Bacteriologioa.
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auf 68°. Dadurch erstarrt das Serum ohne seine Durchsichtigkeit zu verlieren, falls dieTemperatur beim Erhitzen nicht über 70° hinausging. Das beim Erstarren sich abscheidendeWasser darf nicht abgegossen werden, weil das Serum sonst zu rasch austrocknet.
7. Löfilers Blutserum ist eine Mischung von 3—4 Teilen Blutserum mit einem Teilealkalischer Bouillon (mit 1 Proz. Pepton, 0,5 Proz. Kochsalz, 1 Proz. Traubenzucker), diejedoch zur Erzielung des Erstarrens durch Erhitzen auf 00—95° sterilisirt wird.
8. Blutserum-Agar ist eine Mischung aus 1 Teil Blutserum mit 1—2 T. Nähragar.Man bereitet sie, indem man das flüssige keimfreie Blutserum auf 40—50° erwärmt und mitdem flüssigen, auf 40—50° abgekühlten Nähragar von 2—3 Proz. Agargehalt mischt.
9. Eier. Die Schale wird gereinigt, durch Waschen mit Sublimatlösung, Alkohol, Ätherkeimfrei gemacht, mit keimfreien Instrumenten in die beiden Enden des Eies eine Öffnunggemacht und der Inhalt ausgeblasen. Durch Aufschlagen in gewöhnlicher Art kann man Ei-weiß und Eigelb getrennt erhalten. Man sterilisiert wie bei Blutserum.
10. Milch. Frische, am besten entrahmte Milch, die auf Lackmuspapier amphoterreagiert, wird in Reagiergläsern durch je 1 / 2 —1 stündiges Erhitzen im Dampf ströme an dreiaufeinanderfolgenden Tagen sterilisiert.
11. Brot. Der Boden eines Erlenmeyerschen Kolbens wird mit gedörrtem, fein zer-riebenem Graubrot bedeckt, so viel Wasser zugegeben, daß ein dicker Brei entsteht und dasGanze im Dampf ströme, besser im Autoklaven sterilisiert, wie bei Fleisch wasser angegebenist. Dieser Nährboden reagiert sauer und eignet sich vorzüglich für Schimmelpilze.
12. Kartoffeln. Gute glatte, nicht rissige Salatkartoffeln werden unter der Wasser-leitung durch Abbürsten gründlich gereinigt. Man sticht die sog. Augen und etwaige fauleElecke mit dem Messer aus, legt die Kartoffeln dann eine halbe Stunde lang in eine 0,1 proz.Lösung von Quecksilberchlorid, spült sie mit Wasser ab, erhitzt sie 3 / 4 Stunden lang imDampfstrome, faßt sie dann mit sterilisierten Händen, schneidet sie mit sterilisiertem Messerin der Richtung ihres größten Umfanges durch, klappt sie auseinander und bewahrt sie infeuchten Kammern auf. Eine solche feuchte Kammer besteht aus einem Paar großer Doppel-schalen, deren Boden mit feuchtem Filtrierpapier ausgelegt ist. Die Kartoffeln werden mitder Schnittfläche nach oben so auf das Filtrierpapier gelegt, daß sie sich nicht berühren.Nur die Mitte der Schnittfläche wird mit dem auf Keime zu Prüfenden eingesät.
Da die Schale der Kartoffel oft sehr widerstandsfähige Keime enthält, ist man dazuübergegangen, geschälte Kartoffeln in 1—2 cm dicken Scheiben in keimfreien Doppelschälchendurch einstündiges Erhitzen im Autoklaven auf 110—120° oder durch wiederholtes 1 /± — 1 / 2 -stündiges Erhitzern im Dampfstrom (wie Fleischw-asser) zu sterilisieren. Oder man sterilisiertkeilförmige Kartoffelstückchen, die auf ein Stückchen Glasrohr gestellt werden, im Reagier-glase, oder man quetscht gekochte Kartoffeln mit Milch bzw. Wasser zu Brei, füllt diesenin Erlenmeyersche Kölbchen, deren Boden etwa 1 cm hoch bedeckt sein soll, und sterilisiert'm Dampfstrome wie Fleischwasser. Da Kartoffeln sauer reagieren, so kocht man sie fürsäureempfindliche Bakterien in 1 proz. Sodalösung, die dann durch Abgießen entfernt wird.
II. Das Färben und die Farbstofflösungen für Bakterien.
A. Vorbereitung des Präparates. Auf das sauber geputzte — nötigenfalls vorhermit starker Schwefelsäure behandelte — Deckglas bringt man eine Spur des zu prüfendenStoffes, legt ein zweites Deokgläsehen auf, so daß sich das Untersuchungsobjekt möglichstausbreitet, die Ecken der Deckgläser aber nicht aufeinander liegen. Man faßt nun diebeiden Deckgläser je mit einer Pinzette an den gegenüberstehenden Ecken und zieht siesanft in der gleichen Ebene voneinander. Durch Anfertigung eines solchen Klatsch-P*äparates erhält man Blut, Eiter, gonokokkenhaltiges Sekret usw. in zarter Schicht,die man vollständig an der Luft trocknen läßt. Sputum muß in der Regel durchQuetschen zwischen den Deckgläschen verteilt und dann ebenso behandelt werden. Flüssig-keiten und ähnliches leicht zerteilbares Material kann man einfach auf Deckgläser streichenlad trocknen lassen (Ausstrichpräparate). Die auf den Deckgläsern eingetrocknete zarteSchicht würde nun beim Behandeln mit wässerigen Farbstofflösungen aufweichen und sichablösen, sie muß also zunächst unlöslich gemacht, fixiert werden. Das geschieht durch Un-lösliclrwerden der in allen physiologischen Flüssigkeiten enthaltenen Eiweißstoffe schon beilangem Liegen an der Luft, schneller nach dem Einlegen des Deckelglases in absoluten Alkohol°der eine Mischung aus gleichen Teilen Alkohol und Äther, oder durch 10 Minuten langesLiegenlassen auf dem lebhaft siedenden Wasserbade, am einfachsten, indem man das Prä-Parat, die Schichtseite nach oben, dreimal langsam (etwa mit der Geschwindigkeit des■ßrotschneidens) durch die Flamme eines nicht leuchtenden BrjNSExschen Brenners oderdurch eine Spiritusttamme zieht.