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Erg.Bd. (1908)
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2 Acacia. Acetanilidum. Acetonum.

Acacia. (z u Bd. i s. 2.)

Die Blüten verschiedener Akazienarten liefern das sog. CaSSieblÜtenÖl, das einegelbliche Flüssigkeit von sehr angenehmem Gerüche darstellt. Untersucht wurden bisherdie Öle von Acacia Farnesiana Willd. und von A. Gavenia Hook et Arn. Ersteres ent-hält u. a. Salicylsäuremethylester, Benzylalkohol, Benzaldehyd, Anisaldehyd und ein nachVeilchen duftendes Keton (Iron?), im Öle von A. Gavenia wurden nachgewiesen: Salicyl-säuremethylester (ca. 8Proz.), Eugenol(ca. 50 Proz.), Benzylalkohol (ca. 20Proz.), Geraniol, Anis-aldehyd, Eugenolmethyläther, Veilchenketon (Iron?).

Acetanilidum. (Zu Bd. i s. 3 und 5.

Meaktionen. Beim Eindampfen von Acetanilid mit rauchender Salpetersäure aufdem Wasserbade erhält man einen gelbroten, selbstentzündlichen Bückstand, der baldexplodiert.

Zur Unterscheidung von Acetanilid und Phenacetin kocht man etwa 0,1 g.der zu prüfenden Substanz mit 1 ccm Salzsäure, verdünnt dann mit 10 ccm Wasser,filtriert von dem gebildeten Niederschlag ab und gibt zu dem Filtrat 3 Tropfen einer3proz. Chromsäurelösung. Beines Acetanilid färbt sich erst gelb, dann grüngelb bisgrün. Nach einiger Zeit scheiden sich grüne Flocken aus. Sind beide Substanzen neben-einander zugegen, so bleibt die Flüssigkeit über den grünen Flocken durch Phenacetinrot gefärbt.

Versetzt man Acetanilidlösung mit Phosphormolybdänsäurelösung, so entsteht einlebhaft gelber Niederschlag, der sich beim Erwärmen der Mischung löst.

Mandelins Reagens (eine Lösung von Ammoniumvanadat in reiner Schwefelsäure1:200) ruft in Acetanilidlösungen eine Botfärbung hervor, die sehr rasch in eine grünlich-braune übergeht. Über den Nachweis von Acetanilid im Vanillin siehe bei Vanillin.

Neurofebrin ist eine Mischung aus gleichen Teilen des Hypnoticums Neuronal (Brom-diäthylacetamid) und Acetanilid, welche als Analgeticum und Sedativum, besonders in derFrauenpraxis, empfohlen wird. (Zeunik).

f Methylacetatlilid (zu Bd. I, S. 6), Exalgina, Methylacetanilida(Hisp.VII),CH 3 CON(CH 3 )C 6 H 6 . Färb- und geruchlose, in 60 Teilen kalten und etwa 2 T. heißen Wasserslösliche Kristalle, die sich auch in Alkohol, Chloroform und Petroleumäther lösen. Schmelz-punkt 102°, bei 245° ohne Eückstand flüchtig. Prüfung auf Anilin durch Zersetzen mitSalzsäure, Übersättigen mit Ammoniak und Zusatz von Chlorkalklösung.

Acetonum.

(Zu Bd. I S. 6.)

JRealttionen. Einige Tropfen Dimethylparaphenydendiaminlösung geben in Gegen-wart von Aceton eine rote Färbung, die tiefer wird und spektroskopisch zweicharakteristische Linien zwischen D und E gibt (Malerba). Säuert man eine wässerigeAcetonlösung mit einigen Tropfen Phosphorsäure an und fügt kleine Mengen Kupfersulfat-lösung und Jodkaliumlösung hinzu, so entsteht eine bräunliche, wolkige Trübung-; beimErwärmen entfärbt sich die Flüssigkeit und es scheidet sich ein grauweißer Nieder-schlag ab.

Tinte für Celluloid.Bp. Acid. tannic. 15,0 Man löst die Gerbsäure und das Eisenchlorid fur

Ferr. sesquichlorat. sicc. 10,0 sich in je 50 T. Aceton und mischt dann beide

Aceton 100,0. Lösungen.

AcetonÖl. Mit diesem Namen bezeichnet man höhere Ketone, z. B. Methyläthyl-keton, Methylpropylketon usw., deren Gemisch bei der Darstellung des Acetons als Neben-produkt erhalten wird.