-hitzt auf 100° C und filtriert unter Anwendung eines Heiztrichters. Das Sterilisieren ge-schieht wie bei Fleischwasser. Die Nährgelatine bleibt bei 20—27 °, wenn jedes überflüssige Er-hitzen vermieden, nicht der Autoklav angewendet und beste Gelatine genommen war, bisog—300 fest, schmilzt bei höherer Temperatur, schnell bei 350 un d erstarrt bei Temperaturenunter 20° bald wieder.
Für Wasseruntersuchungen wird amtlich folgende Nährgelatine empfohlen: 2 TeileLtebigs Fleischextrakt, 2 T. Pepton Witte, 1 T. Natrium chloratum werden in 200 T. Wassergelöst, die Lösung eine halbe Stunde lang im Dampfstrom erhitzt, nach dem Erkalten undAbsetzen filtriert. In 900 Teilen dieser Lösung werden 100 T. Gelatine quellen gelassen,dann höchstens l / 2 Stunde lang im Dampfe erhitzt; der heißen Lösung werden zunächst30 T. 4proz. Natronlauge (Normal-Natronlauge) und dann noch tropfenweise soviel davon zu-gegeben, bis das Gemisch blaues Lackmuspapier nicht mehr rötet. Darauf wird x / 4 Stunde langim Dampf ströme erhitzt, die Eeaktion geprüft und nötigenfalls korrigiert. Dann werden1,5 T. kristallisiertes, nicht verwittertes Natriumcarbonat zugegeben, 1 / 9 .— 3 U Stunde langim Dampfstrome erhitzt, filtriert, in sterile Röhrchen zu je 100 com abgefüllt und diese durch15—20 Minuten langes Erhitzen im Dampfstrome nochmals sterilisiert.
4. Nähragar. Man verfährt wie bei Herstellung von Nährbouillon, löst in der Flüssig-keit aber 1,5—2 Proz. Agar-Agar, den man fein zerschnitten und einige Stunden lang inWasser aufgeweicht hatte. Das Filtrieren des fertigen Nähragars geht selbst bei Anwendungeines Heiztrichters nur sehr schwer vonstatten. Man gießt daher entweder nur durch einen Watte-bausch, wobei man kein völlig klares Filtrat erzielen kann, oder man läßt den fertigen Nähragarruhig stehen, bis sich die trübenden Bestandteile zu Boden gesetzt haben und hebt oder gießt dieobenstehenden geklärten Anteile ab. Man kann auch in hohen Zylindern absetzen lassen,nach dem Erstarren die Gallerte herausklopfen und den trüben Bodensatz abschneiden. Nähr-agar wird bei 90—100° flüssig und erstarrt dann unter 40° fast plötzlich. Er dient daherafs halbfester Nährboden bei Temperaturen, durch die Nährgelatine bereits verflüssigt werdenwürde, z. B. Bluttemperatur.
Nährgelatine wie Nähragar werden zweckmäßig in den Mengen, wie sie zumVerbrauche kommen, in Reagensgläser oder Erlenmeyer-Kölbchen abgefüllt. Diese Gefäßemüssen sorgfältig gereinigt, mit einem 3 cm langen, fest eingedrehten und über die Mündungetwas herausragenden Wattepfropfen versehen und so durch halbstündiges Erhitzen imTrockenschranke auf 150° und mehr sterilisiert sein; Röhrchen, die nach dem Einfüllen desNährstoffes noch wiederholt sterilisiert werden, brauchen vorher nicht sterilisiert zu sein. Umdas Eindringen von Schimmelpilzen, deren Myzel allmählich durch die Watte hindurch-wachsen könnte, zu hindern, kann man den hervorstehenden Teil des Wattepfropfens ab-brennen und dann unmittelbar eine durch halbstündiges Erhitzen im Dampfstrome sterilisierteGummikappe darüber ziehen, die dann auch das Austrocknen des Nährbodens verhindert.
5. Peptonwasser dient vielfach als Ersatz für Nährbouillon. 1—2 Proz. Pepton Witte,0,5—1 Proz. Natriumchlorid werden in Wasser gelöst und sterilisiert. Will man auf Indol-bildung prüfen, so wird noch 0,01 Proz. Kaliumnitrit und 0,02 Proz. krist. Natriumcarbonatzugesetzt und dann sterilisiert; diese Flüssigkeit eignet sich gut zur Züchtung von Cholera-und ähnlichen Vibrionen.
6. Blutserum. Große reine Glaszylinder sterilisiert man durch nacheinander erfolgendesAusspülen mit Quecksilberchloridlösung (1:1000), Alkohol, Äther. Nach völligem Verdunstendes Äthers benützt man diese Zylinder zum Auffangen des aus der geöffneten Halsschlagaderspritzenden Blutes von Schlachttieren (Rinder, Hammel, Pferde). Der Einstich hat an einervorher von Haaren befreiten und durch Sublimat, Alkohol, Äther gereinigten Stelle _ mitsterilisiertem Instrumente zu geschehen. Nach 24 stündigem Stehenlassen der gefüllten Zylinderim Eisschranke hat sich der Blutkuchen von dem darüber abgeschiedenen klaren, schwach gelb-lichen oder wenig blutig gefärbten Serum geschieden, kann mit steriler Pipette abgehobenund in sterile Reagiergläser gefüllt werden. Diese werden in schräger Lage, so daß dieOberfläche des Serums eine möglichst große Fläche bildet, durch diskontinuierliches Er-hitzen sterilisiert. Zu diesem Zwecke erhitzt man sie an 3—4 Tagen je 4—6 Stunden lang