Nutrimenta.
491
Haematogen Hommel aus defibrinirtem, eingedicktem Blut mit Zusatz von Gly-cerin und Wein.
Thbdeh's blutbildendes Präparat ist ebensolches Blut, hauptsächlich mit Vanillinals Geschmackskorrigens versetzt.
Mekck's Hämoglobin in lamellis,
Haemoglobin Badlauer und Nardi,
Haematin besitzen feste Form, das Blut ist also zur Trockne gedampft. Der-Bisengehalt aller dieser Präparate ist, dem Rohmaterial entsprechend, ein sehr geringer. Als
Künstliche Eisenpräparate zur Bindung des Eisens werden meist irgendwelcheEiweissnährmittel benutzt, die in Eisenlösungen leicht einen Theil des Metalls binden.
Eisensomatose ist Somatose.
Ferratin und
Ferratose sind andere mit Eisen salzen behandelte Nährmittel mit solch festerBindung in der Molekel, dass Bildung von Eisenchlorid im Magen nicht stattfindet, diedamit verbundenen Schädigungen: Magendrücken, Verstopfung etc. also vermieden werden.
Malzprüparate enthalten ebenfalls mehrere Nährstoffgruppen, wenn auch dasEiweiss meistens gegen die leicht lösliche Maltose sehr zurücktritt.
HoFu'scher Malzextrakt ist eines der ersten, in weiteren Kreisen bekannter ge-wordenen Fabrikate, nach der Versicherung des Fabrikanten durch Eindampfen von Bier-würze gewonnen.
Scheking's Malzextrakt erfreut sich auch heute noch einer gewissen Beliebtheit.-kr wird auch mit Zutatz von Kalk und Eisen in anorganischer Form dargestellt.
Wie oben bemerkt, ist der Eiweissgehalt ein geringer; die Malzpräparate bildengewissermassen den Uebergang zu
Gruppe 7. Nichterweissnähraiittel. Die ungeheure Zahl der Eiweissnähimittelun Verhältniss zu den hier aufzuführenden Präparaten erklärt sich von selbst, wenn manden eigentlichen Zweck der Nährmittel ins Auge fasst, den der Krankenernährung. Hiergilt es entweder mit möglichst wenig Masse die verbrauchten Stoffe zu ersetzen, oder heistark abgemagerten Personen möglichst viel neue Substanz zu schaffen. Um die ErzeugungYOn Muskelkraft durch Kohlenhydrate oder Wärme durch Fett handelt es sich nur selten,u nd diese Nährstoffe finden sich anderseits in der Natur in so reiner und leicht zu ge-winnender Form, dass dazu die Mittel der chemischen Technik unnöthig sind.
Kohlehydrathaltige Nährmittel sind vor allem die Zuckerarten. DerRohrzucker bildet ein allgemeines Genussmittel, so dass wir nicht daran denken, ihnWer einzureihen; allenfalls wäre die
Laevulose als Nährmittel für Diabetiker zu nennen, da dieselbe nicht wie dieUextrose im Harn des Patienten wieder erscheint.
Fettnährmittel: Als Prototyp eines solchen muss die Butter angesehen werden,da sie bei guter Verdaulichkeit vor allem die Ansprüche an den Geschmack vollständigDefriedigt. Die Fettresorption erfolgt nach der Ansicht der Physiologen in der Weise,dass das Fett, wenn es keine freien Fettsäuren enthalten sollte (was bis jetzt noch vonkeinem natürlichen Fett nachgewiesen ist), durch Enzyme theilwcise gespalten wird unds o die Eigenschaft erlangt, mit dem Natriumkarbonat der Darmflüssigkeit äusserst feineEmulsionen zu bilden, die direkt durch die Darmwand hindurchgehen und so in das Blutgelangen. Um also die Verdaulichkeit eines Fettes zu erhöhen, wären freie Säuren zuzu-setzen. Dies ist der Fall in dem
Lipanin von Mering. Es besteht aus Speiseöl mit ca. 6 Proc. freier Oelsäure.
Auch die Leberthrane enthalten viel freie Fettsäuren; ihr Zweck ist aber schonmehr der, dem Organismus ein Heilmittel, das Jod, zuzuführen. Ebenso die
Jodfette. Diese synthetisch dargestellten Fettpräparate enthalten weit mehr Jodals der Leberthran und dienen demselben Zweck.
Anorganische Nährmittel gieht es nur wenige, seit sich die Ueberzeugung immermehr Bahn gebrochen hat, dass die Aschenbestandtheile nur in ihrer organisirten Formaufgenommen werden, eine Form, die wir aber noch sehr wenig kennen. Im Pflanzen- undThicrkörper sind die eiweissreichsten Organe stets auch verhältnissmässig reich an Asche,so dass wir bei der natürlichen Ernährung, wo wir vorzugsweise diese Theile benutzen,jederzeit genügend mineralische Nahrung aufnehmen. Deshalb hält man auch die natür-lichen Eiweissverbindungen der anorganischen Bestandtheile des Körpers für die wichtigstenAsehelieferanten. Wie man sie iu Bezug auf das Eisen nachzuahmen versucht, ist bereits