Druckschrift 
2 (1902)
Entstehung
Seite
486
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^^VV*

486

Nitrogenium.

Umrechnung des Stickstoffs auf Protein. Um aus dem gefundenen Stickstoffdas Eiweiss (Prüte'in) zu berechnen, multiplicirt man die gefundene Stickstoffzahl mit demPaktor 6,25, wenn nicht ein anderer Paktor ausdrücklich angegeben wird. Vergl. Lac,S. 259 des II. Bandes.

Alinit ist ein für alle Getreidearten bestimmtes Düngemittel, welches ein aerobesBacterium, den Bacillus Ellenbachensis alpha Caron und zwar als ovoide Dauerform ent-hält. Dieser Bacillus soll befähigt sein, den atmosphärischen Stickstoff in eine für dieHalmfrüchte verwerthbare Stickstoffverbindung umzuwandeln. Entdecker ist der Ritter-gutsbesitzer Caron auf Ellenbach. Nach Stoklasa ist dieser Bacillus identisch mit Bacillusmegatherium De Bari.

Mtragin. Unter diesem Namen werden Kulturen der zu den Wurzeln der Legu-minosen in symbiotischem Verhältniss lebenden stickstoffsammelnden Bacterien (BhizobiumLegwminosarum = Bacterium radicicola) als Düngemittel in den Handel gebracht. Auchdiese besitzen die Fähigkeit, den atmosphärischen Stickstoff in eine für Pflanzen verwerth-bare Form zu bringen.

II. Nitrogenium OXydulatlim. Stickstoffoxydul. Stickoxydul. Azotprotoxyd.Lustgas. Lachgas. Gas hilarant. Gas nitrogenosum. N 2 0. Mol. Gew. = 44.

Darstellung. In

eine Betorte von etwa800 ccm Fassungsraumbringt man 100,0 g reinesAmmoniumnitrat. DieseRetorte stellt man schrägaufgerichtet in ein Sand-bad und verbindet siemit einer Waschflasche,welche dünne Kalilaugeenthält. Man heizt nundas Sandbad an. Beica. 160° C. schmilzt dasAmmoniumnitrat, beica. 170° C. beginnt essich zu zersetzen imSinne der GleichungNO a NH 4 = 2H 2 0 -4- N 2 0. Bei 240° C. ist diese Zersetzung eine sehr lebhafte, weiterhinaus ist sie sehr stürmisch, es .treten Stickoxyd, Stickstoff und Ammoniak auf unddie Lebhaftigkeit kann sich bis zur Explosion (!) steigern. Es kommt also darauf an,die Erhitzung langsam einzuleiten und nicht über 240° C. hinausgehen zu lassen. Zudiesem Zwecke setzt man in das Sandbad ein Thermometer ein und heizt das Sandbad so,dass dessen Temperatur nicht über 245 ° C. hinausgeht. Um etwa entwickelte Stickoxydezu beseitigen, kann man hinter die hier gezeichnete Waschflasche mit Kalilauge nocheine zweite einschalten, welche eine 10 procentige Ferrosulfatlösung enthält. Sobald dieGasentwicklung in gutem Gange ist, bringt man das Gasableitung-srohr in den unterenTubus des mit Wasser vollständig angefüllten Gasometers. 100 g Ammonium-nitrat geben etwa 25 Liter Stickoxydul (Fig. 54). Wegen der relativ leichten Löslich-keit des Stickoxyduls in Wasser pflegte man früher das gewaschene Stickoxydul auchin Kautschuksäcken aufzufangen und aufzubewahren.

Zur Zeit ist komprimirtes Stickoxydul in druckfesten Stahlflaschen im Handel;man wird also, wenn irgend thunlich, das Stickoxydul nicht selbst darstellen, sondern kaufen.Eigenschaften. Ein farbloses Gas von schwachem, angenehmem Gerüche undsüssliehem Geschmacke. Spec. Gew. = 1,524 (Luft = 1,0). 1 Liter wiegt bei 0° C. und760 mm B. = 1,9686 g. Bei 0° C. wird es durch einen Druck von 30 Atmosphären zueiner Flüssigkeit verdichtet, die bei 89,8° C. siedet und bei 102° C. erstarrt. In kaltemWasser ist es ziemlich leicht löslich. Stickstoffoxydul unterhält die Verbrennung in ähn-

Fig. 54.