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2 (1902)
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1059
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Trimethylaminum.

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Aether. Löst man das Platinsalz in Wasser, so geht es unter Aufnahme von Wasser leichtin das Platindoppelsalz des (nicht giftigen) Cholins über. Durch alkoholische Goldchlorid-lösung wird ans der alkoholischen Lösung des Neurins das Golddoppelsalz gefällt.

Ferner werden Neurinsalzlösungen gefällt durch: Phosphorwolframsäure, Kalium-wisniutjodid, Kaliumquecksilberjodid, Jodjodkalium, Jodwasserstoff, Gerbsäure (Cholin wirddurch Gerbsäure nicht gefällt). Wird die wässerige Lösung des Neurins zum Siedenerhitzt, so erfolgt Zersetzung unter Abspaltung von Trimethylamin, besonders leicht beiGegenwart von Basen.

Prüfung. Das als Medikament brauchbare (das aus dem Lecithin im Eidotterdargestellte) Neuriii muss sich in Wasser und Weingeist klar lösen; die Lösung mussstark alkalische Reaktion zeigen. Wird 1,0 des Neurins und 0,6 zerriebener Oxalsäuregemischt, so darf nur eine unbedeutende Kohlensäureentwickelung stattfinden, und imWasserbade erhitzt, muss eine nach dem Erkalten starre Salzmasse erfolgen. Eine schmie-rige Masse deutet auf Glycerin. Beim Erhitzen in einer kleinen Betorte muss Trimethyl-amin in die Vorlage übergehen.

Aufbewahrung. Das Neurin wird, weil es aus der Luft leicht Kohlensäure undFeuchtigkeit aufnimmt, in dicht geschlossenen Flaschen mit Glasstopfen vorsichtig auf-bewahrt.

Anwendung. Neurin wurde in Wien mit angeblich gutem Erfolge bei Diphtherieangewendet. Es wurden mit den 36procentigen Neurinlösungen stündlich die Belägeder Schleimhäute bepinselt.

Cancroi'n. Ein modernes Heilmittel gegen Krebs, ist eine wässerige Lösung vonwtronensaurem Neurin.

III. ff Muscarinum. Museariii. Pilz-Muscarin. C 6 H 15 N0 3 . Mol. Gew. =137. Das giftige Alkaloid aus dem Fliegenpilz, Agaricus muscarius L., Amanita mus-earia Pers.

Darstellung. E. Schmidt giebt folgende DarstellungsVorschrift:

Man extrahirt getrocknete und zerkleinerte Fliegenpilze in massiger Wärme mit starkemAlkohol, nimmt den Verdampfungsrückstand dieser Auszüge mit Wasser auf, filtrirt die wässe-rige Lösung zur Ausscheidung vonFett und versetzt sie mitBleiessig und Ammoniak in geringemUeberscbusse. Man fällt aus dem Filtrat den Bleiüberschuss durch vorsichtige Zugabo von ver-dünnter Schwefelsäure und fällt aus dem Filtrat das Muscarin durch Quecksilberjodid-Kalium-jodidlösung 1 ). Nach Zugabe von etwas verdünnter Schwefelsäure filtrirt man den Niederschlagab und wäscht ihn mit schwefelsäurehaltigem Wasser. Um das Muscarin, welches sich noch imFiltrat vom Quecksilberjodid-Kaliumjodid-Niederschlage befindet, abzuscheiden, versetzt mandieses Filtrat mit Barytwasser bis zur schwach alkalischen .Reaktion, leitet Schwefelwasser-stoff bis zur Sättigung ein, fällt nach dem Filtriren das Jod durch Bleiessig, den Ueber-sehuss von Blei durch verdünnte Schwefelsäure aus, dampft das Filtrat ein und fällt esaufs neue mit Quecksilberjodid-Kaliumjodid.

Die so erhaltenen Alkaloid-Niederschläge werden mit einem gleichen Volumen feuch-tem Barythydrat gemengt, in Wasser suspendirt und durch Schwefelwasserstoff zersetzt.Zu dem Filtrat vom ausgeschiedenen Quecksilbersulfid setzt man alsdann, nach dem Ver-jagen des Schwefelwasserstoffs, verdünnte Schwefelsäure bis zur schwach sauren Reaktion,bez. bis zur vollständigen Ausfüllung des Baryts. Dann digerirt man das Filtrat, zur Ent-fernung des Jods, mit überschüssigem Chlorsilber und unterwirft es alsdann, nach vorher-gegangener Koncentration, einer fraktionirten Fällung mit Goldchlorid. Hierbei scheidetsich zuerst das noch beigemengte Cholin als Cholingoldchlorid aus, während das Muscarin'» der Mutterlauge bleibt und aus dieser durch weiteren Zusatz von Goldchlorid als Gold-doppelsalz gewonnen wird. Aus der Lösung des Golddoppelsalzes Fällt man das Golddurch Schwefelwasserstoff, koncentrirt die Lösung des Chlorids unter vermindertem Druck,dunstet unter Zusatz von Barythydrat im Vakuum ein und entzieht dem trockenen Rück-stande das Muscarin durch Ausziehen mit Alkohol, nach dessen Verdunsten das Muscarinhinterbleibt.

Eigenschaften. Ein farbloser, geruchloser und geschmackloser dicker Sirup vonstark alkalischer Reaktion, welcher beim Stehen an der Luft allmählich krystallinisch er-

x ) Diese Lösung darf überschüssiges Kaliumjodid nicht enthalten, da dieses die Fäl-lung verhindert.

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