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2 (1902)
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Olea.

unter bisweiligem Umschütteln in einem geheizten Räume solange stehen, bis ihr Inhaltdurchweg flüssig geworden ist. Alsdann filtrirt man das Oel, falls es nicht vollkommen,blank ist, durch getrocknete Papierfilter, füllt damit grössere, gereinigte und sorgfältiggetrocknete Flaschen bis zum Halse, verschliesst sie mit neuen Korken und bewahrt siein einem kühlen Räume, vor Licht geschützt, auf. Beim Abfüllen auf kleinere Stand-gefässe achte man während der Wintermonate ebenfalls auf eine gleichförmige Beschaffen-heit des Oeles, vermeide indessen jedes heftige Schütteln, denn dadurch wird das Oel un-nöthigerweise mit der Luft in Berührung gebracht und seine Neigung zum Ranzigwerdenbegünstigt. Hat man einen Raum zur Verfügung, dessen Temperatur auch im Winternicht unter -j-10°C. sinkt, so richte man diesen zurOelkammer" ein; dann fällt daslästige Aufthauen der Oele im Winter fort.

In Flaschen abgefasstes Speiseöl stelle man nicht in Schaufenster, in denen es demSonnenlicht ausgesetzt ist, ebenso fülle man frisches Oel nie in Flaschen mit alten Resten.

Anwendung. Das reine Olivenöl wird in der Pharmacie von allen flüssigenOelen am meisten gebraucht. Innerlich dient es, gewöhnlich in Form der Emulsion, alsmildes Abführmittel; rein und in Gaben von 100 bis 200 g zum Abtreiben von Gallen-steinen. Olivenöl, mit Eigelb und Zucker verrührt, ist ein altes, bewährtes Hausmittel beiRachenentzündungen, Heiserkeit u. dergl. Aensserlich wendet man es bei Verletzungenund Schwellungen an, ferner zu Linimenten, Salben, Haarölen. Chirurgische Geräthe fettetman damit ein zum Schutz gegen Rost, doch ist hierzu ein säurefreies, flüssiges Paraffinmehr zu empfehlen. Das gemeine Baumöl benutzt man zum Kochen von Pflastern,zu Salben für Thiere.

Das weisse Baumöl ist nur Gegenstand des Handverkaufs: es wird vom Volkenoch häufig innerlich, mit Sirup gemischt, gegen Brustleiden angewendet.

Ein mit Nelkenöl oder Pomeranzenöl donaturirtes, d. h. für den Genussuntauglich gemachtes Olivenöl kommt zollfrei in den Handel und eignet sich wegen seinesbilligeren Preises für Haarölmischungen u. dergl., ebenso ist das mit Terpentinöl oder Ros-marinöl versetzte Baumöl nur für technische Zwecke verwendbar.

Ein ranzig gewordenes Oel soll nach Hager wieder brauchbar gemacht werdenkönnen, wenn man dasselbe mit 3 g gebrannter Magnesia, 10 g Kochsalz und 10 g Wein-geist auf 1 1 kräftig schüttelt und nach längerer Ruhe filtrirt, oder auch durch Schüttelnmit Alkohol und Verjagen des letzteren unter Erhitzen. Ein so behandeltes Oel wird sichwohl nur noch für Pflaster oder Linimente verwenden lassen.

Baisamum Samaritanum.

Samariterbalsam.Rp. Olei Olivae optimi

Vini rubri ää.

Man mischt und erhitzt, bis alle Feuchtigkeit ver-dunstet ist. Auf Wunden, Verbrennungen etc.

Mixtura oleosa anticatarrhalis Waldenbukg.Rp. Olei Olivae optimi

Sirupi Amygdalarum ää 50,0.2stündlicli 1 Esslöffel bei Katarrh, Stuhlverhaltung.Kindern tropfen- bis theelöffelweise.

Oleum antiquum verum.Huile antique vöritable.Rp. 1. Olei Olivae optimi 1000,0

2. Alcohol absoluti 7,5

3. Baisami peruviani

4. Benzoes subtil, pulv. ää 2,5

5. Olei Alkannae q. s. ad col. rubr.

6. Olei Bergamottae 2,5

7. Olei Aurantii flor. gtts. V.

14 im Wasserbade 3 Stunden erhitzen, nach demErkalten 57 zusetzen, absetzen lassen und fil-triren. Ein vorzügliches, haltbares Haaröl.

Oleum Chloroform! (Helv.).

Liniment um Chloroform i. Chloroformöl.

Huile chloroforme"e.

Rp. Olei Olivae optimi 3,0Chloroformi 1,0.

Siehe auch Band I. S. 808.

Oleum Crinale.

Oleum capillorum. Huile antique.Haaröl. Klettenwurzelöl. Macassaröl.

Kp. Olei Olivarum optimi 1000,0

Mixtur, odorifer. (Haaröl-

Parfiim Bd. I. S. 857) 10,020,0.

Nach Belieben färbt man mit Oleum Alkannaeroth, mit Oleum viride grün.

II.

Rp. Olei Arachidis 1000,0Olei Bergamottae 5,0Olei Citri 1,0

Cumarini 0,05

Olei Alkannae q, s.