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2 (1902)
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1060
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Trochisci.

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Musearin.

starrt, an der Luft jedoch rasch wieder zerfliegst. Von Wasserund von Alkohol wird es in jedem Verhältnisse gelöst, weniglöslich ist es in Chloroform, unlöslich in Aether. Starke Base,welche mit Mineralsäuren neutral reagirende, zerfliegsliche Salzegieht. Wird das festgewordene Musearin erhitzt, so schmilztes zunächst; bei 80° C. bräunt es sich, über 100° C. wird es wieder fest, schliegslich zer-setzt es sich bei höherer Temperatur unter Entwickelung eines tabakähnlichen Geruches.Beim Erhitzen mit feuchtem Aetzkali odei mit Bleioxyd entwickelt Musearin Trimethylamin.Physiologisches. Musearin ist ein gtarkes Gift. Beim Mensehen erzeugen0,0030,005 g subkutan nach 23 Minuten Speichelfluss, Erhöhung der Pulsfrequenz,Leibsehmerzen, gestörtes Sehvermögen, starken Sehweiss. Lokal auf das Auge gebrachtoder innerlich genommen, erzeugt es Accomodationskrampf, der sich als Kurzsichtigkeitäussert. Gegengift gegen Musearin ist Atropin, aber umgekehrt kann Musearin als Gegen-gift g'egen Atropin nicht verwendet werden. Der Fliegen tödtende Bestandtheil desEliegenschwammes ist Musearin nicht; dieser ist bisher überhaupt nicht bekannt. Die ausdem Fliegenpilz gleichfalls abgeschiedene, als Ammanitin bezeichnete Base scheint mitCholin identisch zu sein.

Y\~ Pseudomuscarin C 6 H 15 NO a . Wird durch Oxydation des Cholins mittels Sal-petersäure dargestellt und ist chemisch mit dem Pilz-Muscarin identisch. Physiologischaber bestehen Unterschiede in der Wirkung zwischen beiden Substanzen. Das Pseudo-Musoarin besitzt neben der Muscarinwirkung auf das Froschherz noch eine ausgesprochenelähmende Wirkung auf die peripherischen Nervenendigungen.

Trochisci.

Trochisci (Austr. U-St.). Trochiscus (Brit). Pastilli (Germ. Helv.). Tablettes.Pastilles (Gall.). Zeltchen. Plätzchen. Täfelchen. Pastillen. Trochiskeu. LozengesTroches (engl.).

In den BezeichnungenTrochisci, Pastilli, Tablettae, Tabulae" ist eineziemliche Verwirrung eingerissen, so dass zur Zeit die eben angeführten Namen als syn-onym angesehen werden können. Die Bereitung dieser Arzneiform erfolgt nach mehrerenVerfahren:

1) Pastillen oder Trochisken aus Pillenmassen. Man stösst aus den vor-geschriebenen Arzneisubstanzen, meist unter Zuhilfenahme von Süssholzpulver und Süss-holzsaft, eine Pillenmagge an, rollt diege wie üblich zu einem Pillengtrange aus und theiltdiesen auf der Pillenmaschine in einzelne Pillen von etwa 0,20,3 g Gewicht. Die Pillenwerden wie üblich fertig gemacht und schliesglich mittels eines Stempels flach gedrückt.Als Stempel benutzt man einen verzierten Metallstempel, in Ermangelung desselben wirdauch ein eingekerbter Kork benutzt. Die Pastillen sehen wenig einladend aus und g e 'hören einer vergangenen Periode an.

2) Leicht zerreibliche Pastillen mit Grundlage von Zucker. DiesePastillen sind leicht zerkaubar und werden von denjenigen Arzneibedürftigen bevorzugt,welche häufiger Pastillen zu nehmen pflegen und daher ein gewisses Unheil über die-selben besitzen.

Man stellt sie her, indem man die Arzneisubstanz mit feinem Zuckerpulvermischt, die Mischung mit ca. 68 volumprocentigern Weingeist zu einem grade etwas feuchtenPulver anreibt und dieses mittels eines Pagtillengtecherg zu Pastillen komprimirt. Wennman das Pulver nicht zu stark anfeuchtet, so lasgen gich die Pagtillen von dein Pastillen -gtecher leicht ablösen. Glaubt man den Pagtillenstempel mit einem Pulver einstäuben zumttgsen, damit sich die Pastillen leicht ablösen lagsen, go benutzt man dazu ein Gemise üfeinster Kartoffelstärke und feinsten Puderzuckers. Die fertigen Pastillen setzt man aufein Stück sauberes Papier, lässt sie einige Stunden an der Luft austrocknen und bringt