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2 (1902)
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Olea.

Die Frucht ist reif blauschwärz, sie kann die Grösse eines Taubeneies erreichenund ist länglich-oval. Sie enthält das fette Oel im weichen Fruchtfleisch, das aus dünn-wandigem Parenchym und einzelnen oder zu kleinen Gruppen vereinigten Steinzellen be-steht, und im Samen, der von einer Steinschale umschlossen ist. Der Samen enthält reich-liches Endosperm und einen Keimling mit flachen Keimblättern und kurzem Würzelchen.Das Fruchtfleisch enthält bis 55 Proc. Oel, der Samen bis 13 Proc, die Steinschale bis6 Proc.

Bestandtheile nach Koemg: Das Fruchtfleisch: Wasser 30,07 Proc, Stick-stoffsubstanz 5,24 Proc, Fett 51,90 Proc, Asche 2,34 Proc. Die Steinschale: Wasser9,22 Proc, Stickstoffsubstanz 3,50 Proc, Fett 2,84 Proc, stickstofffreieExtraktstoffe und Holzfaser 83,32 Proc, Asche 1,12 Proc. Samen: Wasser10,58 Proc, Stickstoffsubstanz 18,63 Proc., Fett 31,88 Proc, stickstofffreieExtraktstoffe und Holzfaser 36,75 Proc, Asche 2,16 Proc.

Oleum Olivae (Austr. Brit. Helv. Ü-St). Oleum Olivarum (Germ.). Oleum Oli-varum provinciale. Olivenöl. Provenceröl. Huile d'olive (Gall.). Olive Oil.Oil of Olive. Sweet-Oil.

Oleum Olivae Optimum s. virgineum. Provenceröl. Sizzaöl. Salatöl.Speiseöl. Tafelöl. Huile vierte. Tirgin-Oil.

Gewinnung und Sorten des Oeles. Zur Gewinnung der feinsten Sortenwerden die reifen Oliven mit der Hand gepflückt, geschält, von den Kernen befreit, dasFruchtfleisch auf Mühlen gemahlen und kalt gepresst. Bei massiger, erster Pressung erhältman ein hellgelbliches oder grünliches Oel vom Geruch und Geschmack des Fruchtfleisches:Jungfernöl, Huile de vierge. Die zweite, stärkere kalte Pressung liefert ein etwasweniger werthvolles, aber immer noch vorzügliches Oel. Weiter werden die ganzen, un-geschälten Oliven mit Schalen und Kernen gemahlen, in Binsensäcke gefüllt und kalt ge-presst. Diese erste Pressung liefert eine I. Sorte Speiseöl. Der Pressrückstand wirdmit kaltem Wasser angerührt, nochmals gepresst und giebt eine II. Sorte Speiseöl.Die jetzt noch bleibenden Kückstände werden mit oder ohne Anwendung von heissemWasser heiss gepresst und liefern geringere Oele, die theilweise noch als Speiseöle, meistaber als Fabriköle (Brennöle, Nachmühlenöle) in den Handel kommen.

Eine besonders grosse Ausbeute erzielt man, wenn man die Oliven in Haufen einerkurzen Gährung überlässt und dann stark presst. Auch die so gewonnenen Produkteliefern Speiseöle.

Die weniger feinen Sorten dieser verschiedenen Processe werden auch zur Seifen-fabrikation verwandt.

Die von Obigen erhaltenen verschiedenen Bückstände lässt man, mit Wasser an-gerührt, stehen, es scheidet sich dann nach Monaten an der Oberfläche der FlüssigkeitOel von widerlichem Geruch ab (Höllenöl, Huile d'enfer). Dahin gehört auch dasaus faulen und verdorbenen Oliven gewonnene Tournanteöl. Alle diese Oele enthaltenviele freie Fettsäuren. Anstatt dieses letzteren Processes werden auch die ßückständegetrocknet und mit Schwefelkohlenstoff extrahirt, man gewinnt so die Sulfuröle undPulpaöle.

Bestandtheile. Etwa 28 Proc. feste Bestandtheile: Stearinsäureglycerid(C 18 H 35 0 2 ) 3 . C,H 5 , Palmitinsäureglycerid(C 10 H 31 O. 2 ) 3 . C 3 H 6 undArachinsäureglyce-rid (C 20 H 39 O,) 3 . C 3 H 6 und etwa 72 Proc. flüssige Bestandtheile: Linolsäureglycerid(C 18 H 31 0,) 3 . C 3 H 5 und Oelsäureglycerid (C 18 H 33 0.,) 3 C 3 H 5 . Ferner enthält es wechselndeMengen freier Fettsäuren (die Angaben schwanken von 0,925,2 Proc, betreffen aberwohl theilweise verdorbene oder verfälschte Oele), kleine Mengen eines cholesterin-artigen Körpers und Chlorophyll.

Eigenschaften und Prüfung. Als Olivenöl im Sinne der Arzneibücher könnennur die besseren Speiseöle verwendet werden.

Ein fettes, nicht trocknendes Oel, von schwachem, charakteristischem Geruch undGeschmack und hellgelber, hellgrünlichgelber bis goldgelber Farbe. Bei gewöhnlicherTemperatur flüssig, beginnt es bei-(-2° C. sich zu trüben und setzt bei 6° C. 28 Proc. festeBestandtheile (vergl. oben) ah. Befraktometerzahl 1,46891,4700. Spec. Gew. 0,9160,918bei 15°C. Schmelzpunkt der freien Fettsäuren 2427° C., Erstarrungspunkt 1722° C, beimit Schwefelkohlenstoff oder Aether extrahirtem Oele liegen beide Punkte höher, nämlich