Aristolum. Artemisia.
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Aristolum. (Zu Bd. i s. 382.)
Aristol, das seinerzeit von den Elberfelder Farbwerken als Wundheilmittel undAntiseptieum eingeführte Dithymoldijodid, ist in Amerika, Belgien und Spanien offizinell:
Ph. U. St.: Thymolis Jodidum, Thymol Jodide C 20 H 24 0 2 J 2 , enthält 45 Proz. Jod,ein schokoladebraunes oder rotgelbes, schwach aromatisch riechendes Pulver, leicht inÄther, Chloroform, Kollodium, fetten und "ätherischen Ölen löslich; schmilzt unter Zer-setzung. Schüttelt man 0,5 g mit 10 ccm Wasser, so soll das durch Salpetersäure an-gesäuerte Filtrat durch Silbernitrat nur opalisierend getrübt werden (Abwesenheit vonJodid). Ferner soll das gleiche Filtrat rotes Lackmuspapier nicht bläuen und mit Stärke-kleister keine Jodreaktion geben. Beim Veraschen dürfen höchstens 0,3 Proz. zurück-bleiben. Aufbewahrung: Vor Licht geschützt. — Ph. Belgic. III: Bijodobithymolumenthält 46 Proz. Jod. Soll weder freies Alkali noch Jodide enthalten. Aufbewahrung:Wie U. St. — Ph. Hispan. VII: Dijodothymolum, Thymolum bijodatum, C 20 H 26 0 2 J 2 ,mit 46 Proz. Jod, wird erhalten durch allmähliches Zufügen von Lösung I zu Lösung II,Auswaschen des Niederschlages und Trocknen bei niedriger Temperatur, vor Licht undLuft geschützt:
I. Jodi 60,0 IL Thymoli 15,0
Kalii jodati 80,0 Natr. caustici 15,0
Aquae q. s. ad 300,0 Aquae q. s. ad 300,0.
Prüfungsvorschriften sind in Ph. Hispan. nicht gegeben. Es wird abei gesagt, daßdas Präparat seine Zusammensetzung je nach den bei der Darstellung eintretendenNebenumständen ändert.
Artemisia. (zu bo s.407.)
Artemisia Absinthium L.
Bestandteile. Adeian und Teillat isolierten aus A. Absinthium einen in stroh-gelben, prismatischen--Nadeln kristallisierenden Körper der Zusammensetzung C E4 H E1 0 20vom Schmp. 165°, ohne bitteren Geschmack; ferner einen von Absinthin verschiedenen,zweiten Bitterstoff, Anabsinthin, C 18 H 24 04,, vom Schmp. 120°. Dieser letztgenannte Körperkristallisiert in weißen Nadeln und färbt sich mit konz. H 2 S0 4 schön rotviolett.
Wirkung. Eine abortive Wirkung des Wermuts, an die man vielfach in Loth-ringen, Frankreich, der Schweiz glaubt, besteht nach Bbitz nicht. Jedoch wirktübermäßiger Genuß von Absinth, besonders des in einigen Ländern beliebten Absinth-Getränkes, im allgemeinen schädlich auf den menschlichen Organismus (Bd. I S. 408). DieseWirkung soll dem im Wermutöle enthaltenen Thujon zukommen.
Vinum Absinlhii. Der Wermutwein des Handels wird nach Lobeck im wesent-lichen wie folgt dargestellt: Entweder werden zu fertigem Naturweine dia Tinkturen ver-schiedener Drogen gegeben, oder die zerkleinerten Drogen werden mit Spiritus, eventuell auchKognak maceriert, abgepreßt, filtriert, und dieser Auszug wird dem Weine zugesetzt; oder dieDrogen werden mit dem Weine selbst maceriert, abgepreßt und filtriert. Um das Abpressenzu vermeiden, können auch Leinwandsäckchen, in denen sich die zerkleinerten Drogen be-finden, in den Naturwein oder in den gärenden Most desselben gehängt werden. Durch dieseverschiedenen Behandlungsweisen werden die Geruch- und Geschmackstofie der betreuendenDrogen dem Weine mitgeteilt. Als Drogen kommen außer dem Wermutkraut in der Haupt-sache noch Alantwurzel, Angelikawurzel, Benediktinerkraut, Kalmuswurzel, Chinarinde, Enzian,Galgant, Gewürznelken, Holunderblüten, Ingwer, Coriander, Muskatnuß, Orangenschalen,Tausendgüldenkraut, Veilchenwurzel und Zimmt in Frage. Manche Fabrikanten mögen auchwohl die ätherischen öle obiger Pflanzenteile benutzen. Schließlich werden die Weine nochmit Zuckerlösung gesüßt und eventuell mit Sprit gespritet.Tinctura AbsintUii composita (Hambg. Vorschr. •Biesters Magentropfen.
Ep. Herb. Absinthii 56,0
Herb. Cardui benedicti 28,0
Herb. Centaurii 28,0
Cort. Aurantii 14.0
lign. Guajaci
14,0
Lign. Sassafrass
14,0
Cort. Chinae
14,0
Bad. Angelicae
7,0
Bad. Valerianae
7,0
Kai. carboniei
56,0
Spirit. diluti
1000,0.