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Urina.
mus). Sind — wie es zuweilen vorkommt — neben den primären Alkaliphosphaten auchsekundäre Alkaliphosphate zugegen, so kann die Eeaktion amphoter sein. Harn, welcherdie Blase mit alkalischer Eeaktion verlässt, ist gewöhnlich trübe und fast stets patho-logisch.
Specifisches Gewicht. Das spec. Gewicht des normalen Harns schwankt von1,002—1,030; im Mittel wird es zu 1,017—1,020 angenommen. Harne, deren spec. Ge-wicht über 1,030 liegt, sind wahrscheinlich diabetische.
Die chemische Untersuchung.
Verhalten des normalen Harnes gegen Reagentien im allgemeinen.
1) Beim Aufkochen findet keine Coagulation statt, auch nicht nach Zusatz vonwenig Salpetersäure. Die mit Säuren erhitzten Harne färben sich mehr oder wenige 1dunkel. — Säuert man Harn mit Säuren an und lässt ihn 24 Stunden in der Kälte stehen,so scheidet sich Harnsäure meist in wetzsteinartigen Krystallen aus. — 2) Aetzende(NaOH) und kohlensaure Alkalien (NaoC0 3 ) bewirken eine Trübung durch Fällung derErdphosphate (Calciumphosphat, Magnesiumphosphat). — 3) Baryumchlorid gieht eineweissliche Trübung bez. Fällung, von Baryumsulfat bez. Barynmphosphat herrührend. —'
4) Bleiacetat giebt eine weissliche Trübung von Bleisulfat, Bleiphosphat, Bleichlorid,Bleiurat, aber keinen dunklen Niederschlag (Bleisulfid von Schwefelwasserstoff herrührend). -'
5) Ammoniumoxalat erzeugt weissliche Trübung durch Ausscheidung von Calcium"Oxalat. — 6) Silbernitrat erzeugt weissen, flockigen Niederschlag von Silberchloria,Silberphosphat. Der Niederschlag färbt sich beim Erhitzen nicht dunkel, erfährt jedochauf Zusatz von Ammoniakflüssigkeit eine Reduktion, und die Flüssigkeit färbt sich dunkel-braun bis schwarz. — 7) Kaiische Wismuttartratlösung bewirkt eine weisslicheTrübung, welche auch beim Kochen nicht dunkel gefärbt wird. (Wismutsulfid, bei Gegen-wart von Schwefelwasserstoff, Traubenzucker). — 8) Jodjodkalium und Pikrinsäurebewirken Trübungen nicht, dagegen erzeugt Gerbsäure eine weissliche oder gelblicheTrübung-.
Verhält sich ein Harn bei diesen Vorprüfungen abweichend, so ist er unnormal,d. h. er ist entweder pathologisch, oder er enthält infolge besonderer Verhältnisse (Ernäh-rung, Arzneimittelzufuhr) unnormale, zufällige Bestandtheile.
Feststellung der Reaktion. Man taucht je einen Streifen empfindliches rothesund blaues Lackmuspostpapier (Marke Helfenbekg) in den Harn, belässt sie einen Augen'blick darin und beobachtet nun, ob die Papiere Farbenveränderungen aufweisen. A"'photer ist ein Harn, welcher rothes Lackmuspapier bläut, blaues Lackmuspapier abeiröthet. Ein Harn, welcher mit alkalischer Reaktion die Blase verlässt, ist pathologisch'es sei denn, dass die alkalische Reaktion dadurch zu stände gekommen ist, dass der B e 'treffende grössere Mengen von kohlensauren oder doppelkohlensauren Alkalien oder solcherorganisch-saurer (z. B. ■ weinsaurer, citronensaurer) Alkalisalze genossenhat, welche im Organismus zu Karbonaten verbrannt werden. De°Arzt interessirt nur die Frage, ob die Alkalität durch Ammoninmkar'bonat verursacht ist, und ob der Harn schon in der Blase alkalisc' 1reagirt. Daher muss in zweifelhaften Fällen der Urin unmittelbanach dem Entleeren untersucht werden.
Bestimmung des Säure- oder Alkalinitätsgrades. Man mi. sS100 com Harn ab und titrirt unter Tüpfelung auf blauem Lackmuspapiemit ^„-Normal-Natronlauge. Man giebt als Resultat an entweder dlfür 100 ccm Harn verbrauchte Menge der com 1 / 10 -Normal-Natronlang_oder die diesen entsprechende Menge krystallisirte Oxalsäure C a O*ö*+ 2H 2 0 (1 ccm '/,„- Normal-Natronlauge = 0,0063 g krystallisir teOxalsäure). .
Alkalische Harne titrirt man in gleicher Weise mit ^-Norn" 1Oxalsäure (1 ccm = 0,0063 g krystallisirter Oxalsäure).
Die Ergebnisse der Bestimmung sind auf die Tagesmenge deHarns unter Berücksichtigung des spec. Gewichtes umzurechnen. •
Bestimmung des speciflschen Gewichtes. Diese erfolgt be15° C. entweder mit Hilfe von Pyknometern oder der hydrostatischFig. 183. Urometer, Waage (nach Mohk oder Westphal), am häufigsten aber mittels AräO'ZUr S peSiXrGe- l ' S metern. Man benutzt in der Regel (geaichte) Thermo-Aräometer m«wichtes. einer Skalen-Ausdehnung von 1,000 — 1.040. Diese „Urometer