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Olea aetherea.
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fr
Gewinnuno. Die Darstellung der ätherischen Oele, die früher in den Apotheken-laboratorien nutzbringend ausgeführt werden konnte, geschieht jetzt in grösseren undkleineren Fabriken mit den Hilfsmitteln der modernen Technik, und nur, wenn das Pflanzen-material kein Aufstapeln oder Trocknen verträgt in der Nähe der Produktionsorte derPflanzen, In diesem Falle ist die Produktion häufig noch recht primitiv und wenigrationell.
Zur Gewinnung der Oele verfährt man im allgemeinen so, dass man durch diegehörig zerkleinerten Pflanzentheile Wasserdampf leitet (Dampfdestillation), oder man be-deckt das Material mit Wasser und bringt letzteres entweder durch eingeleiteten Dampfoder seltener durch freies Feuer zum Sieden.
Die Destillation der ätherischen Oele mit Wasserdampf beruht auf der physikalischenThatsache, dass die Siedetemperatur eines Gemenges zweier Flüssigkeiten, die nicht mischbarsind, stets niedriger als die der flüchtigeren liegt. Trotzdem also die Siedetemperatur des
ätherischen Oeles an sich viel höher alsdie des Wassers liegt, so geht schonunterhalb des Siedepunktes des Wassersein Gemisch von Wasserdampf und Oel-dampf über.
Das überdestillirende Gemenge vonWasser- und Oeldampf wird in einem ge-eigneten Kühler kondensirt, worauf dasOel von dem Wasser in der bekanntenFlorentiner Flasche getrennt wird. DasDestillationswasser enthält, wenn es dieVorlage verlässt, theils gelöste, teilsmechanisch mitgerissene Oeltheilchen, dieman durch Kohobation gewinnt. Hierzuwird das Wasser in einer Blase mit in-direktem Dampf zum Sieden erhitzt. DasOel geht mit den ersten Dämpfen über,während in der Blase reines Wasser zu-rückbleibt. Um das Kohobiren der oft be-trächtlichen Mengen Destillationswasserszu umgehen, wendet man die Destillationmit Rücklauf (Fig. 55) (und zwar mit Vor-liebe auch bei der Rektifikation von Oelen)an, wobei das Wasser aus der Floren-tiner Flasche immer wieder in den Destillirapparat zurückgeleitet wird.
Seltener werden ätherische Oele durch Pressung gewonnen. Diese Methode wirdnur bei den Oelen der Aurantiaceenfrüchte wie Citronen (siehe Bd. I, S. 859), Bergamotten(siehe Bd. I, S. 855), Pomeranzen, Mandarinen und Liinetten angewandt, weil die sogewonnenen Oele nicht nur feiner im Geruch, sondern auch haltbarer sind, als diedestillirten.
Einige Blüthengerüche vertragen die Destillation mit Wasserdampf nicht. Um siezu isoliren, digerirt man die Blüthen, z. B. Veilchen, Rosen, Reseda, Akacie, wiederholtmit erwärmtem Fett, das man nachher durch Abpressen oder Centrifugiren von denPflanzentheilen trennt (Pomadenverfahren). Leidet die zarte Natur des Duftstoffes schondurch das Erwärmen des Fettes, so breitet man die Blüthen (Jasmin, Tuberose) auf Glas-platten aus, die mit einer Fettschicht bestrichen sind, worauf sich der Geruch dem Fettemittheilt (Enfleurage- oder Absorptionsverfahren). Durch Auswaschen des Fettes mitAlkohol entzieht man ihm die ätherischen Oele; so erhaltene Lösungen bezeichnet man alsExtraits. Um die zeitraubende und oft unrationelle Behandlung mit Fett zu umgehen,extrahirt man auch die Blüthen mit vollständig flüchtigen Lösungsmitteln wie Aethylchorid,
Fig. 55.
Destillation mit Kücklauf.