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Urina.
Durch Kochen mit Alkalien (Natronlauge) wird es in Kohlensäure, Ammoniak undMethylpropylkarbinol gespalten. Erwärmt man es mit Natronlauge und giebt nach demErkalten auf etwa 30—40° C. Jod hinzu, so tritt Bildung von Jodoform auf.
Aufbewahrung. Vorsichtig. Anwendung. Man giebt das Hedonal zu 1—2 gals Schlafmittel, bei Zuständen (die nicht von starken Erregungen und Schmerzen begleitetsind) auch bei leichteren Geisteskrankheiten. Schädliche Nebenwirkungen sind nicht be-obachtet worden. Man giebt es entweder in Oblatenpulvern oder in heissem Pfefferrninz-thee oder in verdünnt alkoholischer Lösung. Nach einigen Beobachtungen wirkt es auchdiuretisch, sodass hierdurch unter Umständen der Schlaf gestört werden kann.
Urina.
Urina. Urin. Harn. Urine (franz.). Urine (engl.). Man versteht hierunter diedurch die Nieren ausgeschiedene Flüssigkeit, welche den grössten Teil der Endprodukte desthierischen Stoffwechsels in Lösung enthält. Der von den beiden Nieren ausgeschiedeneHarn gelangt durch die Harnleiter (Uretheren) in die Harnblase und wird aus dieserdurch die Harnröhre entleert.
Im Folgenden geben wir einige Notizen; 1) Ueber den normalen Harn. 2) Ueberpathologische Bestandteile des Harns. 3) Ueber Harnkonkremente. 4) In einem Anhangewerden wir einige andere physiologische Untersuchungen bebandeln.
Die nachfolgenden Notizen werden mindestens dasjenige enthalten, was für gewöhn-lich in einer Apotheke vorzukommen pflegt, und zwar in einer knappen und kritischenForm. Zur Vertiefung in den Gegenstand würden Special-Werke zu studiren sein.
Allgemeines. Die im Verlaufe von 24 Stunden gelassene Harnmenge wird in 1Durchschnitt beim Manne zu 1500 com, beim Weibe zu 1200 ccm angenommen. Die Harn-menge wird verringert durch gesteigerte Transpiration von Haut und Lungen, durch herab-gesetzte Zufuhr von Nahrung bez. Flüssigkeit und durch erhöhte körperliche Arbeit. Einepathologische Verminderung der Harnabscheidung heisst „Oligurie", „Anurie". — EineVermehrung der Harnausscheidung geht fast immer einher mit einer gesteigerten Flüssig"keits-(Wasser-) Zufuhr. Ist die Vermehrung pathologisch, so wird sie „Polyurie" genannt.Soll die 24stündige Harnmenge gesammelt werden, so lässt man unmittelbar vor Beginnder Versuchsperiode die Blase entleeren. Diese Harnmenge wird nicht in das Sammel-gefäss gebracht, sondern weggegossen. Erst die später gelassenen Mengen werden imSammelgefäss gesammelt. Unmittelbar vor Beendigung der Versuchsperiode wird alsdanndie Blase zum letzten Male wieder entleert. Sollen mit dem Harn Untersuchungen aus-geführt werden, so ist die gesammte Harnmenge vorher gut zu mischen.
Der während verschiedener Tageszeiten ausgeschiedene Harn ist von wechselnde''Zusammensetzung; auch wechselt die Zusammensetzung des Harns, welcher innerhalb einesTages z. B. gelassen wird, in ziemlich weiten Grenzen, und zwar um so mehr, je wenige 1regelmässig derjenige lebt, von welchem dieser Harn herrührt. Viel geringeren Schwankungenunterliegt dagegen die Gesammtmenge der mit dem Harne ausgeschiedenen festen Substanzen,bei normaler Ernährung und gleichmässiger Lebensweise ist sie ziemlich gleichbleibend.
Man nimmt gewöhnlieh an, dass im Durchschnitt von einem Erwachsenen tägli ß1160 g fester Stoffe durch den Harn zur Ausscheidung gelangen. Beträgt dabei die HaiB"menge 1,5 Liter, so enthält der Harn im Liter 40 g oder 4 Proc. fester Bestandteile-Diese im Laufe von 24 Stunden ausgeschiedene Menge von 60 g festen Bestandtheilen setzt'sich zusammen aus etwa 35 g organischen und etwa 25 g unorganischen Stoffen, im spe-ciellen etwa wie folgt.