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Erg.Bd. (1908)
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Arum. Asa foetida.

Oleum Absinthii aethereum, Wermutöl.

Eigenschaften. Wermutöl ist von dunkelbrauner, dunkelgrüner oder auch dunkel-blauer Farbe. Die Konstanten variieren stark. Spez. Gew. 0,9010,955. Verseifungszahl15110. Die Öle lösen sich meist in 13 Vol. 80proz. Alkohols, doch tritt bei weiteremAlkoholzusatz oft Opalescenz bis Trübung ein. In 90proz. Alkohol sind alle Öle löslich, aberauch hier ist die verdünnte Lösung sehr häufig opalisierend resp. trübe.

Artemisia vulgaris L. Henschels Mittel gegen Epilepsie. Die Pulver bestehenaus der Wurzel von Artemisia vulgaris, die Salbe enthält außer Fett Campher und Zimt-pulver. (Ortsgesundheitsrat in Karlsruhe.)

Artemisia Dracunculus L. Oleum Dracunculi. Estragonöl. Das blühende

Kraut von Artemisia Dracunculus L. liefert bei der Destillation ein farbloses oder gelb-liches öl von kräftig aromatischem, anisartigem Gerüche. Spez. Gew. meist zwischen 0,900und 0,945. Ein höheres spez. Gewicht kann durch Verharzung veranlaßt sein, die beiEstragonöl leicht eintritt. Opt. Drehung (100 mm-Rohr) -j-2 bis|- 9°. Löslich in 610 Vol.80 proz. Alkohols, bisweilen mit geringer Trübung.

Bestandteile. Estragonöl besteht in der Hauptsache aus Methylchavicol, das da-nach auch den Namen Estragol führt (vgl. Anisöl Bd. I S. 315).

Verwendung. In der Konserven- und Kräuteressigfabrikation.

Arum.

(Zu Bd. I S. 411.)

Das Kraut von Arum maculatum L. wird in manchen Gegenden als Volksmittelgegen Lungenkrankheiten und Schwindsucht benutzt. Bohny fand ein Herba Aronis desHandels ganz aus den Blättern der vierblättrigen Einbeere bestehend. Die Verwechslungmit Paris quadrifolia ist insofern nicht unbedenklich, als dieses Kraut beim Trocknen nurteilweise seine giftigen Bestandteile verliert.

Unterscheidungsmerkmale. Das Blatt von Arum ist spießpfeilförmig, das vonParis spitzeiförmig. Das Arumblatt ist deutlich bifacial gebaut, die Epidermiszellen grad-linig polygonal, die Spaltöffnungen besitzen jederseits eine Nebenzelle; das Blatt vonParis ist zentrisch, die Epidermiszellen beiderseits starkbuchtig, Nebenzellen der Spalt-öffnungen fehlen. Die äußere Form der Blätter ist außerdem ziemlich verschieden.

Asa foetida.

Verfälschungen und Verunreinigungen kommen zurzeit bei Asa foetidaständig vor; die Beimischungen bestehen insbesondere aus Mineralien, wie kristallisiertemKalkspat (bis 70 Proz.), Gips u. dgl., welche sich durch den hohen Aschengehalt der Warebemerkbar machen. Die Untersuchung zahlreicher Muster handelsüblicher Ware ergabeinen Aschengehalt von 2080 Proz. Auf Zusatz von Salzsäure zur Asche fand meiststarke C0 2 -Entwicklung (deutet auf CaC0 3 ) statt. Man schreibt diese Minderwertigkeitzum Teil der wenig sorgfältigen Einsammlung durch die Eingeborenen, zum Teil auchdem Umstände zu, daß die Droge in nassen Jahren absichtlich mit gebranntem Gips be-streut wird, um die Feuchtigkeit aufzusaugen. Ein neuer Trick, schlechte Ware an denMann zu bringen, besteht darin, daß man sie zerkleinert und in Form einer Paste an-bietet. Durch diese Bearbeitung nimmt die Droge einen mehr harzartigen Charakter undintensiven Geruch an. Eine derartige Ware enthielt nur 14 Proz. alkohollösliche Bestand-teile und 72 Proz. Asche!

Prüfung. Den Anforderungen der Arzneibücher 10 Proz. Asche maximal,50 Proz. alkohollösliche Bgstandteile minimal genügen nur die besten bzw. avisgesuchtenSorten.

Meinigung. Jones empfiehlt folgendes Verfahren: Asa foetida des Handels wirdmit dem fünffachen Gewichte 90proz. Weingeist in geschlossenem Gefäße gelinde er-wärmt, die Ijösung filtriert und in das zehnfache Volumen mit Salzsäure schwach an-gesäuerten Wassers gegossen. Nach 24 stündigem Stehen wird koliert und an der Luft