Terebinthina.
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Bestandtlieile. 28 — 30 Pioc. ätherisches Oel, 8 — 10 Proc. AbieninsäureC i 3 H 2l) 0 2 , 1,5-2,0 Proc. Abietolsäure C 20 H, 8 0 2 , 46—50 Proc. a- und /?-AbietinolsäureC 16 H 24 0 2 , 12-16 Proc. Abietoresen C 19 H s0 O, 0,05-0,08 Proc. Bernsteinsäure, 1 bis2 Proc. Bitterstoff, Farbstoff, Wasser und Verunreinigungen.
4) Oesterreichischer oder deutscher Terpentin. — Terebinthina (Austr.) vonPinus Laricio Poiret. Der Baum wird in Niederösterreich (Mödling, Baden, Guttenstein)ausgebeutet in ähnlicher Weise wie 2.
5) Venetianischer Terpentin. Lärchenterpentin. Louisen. — Terebinthina (Helv.).Terebinthina Veneta (Austr. Ergänzb.). — Terebenthine de Venise. Terebenthine duMeleze von Larix deeidua Miller (Coniferae — Pinoideae — Abietineae — Abietinae)gewonnen in Südtirol, wenig in der Dauphine, Piemont und im Kanton Wallis. Manbohrt die Bäume an und verschliesst die Bohrlöcher mit Holzpfropfen, die man nach längererZeit herauszieht, um den im Loch angesammelten Terpentin zu gewinnen.
Der Terpentin ist klar, ziemlich durchsichtig und im auffallenden Lichte äuorescirend,dick und zähflüssig. Die Farbe ist dunkelgelb bis gelbbraun mit einem Stich ins Oliven-grünliche. Geruch stark nach Terpentin, Geschmack balsamisch-aromatisch, etwas bitterlich.Spec. Gew. 1,1850. Löslich in Aether , Alkohol, Methylalkohol, Amylalkohol, Chloroform,Aceton, Eisessig, Essigäther, Benzol, Toluol, Terpentinöl, zum grossen Theile löslich inSchwefelkohlenstoff, Petroläther und Tetrachlorkohlenstoff.
Bestandtlieile nach Weigel (1900). 4—5 Proc. Laricinolsäure C 20 H 30 0 2 , 55 bis60 Proc. a- und ^-Larinolsäure C 1S H,„0,, 20—22 Proc ätherisches Oel, 14—15 Proc.Laricoresen, 0,1—0,12 Proc Bernsteinsäure, 2—4 Proc. Bitterstoff, Farbstoff,Wasser und Unreinigkeiten.
Säurezahl 08,60-72,80. Verseifungszahl 128,80—145,60.
Verfälschungen. Künstlicher venetianischer Terpentin wird hergestellt durchLösen von Harzen in Harzöl. In einem solchen Kunstprodukt sind Säurezahl und Ver-seifungszahl annähernd gleich.
Beimengung von gewöhnlichem Terpentin erkennt man, indem man eine kleine Mengemit Salmiakgeist (spec. Gew. 0,96) übergiesst; venetianischer Terpentin bleibt klar oder fastklar, mit 20 Proc. Terebinthina wird die Mischung milchig, mit 30 Proc wird sie eben-falls milchig und nach einiger Zeit fest.
Reiner Lärchenterpentin löst sich in 3 Th. 80proc. Alkohol klar, sind mehr wie30 Proc. Terpentin zugegen, so findet nach kurzer Zeit eine Abscheidung statt.
6) Kanadischer Terpentin. Kanadabalsam. — Terebinthina Canadensis (Brit.U-St). Balsamum Canadense (Ergänzb.). — Canada Turpentine. Canada Balsam.Balsam of Fir von Abies balsamea (L.) Miller, zum geringeren Theil auch vonA. Fraseri Lindl. in Unter-Kanada (Prov. Quebec) gewonnen in ähnlicher Weise wie 3.
Er ist klar, von hellgelber, grünlich schillernder Farbe mit schwacher Fluorescenz,dickflüssig. Geschmack bitter, Geruch unangenehm aromatisch. Die weingeistige Lösungr öthet Lackmus. In Aether, Amylalkohol, Benzol, Chloroform, Terpentinöl, Tetrachlor-kohlenstoff, Schwefelkohlenstoff und Toluol völlig löslich; in Alkohol, Methylalkohol, Aceton,Eisessig, Essigäther, Petroläther zum grössten Theil löslich.
Bestandtheile nach Bkünig (1900). 13 Proc. Canadinsäure C 16 H 34 0 2 , 0,3 Proc.Canadolsäure C 19 H„ s 0 2 , 48—50 Proc a- und /?-Canadinolsäure Ci 9 H 30 O 2 , 23—24 Proc.ätherisches OeL 11—12 Proc Besen C 2 ,H 40 0„ 1—2 Proc. Bernsteinsäuro, Bitter-stoff und Verunreinigungen.
Säurezahl direkt: 82,18—86,10. Säurezahl indirekt: 84,56—85,09.
Verseifungszahl kalt: 93,24—94,24. Verseifungszahl heiss: 101,24—197,70.
Aufbewahrung. Den gemeinen Terpentin bewahrt man in einem starken, hölzernenPasse mit übergreifendem Deckel oder in einer Steinkruke im Keller auf. Vor jedesmaligerEntnahme ist der Vorrath gut durchzurühren, denn der schwerere, krystallinische Theilsammelt sich am Boden an und bildet hier schliesslich eine feste, nur schwierig zu ver-teilende Schicht. Als Standgefäss für die Apotheke wählt man eine Büchse aus starkem,