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2 (1902)
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Nutrinienta.

Umgekehrt ist zu verfahren, wenn es gilt, mit anderen Stoffen zusammen in Lösungvorhandenes Eiweiss von diesen zu trennen. Man coagulirt dann, wenn möglich, durchHitze oder fällt durch indifferente Mittel, wie Alkohol etc. Das in der Milch in starkgequollenem Zustand suspendirte Casei'n fällt man mit schwachen Säuren, um es dann aufeine der oben angegebenen Weisen wieder löslich zu machen.

Klassifikation. Man kann die verschiedenen Nährmittel zweckmässig in folgendeGruppen bringen.

1) Fleischextrakto, die neben dem nährenden Eiweiss noch den grössten Theilder dem Rohstoff eigenthümlichen Basen (Kroatin, Kreatinin etc.) und Salze (namentlichKalisalze) enthalten und deshalb eine stark nervenerregende Wirkung besitzen.

2) Vorwiegend Peptone enthaltende, jetzt wenig mehr in Gebrauch.

3) Vorwiegend Albumosen enthaltende, peptonfreie.

4) Alkaliverbindungen der Eiweisskörper.

5) Unlösliches Eiweiss enthaltende.

6) Die Ernährung mit mehreren Nährstoffgruppen anstrebende.

7) Nich teiweissnährinittel.

Eine erschöpfende Aufzählung der einzelnen Nährmittel zu geben, ist bei demmanchmal nur vorübergehenden Auftreten derselben auf dem Markt unmöglich; in derfolgenden Uebersicht sind die bekannter gewordenen nach der oben gegebenen Eintheilungzusammengestellt:

Gruppe 1. a) Fleischextrakte. Dieselben haben im Laufe der Zeit eine mannig-fache Wandlung durchgemacht. Die alte PETTENKOFEit'sche Vorschrift dampft die heissgewonnene Fleischbrühe bis zur Extraktkonsistenz ein, das Produkt kann deshalb nur die imnatürlichen Fleisch enthaltenen nicht coagulirbaren Eiweisskörper enthalten, also etwa12 Proc. der in Lösung gegangenen Substanz. Man suchte deshalb den Nährstoffgehaltzu erhöhen, indem man bei der Extraktion zugleich chemische Mittel anwandte, um dasunlösliche Eiweiss in Pepton überzuführen. Diese Mittel führten aber, wie sich späterherausstellte, grösstentheils nur zu Albumosen.

Liebig's, Kemmerich's und Koch's Fleischpepton sind Extrakte, die den Haupt-theil des Eiweisses iii Form von Albumosen, daneben aber auch Peptone enthalten, dieihnen den wenig angenehmen Geschmack verleihen.

Bovril ist ein in England fabricirtes Extrakt, dem zur Erhöhung des Nährwerthesetwas Fleischmehl (den Rückständen von der Extraktion) zugesetzt ist.

Toril, von der Torilgesellschaft in Altona dargestellt, ist mit ca. 15 Proc. Albu-mosen versetzt.

b) Fleischsäfte und verflüssigtes Fleisch. Sie sind hauptsächlich in Englandund Amerika in Gebrauch und von sehr verschiedenem Werth. Die wirklich guten sindihres hohen Preises wegen nur für Krankenbehandlung geeignet.

Leübe- Rosenthal 's che Fleischsolution wird durch vorsichtige Behandlung vonrohem Fleisch mit Salzsäure gewonnen und enthält das Eiweiss zum grössten Theil in Formvon Acid-Albumin.

Valentine's meat juice, ein amerikanisches Präparat, ist durch milde Säurebehand-lung von Fleisch dargestellt, enthält neben Albumosen noch Peptone. Neuerdings ver-meidet man die. Peptonbildung nach Möglichkeit.

Puro, ein deutscher Fleischsaft, enthält neben den nervenerregenden Extraktivstoffendes Fleisches ca. 30 Proc. Albumosen.

Oarno etwa 12 Proc. lösliches Eiweiss als Albumosen, daneben natürlich die Ex-traktivstoffe des Fleisches.

Gruppe 2. Die Peptone sind eigentlich als Nährmittel nur mehr von geschicht-licher Bedeutung. Denn abgesehen von dem widerlichen Geschmack, der vielleicht durchZusätze zu übertönen wäre, hat man in der Neuzeit die physiologische Gleichwertigkeitdieser Stoffgruppe mit dem genuinen Eiweiss und den Albumosen. oder, wie man sie frühernannte, Propeptonen stark in Zweifel gezogen. Man erhält sie schon durch Einwirkungvon geringen Säure- oder Alkalimengen auf Albumosen, so dass sie auch bei zu weitgehender Behandlung mit Enzymen entstehen, namentlich wenn zum Schluss behnfs Ab-scheidnng coagulirbaren Eiweisses zu hoch erhitzt wird.

Denaver's, Witte's und Adamkiewioz's Pepton sind auf solche Weise durchPepsinverdauug,